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Kulturtipps für die Woche: In Synthie-Pop-Musik schwelgen oder zu Guggen tanzen

Diese Woche finden Events statt, an denen du bisher womöglich noch nicht teilgenommen hast: Ein Sexpubquiz, Stricken im Kino, Fastenbrechen im Club.

Magdalena Bay
Mica Tenenbaum und Matthew Lewin von Magdalena Bay sind im Februar mit ihrer neuen Musik auf Europatour. (Bild: Lissyelle Laricchia )

Stricken im Kino

Stricken im Dunkeln, Film auf der Leinwand: Wer Multitasking mag und Kino mit Handarbeit verbinden will, muss am Mittwoch ins Strickkino im Arthouse Le Paris beim Stadi. Der Film «Mein Freund Barry» basiert auf wahren Begebenheiten und spielt in den Schweizer Bergen. Der zwölfjährige Georg strandet auf dem Grossen St. Bernhard-Pass bei Mönchen. Alles ist fremd, kalt und still. Dann findet er einen Welpen, zieht ihn heimlich gross und muss sich bald auf ein Abenteuer einlassen, um Barry nicht zu verlieren. Eineinhalb Stunden Strick- und Filmvergnügen. Vergünstigte Tickets gibt es mit AHV-Ausweis, Legi und für Kinder.

18. Februar, 18.30 Uhr, Arthouse Le Paris, Gottfried-Keller-Strasse 7

Das Wissen rund um Sex auffrischen

Du kennst den Unterschied zwischen einer Vagina und Vulva? Sehr gut. Dann bist du bestens vorbereitet für das Sexpubquiz «Absofuckinglutely», das heute Abend im Karl der Grosse stattfindet. Dort drehen sich die Fragen um Sex, Intimität, Körper und Beziehungen. Die Teilnehmenden notieren ihre Antworten auf einem Blatt; die Moderator:innen ordnen die Lösungen mit ihrem Fachwissen ein. Gespielt wird in Gruppen, und am Ende winkt ein Preis.

Das Ziel des Abends ist, eine niederschwellige Sexualaufklärung für Erwachsene, offen, zugänglich und unterhaltsam. Organisiert wird das Sexpubquiz seit bald drei Jahren, von Yael Roth und Baluu Lehmann. Wir haben die beiden bereits begleitet – nachzulesen auf Tsüri.ch. Die letzten Tickets gibt es hier und Infos findest du hier.

18. Februar, 18.30 Uhr, Karl der Grosse

Zu Synthie-Pop-Klängen tanzen

Das amerikanische Alt-Pop-Duo Magdalena Bay tritt am Donnerstagabend im Volkshaus Zürich auf. Mica Tenenbaum und Matthew Lewin verbinden tanzbaren Synthie-Pop mit Wave-Einflüssen. Die Songs eignen sich wunderbar zum Träumen und Tanzen. 2024 erschien ihr letztes Album «Imaginal Disk», nun touren Magdalena Bay den ganzen Februar mit der «Imaginal Mystery Tour» durch Europa. Reinhören lohnt sich. Hier gibt’s Tickets.

29. Januar, 18 Uhr im Tanzhaus

Die Leichtigkeit des Seins entdecken

Während zwei Tagen zeigt das Gruben in der Binz die Ausstellung «While You Wait». Ein interdisziplinärer Event mit Text, Bild, Fotografie, Video und Musik von Sarah Aurelia Fröhlicher, Laura Süess (Silver) und Raphael Schulze-Schilddorf, die ihre Perspektiven auf die unerträgliche Leichtigkeit des Seins zeigen. In Projekten, «auf die sie warteten, weil sie sich nicht von selbst manifestiert haben, sondern Hingabe bedingten», wie sie schreiben. Die Live-Performance ist um 21 Uhr.

20. Februar, 18 Uhr, Grubenstrasse 39

Konfettiplausch im Niederdorf

Für die einen ist es die Zeit des Jahres, die anderen können herzlich wenig damit anfangen und nerven sich über die Fötzelresten, die auch ein halbes Jahr später noch an irgendwelchen Kleidungsstücken hängen. Die Rede ist von der Fasnacht. Ob meiden oder hingehen, die Züri-Fasnacht 2026 findet von Freitag bis Sonntag im Niederdorf statt. Auf dem Hirschenplatz spielen verschiedene Guggen (hier geht’s zum Programm), auf dem Münsterhof erklingt derweil Jazz. Hier findest du alle Informationen, die du benötigst. Die Kinder feiern gestaffelt ab 10.30 Uhr auf dem Münsterhof. Der Umzug der Grossen startet am Fasnachtssonntag um 14.31 Uhr bei der Münsterbrücke.

