Hilfe, das Abstimmungscouvert ist da! Eine Gebrauchsanleitung für die Wahlen 2026
In drei Wochen werden Stadt- und Gemeinderat gewählt und du weisst nicht, wohin mit all diesen Listen? Mit dieser Anleitung wirst du zum Panaschier-Profi.
Das Wahlcouvert für den 8. März ist da und du hast vor lauter Parteilisten den Durchblick verloren?
Sorge nicht: Mit dieser Anleitung navigierst du sicher durch die Wahlunterlagen.
So wählst du den Stadtrat
Entschieden wird, wer die grösste Stadt der Schweiz regiert (Stadtrat), ihr vorsteht (Stadtpräsidium) und welche Parteien im Parlament das Sagen haben (Gemeinderat).
Wir starten mit dem leeren Stadtratszettel.
Im oberen Teil wählst du die neun Mitglieder des Stadtrats. Dazu schreibst du deine Favorit:innen mit Vor- und Nachnamen sowie Parteizugehörigkeit auf den Zettel.
Im unteren Teil schreibst du den Namen jener Person auf, die Stadtpräsident:in von Zürich werden soll.
Wichtig: Die Wahl des Stadtpräsidiums ist nur dann gültig, wenn du diese Person auch im oberen Teil des Wahlzettels als Stadtrat aufgeführt hast. Grundsätzlich kannst du jede Person als Stadtrat nominieren, die in der Stadt stimmberechtigt ist. Die offiziellen Kandidat:innen der Parteien findest du auf Tsüri.ch.
So wählst du den Gemeinderat
Jetzt, wo wir aufgewärmt sind, wird der Ablauf komplexer; wir kommen zum Gemeinderat.
Im Abstimmungscouvert erhältst du alle Wahlzettel der Parteien, die in deinem Wahlkreis Kandidat:innen aufstellen. Die 125 Gemeinderatssitze sind auf neun Wahlkreise verteilt. Je nachdem, wie viele Einwohner:innen ein Wahlkreis hat, gibt es mehr oder weniger Sitze.
Du hast zwei Möglichkeiten: Du kannst eine Liste derjenigen Partei nehmen, die dich am meisten überzeugt, und sie unverändert ins Couvert legen. Damit wählst du alle Kandidat:innen auf dieser Liste und gibst der entsprechenden Partei deine Stimme.
Oder aber du veränderst die Liste. Dazu hast du folgende Möglichkeiten:
- Kumulieren: Willst du eine Person auf der Liste nicht wählen, streichst du ihren Namen durch. Dafür kannst eine kandidierende Person, die schon auf der Liste steht, ein zweites Mal aufschreiben. So erhöht sich ihre Wahlchance um eine Stimme. Eine Person darf aber höchstens zweimal auf einer Liste stehen.
- Panaschieren: Oder aber du ersetzt die gestrichenen Personen durch Kandidat:innen anderer Parteien. Damit gibst du mehreren Parteien deine Parteistimme.
- Streichen: Du kannst auch Kandidat:innen ersatzlos streichen. Dann bleibt die Parteistimme erhalten, aber die gestrichenen Kandidat:innen erhalten keine Stimme von dir. Damit ein Wahlzettel gültig ist, muss aber mindestens eine Person darauf stehen.
- Wenn dich das Feuer der direkten Demokratie gepackt hat, kannst du dir selber eine Liste zusammenstellen. Eine leere Liste findest du auf der letzten Seite. Es gelten die gleichen Regeln, wie eben aufgeführt. Plus schreibst du oben Nummer und Namen deiner bevorzugten Partei hin.
Wichtig: Du darfst nur eine Liste einreichen und deine Änderungen müssen handschriftlich angebracht und leserlich sein.
Hier gibst du dein Wahlcouvert ab
Liste, Stadtratszettel und Abstimmungsunterlagen ausgefüllt und im gelochten Couvert versorgt?
Gelochtes Couvert und Stimmrechtsausweis im Antwortcouvert versorgt?
Ist der Stimmrechtsausweis unterschrieben?
Sicher?
Die vorbereiteten Wähler:innen bringen das Couvert bis am 3. März zur Post, respektive werfen es ein.
Die auf-den-letzten-Drücker-Wähler:innen spazieren mit dem Couvert am 8. März zur Urne.
Jeder Wahlkreis hat ein bis mehrere Stimmlokale, die am Abstimmungssonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet haben. Wo dein nächstes ist, steht auf der Webseite der Stadt. Schon fast festlich fühlt sich die Stimmabgabe im Stadthaus an. Dort ist die Urne tagsüber bereits am 6. und 7. März, und am Wahlsonntag selber von 7 bis 12 Uhr für alle offen.
Das war`s auch schon – bis zu den Kantonsratswahlen 2027.
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Aufgewachsen am linken Zürichseeufer, Master in Geschichte und Medienwissenschaft an der Universität Basel. Praktikum beim SRF Kassensturz, während dem Studium Journalistin bei der Zürichsee-Zeitung. Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem SNF-Forschungsprojekt zu Innovation im Lokaljournalismus. Seit 2021 Mitglied der Geschäftsleitung von We.Publish. Seit 2023 Redaktorin bei Tsüri.ch.