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Kulturtipps: Das darfst du dieses Wochenende nicht verpassen

Zum internationalen Frauentag am 8. März finden nebst der Demonstration eine rituelle Performance und eine Führung im Landesmuseum statt. Ansonsten stehen die Jugendfilmtage und verschiedene Konzerte in der Agenda.

Hive
Pflichtprogramm: Im Hive tanzen und zwischendurch in der Gerold Chuchu stärken. (Bild: Mai Hubacher)

Frische Leckereien

Bei der Station Kronenstrasse im Kreis 6 hat diese Woche die Bäckerei Fyllo eröffnet. Wie sie auf Instagram schreibt, ist das Angebot griechisch geprägt: Neben Kaffee gibt es verschiedene griechische Kuchen und Gebäckspezialitäten. Das Opening fand bereits am 2. März statt.

Ab 4. März, geöffnet von 7 bis 17 Uhr

Talk über Recherche zu Rechtsextremismus

Dass Rechtsextremismus in der Schweiz nicht nur existiert, sondern auch gedeiht, wird in der öffentlichen Debatte gerne übersehen. Umso wichtiger sind Recherchen wie jene von «Correctiv Schweiz»: Das Team hat zur Gruppierung Junge Tat und einer Veranstaltung in Kloten recherchiert, an der zwei AfD-Abgeordnete eingeladen waren. Am Mittwoch erzählen die Journalist:innen in der Gessnerallee, wie sie vorgegangen sind und was sie herausgefunden haben.

4. März, 19.30 bis 21 Uhr, Gessnerallee

Performance über soziale Bewegungen

Viele Errungenschaften, die wir heute als selbstverständlich sehen, wurden durch soziale Bewegungen erkämpft. Bist du bereit, ihnen zu begegnen? Die rituelle Performance «Movements» in der Gessnerallee widmet sich den Kämpfen und Visionen dreier kultureller Pionier:innen: Zainab Lascandri, Musikerin und Wegbereiterin der weiblichen Rap-Szene in Zürich, Salma Said, feministische Künstlerin und Aktivistin, und Performer:in Steven Schoch, mit einer Geschichte verbunden mit Queer- und Apartheid-Kämpfen in Südafrika. Monika Truong + Accomplices ehren diese Lebenswege und die unsichtbare Arbeit von Familie, Freundinnen und Mentorinnen mit ritualisierten «Shout-Outs». Hier kannst du dir dein Ticket ergattern.

6. März, 20 Uhr, Kulturhaus Helferei

Geburtstag mitfeiern im Hive

An der Geroldstrasse 5 wird am Wochenende gefeiert. Denn der Club Hive, «das Opernhaus der elektronischen Musik», wie es Alexander Bücheli, Geschäftsführer der Zürcher Bar & Club Kommission, nennt, hat seinen 20. Geburtstag. Während Freitag bis Sonntag sorgen 65 Acts für Stimmung. Wenn du mitmachen willst, findest du hier die nötigen Informationen dazu.

Ab 6. März, 23.25 Uhr, Club Hive

Demo zum feministischen Kampftag

Am Sonntag ist der internationale Frauentag. Schon am Samstagnachmittag rufen feministische Kollektive unter dem Motto «Kapitalismus heisst Krieg» zur Demonstration auf. Wie im vergangenen Jahr könnte sie auch diesmal ohne Bewilligung stattfinden.

FLINTA – Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans* und agender Personen – ziehen gemeinsam durch Zürich. Sie zeigen Solidarität über Grenzen hinweg, feiern die Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung und machen deutlich, dass sie Gewalt, Unterdrückung und patriarchale Strukturen nicht hinnehmen. Laut, sichtbar und entschlossen setzen sie ein Zeichen für Gleichberechtigung und Zusammenhalt.

7. März, 13.30 Uhr, Paradeplatz

Doppelkonzert und Plattentaufe

Im Bogen F bekommst du am Samstagabend gleich doppeltes Musikvergnügen. Dann nämlich spielen Nola Kin und Pina Palau auf der Bühne. Nola Kin ist das Soloprojekt der Zürcherin Carla Fellinger. Ihre Songs verbinden R&B, Roots-Rock, Indie-Pop und Blues zu einer atmosphärischen Mischung, die Sehnsucht, Verletzlichkeit und Hoffnung spürbar machen.