20. bis 22. Februar, Niederdorf

Musiker:innen abfeiern

GDS.FM kürt am Samstag die goldenen Lachse. Die, die gegen den Strom schwimmen, sich nicht abbringen lassen, und die trüben Gewässer der anderen Hunderttausenden Fischlis verschönern. Den Siegerfischen werden Awards in den Kategorien Best Song, Best Album und Best EP verliehen. Die Preisverleihung findet an der Geroldstrasse 31 statt, der Eintritt kostet 15 Franken, 5 Franken für Member – und Sans-Papiers oder Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln können sich bei den Veranstalter:innen melden.

Samstag, 21. Februar ab 20.00 Uhr im Baby Angel

In der ZW zusammen Rituale zelebrieren

Am Dienstag ging das alte chinesische Jahr zu Ende, am Mittwoch begann der Fastenmonat der Muslim:innen. Zwei Zyklen, in denen Abschied und Aufbruch ineinandergreifen. Dazu organisiert der Verein Zentralwäscherei zusammen mit Les Complices den Event «Between Sunset and Many Moons», ein eintägiges, gemeinschaftliches Treffen, das kulturelle Rituale, Reflexion und kollektive Fürsorge verbindet. Die Veranstaltung markiert den Übergang in den Ramadan und ins Mondneujahr – mit geteilter Zeit und gemeinsamen Praktiken. Gegen 18 Uhr brechen die Teilnehmenden das Fasten zusammen. Tickets gibt es in verschiedenen Preiskategorien zu kaufen.

22. Februar, 14 bis 22 Uhr, Zentralwäscherei

Ein letztes Mal Scarpetta essen

Dort, wo im Sommer jeweils die Gelateria di Berna haust, gibt es aktuell Scarpetta to go. Du wählst ein Brot, eine Sauce und legst nach Lust Oliven, Kapern, Sardellen oder Mozzarella drauf. Dazu stehen (Glüh-)Wein, Bier oder andere Getränke bereit. Die Scarpetteria ist noch bis Sonntag offen.

Bis am 22. Februar, 18 bis 22 Uhr, Röschibachplatz

Zürich Openair findet erst wieder 2027 statt

Liebe Zürich-Openair-Fans, ihr müsst jetzt stark sein. Denn das ZOA legt in diesem Jahr eine «kreative Pause» ein. In anderen Worten: Es fällt aus. Dies, weil sich die Daten internationaler Festivals verschoben hätten und das Zürich Openair darum nicht «in gewohnt hoher Qualität» hätte stattfinden können. Man wolle die Zeit nutzen, um das Festival strategisch weiterzuentwickeln, schreiben die Organisator:innen in einer Medienmitteilung.

Moulin Rouge! Das Musical Pressefoto
Schicke Hösli, freche Dancemoves und ein beeindruckendes Lungenvolumen. (Bild: Johan Persson)

Bijoux der Woche: Pariser Flair in Zürich erleben

«Musical? Ui, nicht mit mir», dachte ich, als wir einer Freundin Tickets für «Moulin Rouge! The Musical» schenkten. Zu viel Pathos, zu viel Glitzer, zu viel Zwangsfreude. Doch Geschenke verpflichten, also sass ich wenig später im roten Stuhl des Theater 11 in Oerlikon. Und musste zugeben: Ich habe mich geirrt.

Das Bühnenbild war eine Wucht, und die Frauen und Männer, die über zweieinhalb Stunden lang auf der Bühne waren, tanzten und sangen beeindruckend gut. Bei den über 70 Songs (!) ertappte ich mich irgendwann beim Mitsingen.

Am Ende stand ich auf und dachte: gut, dass ich es gewagt habe.

Wer Lust hat auf einen ehrlichen Selbsttest à la «mag ich das wirklich nicht mehr?», hat noch bis zum 3. März die Gelegenheit dazu.

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jenny

Bachelorstudium der Psychologie an der Universität Zürich und Masterstudium in politischer Kommunikation an der Universität von Amsterdam. Einstieg in den Journalismus als Redaktionspraktikantin bei Tsüri.ch. Danach folgten Praktika bei der SRF Rundschau und dem Beobachter, anschliessend ein einjähriges Volontariat bei der Neuen Zürcher Zeitung. Nach einigen Monaten als freie Journalistin für den Beobachter und die «Zeitung» der Gessnerallee seit 2025 als Redaktorin zurück bei Tsüri.ch.

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