Benedikt Schmid ist nicht nur politisch in der Mitte

Benedikt Schmid will nach Bern und sich dort für die psychische Gesundheit von jungen Menschen einsetzen. Im Gespräch verrät er, wieso seine Partei auch für ihn als 22-Jährigen nicht langweilig ist.

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Für eine psychische Behandlung wartet man laut Benedikt Schmid in der Schweiz zu lang, das will er ändern. (Foto: Stephania F. und Moris B.)

Warum setzt du dich für die psychische Gesundheit junger Menschen ein?

Ich wurde mit 14 Jahren durch einen Suizid in meinem näheren Umfeld für die Problematik sensibilisiert. Auch im Gymi bin ich Fragen zur psychischen Gesundheit immer wieder begegnet. Seither frage ich mich: Wie kann es sein, dass in einem der reichsten Länder der Welt Kinder und Jugendliche monatelang auf ihre Behandlung warten müssen? Das müssen wir ändern.

Warum hast du dich für die Mitte entschieden? Ist das nicht langweilig?

Im Gymi war ich in einer Klasse mit Schüler:innen vom Land und welchen aus der Stadt. Aufgrund politischer Differenzen waren die beiden Gruppen nicht bereit, miteinander konstruktiv über Politik zu diskutieren. Daher suchte ich einen Ort, wo man dies auch bei unterschiedlichen Meinungen tun kann und fand so die Mitte. Also nein, die Mitte ist nicht langweilig, ich würde gar behaupten, die Mitte ist in Bern die einflussreichste Partei.

Was machst du am 4. Dezember?

Was ist dann?

Der Beginn der Wintersession.

Ah ja genau! Da bin ich mir noch nicht sicher. Vorausgeplant habe ich noch nicht. Viel zu tun habe ich jetzt schon. 

Was ist das erste Ziel, das du umsetzen willst, wenn du gewählt würdest?

Oh, das sind viele: Ich würde als Erstes den Numerus Clausus reformieren; TARMED, das Tarifsystem nachdem Ärzt:innen den Patient:innen Leistungen verrechnen, anpassen, attraktive Ausbildungsbedingungen für Psychotherapeut:innen schaffen und dann vielleicht das Nachtzugsnetz ausbauen. 

Welcher Film-Charakter beschreibt dich am besten?

Da fällt mir gerade niemand ein. Ich habe in letzter Zeit viel zu wenig Filme geschaut. Aber wenn ich sonst irgendeine prominente Person wählen könnte, wäre dies Denzel Curry, ein Musiker, der mich sehr inspiriert hat. Wie er, kann ich gut anderen Menschen Emotionen vermitteln.

2019 haben nur etwa 30 Prozent der jungen Stimmberechtigten gewählt. Was sagst du dazu? 

Gönd go wähle! Wenn man wählen kann, sollte man dies tun. Es ist ein riesiges Privileg und es entscheidet über die Zukunft.

Zürcher Jungpolitiker:innen wollen in den Nationalrat

Dieser Text von Stephania F. und Moris B. enstand im Rahmen einer Projektwoche des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasiums Rämibühl. Im Kurs «Journalismus – im Dienste der Demokratie» entstanden Porträts von jungen Politiker:innen aller grossen Parteien, die bei den kommenden Wahlen für den Nationalrat kandidieren.

Hier findest du die weiteren Porträts.





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