Wo kann ich mich engagieren?

Am Sonntag fand die letzte Veranstaltung des Fokusmonats Fluchtmigration in der Zentralwäscherei statt. Mit eigenem Stand konnten sich verschiedene Organisationen und Vereine, die sich im Migrationsbereich engagieren, am Mitmachmarkt vorstellen, sich vernetzen und neue motivierte Personen für die Organisation gewinnen.

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Beim Mitmachmarkt konnten sich die Organisationen und Vereine mit eigenem Stand vorstellen. (Quelle: Elio Donauer)

Hast du Lust, anzupacken und dich zu vernetzen? Im Raum Zürich gibt es viele Organisationen und Vereine, die sich im Migrationsbereich engagieren. Diese sind oft auf Spenden sowie den Einsatz von Freiwilligen angewiesen. Hier findest du einige Organisationen, die sich über Interessierte freuen.

Freiplatzaktion Zürich

Die Freiplatzaktion Zürich setzt sich für die Durchsetzung der Rechte von geflüchteten beziehungsweise migrierten Menschen und ihren Angehörigen ein. Sie bietet eine staatlich unabhängige Rechtsberatung an und trägt rechtliche Missstände in die Öffentlichkeit, organisiert Diskussionen und engagiert sich in lokalen und nationalen politischen Projekten. Die Freiplatzaktion versteht ihre Arbeit als aktivistische Rechtsarbeit.

Secondas Zürich

Secondas Zürich ist eine Diskussionsplattform für migrationspolitische Themen sowie ein parteiübergreifender Arbeitskreis für migrationspolitische Vorstösse und Initiativen. Schweizer:innen und Doppelbürger:innen sind bei ihnen ebenso willkommen wie Ausländer:innen. Dabei engagiert sich Secondas auf allen politischen Ebenen – Bund, Kanton und Geminde – um eine moderne und gerechte Migrations- und Integrationspolitik zu realisieren.

Autonome Schule Zürich

Die Autonome Schule Zürich (ASZ) versteht sich als ein Ort der Begegnung und des Austauschs, unabhängig von Herkunft, Religion oder Aufenthaltsstatus. Sie ist ein Projekt gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Das kollektiv organisierte und unabhängige Bildungsprojekt bietet kostenlose Kurse in verschiedenen Bereichen an, wie Sprache, Mathematik, Sport oder Computerkenntnisse. Das Angebot wird aktuell von 800 Personen genutzt. Wegen der grossen Nachfrage sucht die ASZ auch immer motivierte Kursleiter:innen. Diese organisieren ausserdem Filmabende und arbeiten mit Projekten im In- und Ausland zusammen.

Solinetz

Mit verschiedenen Projekten trägt das Solinetz zur Verbesserung der Lebensbedingungen von mehreren Hundert geflüchteten Menschen im Raum Zürich bei. Das Solinetz bietet mehrmals in der Woche Deutschkurse und Mittagessen an, besucht geflüchtete Menschen in Ausschaffungshaft oder in Nothilfeunterkünften, organisiert Wanderungen, vermitteln eins-zu-eins-Partnerschaften, organisiert Vorträge und vieles mehr.

Capacity

Capacity richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund und bietet Workshops, Schulungen und individuelle Mentoring-Programme an, um die Teilnehmenden in den Bereichen Unternehmensgründung, Geschäftsentwicklung und berufliche Integration zu unterstützen. Das Ziel von Capacity ist es, das unternehmerische Potenzial und die beruflichen Fähigkeiten der Teilnehmenden zu fördern, ihnen Netzwerkmöglichkeiten zu bieten und ihre Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt zu erleichtern.

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Die Organisationen werden durch den Einsatz von vielen Freiwilligen gestemmt. (Quelle: Elio Donauer)

Glocal Roots

Glocal Roots hat es sich zum Ziel genommen, Netzwerke und Strukturen zu bilden, die vertriebene Menschen darin unterstützen, resilient und wieder autonom zu werden. Mit dem Projekt Glocal Steps werden Menschen mit Fluchthintergrund beim Einstieg in den Schweizer Arbeitsmarkt mithilfe von Zweier-Tandems unterstützt.

Asyl-Organisation Zürich

Die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) bietet Tandemprogramme an, bei welchen Freiwillige und Geflüchtete über eine Dauer von mindestens sechs Monaten wöchentlich Zeit zusammen verbringen. Sie erkunden sie zusammen die Umgebung, gestalten die Freizeit oder erledigen administrative Aufgaben. Dabei geht es vor allem ums Freunde-Machen. Denn wer Freunde hat, fühlt sich zu Hause. Auch für Kinderspielnachmittage, Hausaufgabenhilfe oder Fussball für Erwachsene sucht die AOZ Freiwillige aus dem Quartier.

Sportegration

Sportegration stellt in verschiedenen Städten ein Sportangebot aus über 40 Kursen pro Woche zusammen. Denn Sport kennt keine Sprach- und Ländergrenzen. Auch Sprachkurse finden sich im Angebot. Das Angebot soll so niederschwellig wie möglich sein: Geflüchtete trainieren grundsätzlich kostenlos und Einheimische gegen einen symbolischen Spendenbeitrag. Über neue Trainer:innen freut sich Sportgeration, damit sich das Kursangebot ständig erweitern kann.

Rotes Kreuz

Das Rote Kreuz bietet eine Palette von Engagement-Möglichkeiten an. Zum Beispiel können geflüchtete Personen beim Erwerb der Deutschen Sprache und bei der Arbeits- oder Ausbildungssuche unterstützt werden. Im Tandem-Programm kann gemeinsam die Umgebung erkundet werden und Zeit verbracht werden. Ausserdem organisiert das Rote Kreuz verschiedene Aktivitäten für geflüchtete Personen und unterstützt Kinder bei den Hausaufgaben.

Verein ExpoTranskultur

Der Verein ExpoTranskultur widmet sich der Förderung des interkulturellen Dialogs und der kulturellen Vielfalt. Der Verein wurde gegründet, um den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zu unterstützen und dadurch ein besseres Verständnis und eine stärkere Gemeinschaft zu fördern. Zu den Aktivitäten von ExpoTranskultur gehören kulturelle Veranstaltungen, Workshops, Ausstellungen und Bildungsprojekte, die die Vielfalt der Kulturen sichtbar machen und den interkulturellen Austausch fördern sollen.

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An den Ständen konnte man sich mit Infomaterial eindecken. (Quelle: Elio Donauer)

Social Fabric

Social Fabric ist ein Community-Nähatelier. Die Macher:innen haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Fluchthintergrund Ausbildungsmöglichkeiten und soziale Inklusion zu bieten. Bei Social Fabric können die Teilnehmenden verschiedene Fähigkeiten im Bereich Textilhandwerk, Nähen und Design erlernen und anwenden. Nähen ist für das Team eine wichtige und effektive Methode, die lokale Community und Kultur mitgestalten zu können.

Accompagno

Accompagno macht die Komplementärtherapie und Alternativmedizin für Geflüchtete, Sans Papiers, Migrant:innen und andere Menschen, die in prekären finanziellen und sozialen Bedingungen leben, kostenlos zugänglich. Accompagno ermöglicht eine medizinische und therapeutische Begleitung und Unterstützung über die Grundversorgung hinaus. Im Verein engagieren sich Komplementärtherapeut:innen und Alternativmediziner:innen. Sie leisten unentgeltliche Arbeit in ihrer eigenen Praxis für die Menschen, welche sich an Accompagno wenden.

Caritas

Das Incluso-Programm der Caritas vermitteltJugendliche und Mentor:innen, die diese bei der Lehrstellensuche unterstützen. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund kann die Lehrstellensuche eine Herausforderung darstellen. Es braucht ein gutes Beziehungsnetz, Kenntnisse über das Schweizer Berufsbildungssystem und Vertrauen in die eigenen Stärken. Hier setzt Incluso an.

OFF Ort für Frauen

OFF Ort für Frauen ist ein geschützter Begegnungsort mit Tagesstruktur und niederschwelligen Angeboten für geflüchtete Frauen, Migrantinnen und ihre Kinder. Es wird Deutsch gelernt, zusammen gekocht, bei administrativen Aufgaben unterstützt oder zum Beispiel ein Museum besucht oder ein Ausflug gemacht.

Friends on Bikes

Friends on Bikes ist ein velobegeistertes Team, welches geflüchteten Menschen mit kostenlosen Velokursen zu mehr Mobilität in ihrer neuen Heimat verhelfen möchte. Die Kurse richten sich vor allem an erwachsene Fahranfänger:innen. Aber auch wer das Velofahren bereits beherrscht, sich im Strassenverkehr aber noch unsicher fühlt, ist herzlich willkommen. Über engagierte Velobegeisterte freut sich das Team. Der Kurs findet jeweils am Sonntagnachmittag statt.

Welcome to School

Welcome to School unterrichtet in sechs Klassen 96 Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchthintergrund. Die Schule will mittels Bildung und Kultur die Schüler:innen dabei unterstützen, in der Schweiz anzukommen und den Anschluss in einer weiterführenden Ausbildung oder den Übertritt in das Berufsleben zu vereinfachen. Das vollschulische Angebot deckt sämtliche schulischen Fächer ab.

Cuisines sans frontiers

Die Organisation nutzt die Kraft des Kochens und der Gastronomie, um Gemeinschaften in Krisen- und Konfliktgebieten zu unterstützen. Das Ziel von CSF ist es, durch gemeinsames Kochen und Essen Räume des Dialogs, der Verständigung und des Friedens zu schaffen. Diese Projekte bieten nicht nur Nahrungsmittelhilfe, sondern auch Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Gastronomie, wodurch die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Teilnehmenden gefördert wird.

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