Pina Palau mischt Indie-Rock, Folk und Alt-Country. Ihre neue und bereits dritte Platte «You Better Get Used To It» zeigt Refrains mit Ohrwurmpotenzial, pedal-steel-romantische Gitarren und kernigen Gesang, der zwischen Herzschmerz und Humor pendelt.

Die Türen für das Doppelkonzert inklusive Plattentaufe öffnen um 19.15 Uhr. Für 38 Franken bekommst du ein Ticket.

7. März, 20.30 Uhr, Bogen F

Führung am internationalen Frauentag

Am internationalen Frauentag organisiert das Landesmuseum eine Führung zur Geschichte der Frauen in der Schweiz. Warum war der Weg bis zur Einführung des Frauenstimmrechts 1971 so steinig und was hat sich seitdem verändert? Die Führung beleuchtet historische Hintergründe, ordnet die aktuelle Situation ein und wagt einen Blick in die Zukunft. Vor allem Männern zu empfehlen!

8. März, 13.30 bis14.30 Uhr, Landesmuseum Zürich

Sonntag ist Flohmi-Tag

In der Zentralwäscherei ist am Sonntag Flohmi angesagt. Von Kleidung über Pflanzen, Drucke, Lampen und Schallplatten bis hin zu handgefertigten Kreationen, Schmuck und Büchern gibt es alles – oder du verkaufst selbst. Laut Website werden keine festen Plätze vorab vergeben: Die Teilnehmenden wählen frei, wo und wie sie sich im Raum einrichten. Wer verkaufen möchte, muss sich im Voraus anmelden und kann eine Stunde vor Beginn aufbauen.

8. März, 14 bis 18 Uhr, Zentralwäscherei

Megaloh im Exil

Und dann tritt am Sonntag noch der Berliner Rapper Megaloh im Exil auf. Seit rund 20 Jahren prägt er die Rapszene, stets fernab vom Kommerz. Letzten Herbst veröffentlichte er sein sechstes Album, das mit ausgeklügelten Lines und markantem Flow auf sich aufmerksam machte. In Zürich macht er nun im Rahmen der «Schwarzer Lotus Tour 26» Halt, Support kommt vom Rapper Ansu.

8. März, 20 Uhr, Exil

Schweizer Literatur im Theater Neumarkt sehen

Am Montag kommt ein Klassiker der Schweizer Literatur ins Theater Neumarkt. Das Stück «Holozän» basiert auf dem kurzen Text «Der Mensch erscheint im Holozän» von Max Frisch und wird vom Schauspieler Martin Butzke solo auf die Bühne gebracht. Es geht um unser Verhältnis zur Natur und die Angst davor zu vergessen und vergessen zu werden. Wer für Montag keine Tickets mehr findet: Das Stück läuft von Mittwoch bis Samstag jeden Tag.

9. März, 19.30 Uhr, Theater Neumarkt

Die kreative Vielfalt von Frauen feiern

Der International Women’s* Month in der Flux Bar feiert einen Monat lang die kreative Vielfalt von Frauen. Das interdisziplinäre Festival vereint rund 80 Künstlerinnen mit Workshops, DJ-Sets, Live-Konzerten, Panels und Einblicken in die Visual Arts. Zu den Höhepunkten zählen Pillow Sundays, die Workshops mit nuke/bo.y, Raves wie Acid Angels & Solaris Sisters sowie Panels zu Frauenfussball und Feminismus. Mit dem Festivalpass erhältst du Zugang zu allen Veranstaltungen. Hier findest du das vollständige Programm.

Bis am 31. März, Flux Zürich, G27, Hairsalon Mcconnell, Zwischennutzung Hohlstrasse 48

Café Boy Genossenschaft Kreis 4 Restaurant
Seit 1934 gehört das Café Boy zum Kreis 4. (Bild: Nina Graf)

News: Betreiber:innen geben Café Boy ab

Nach zehn Monaten wechseln beim Café Boy im Kreis 4 die Betreiber:innen. Ein erfahrenes Gastronomie-Kollektiv hatte das Traditionslokal im Mai übernommen, doch von Anfang an lief es nicht wie erhofft, erklären diese. Zwischen den Hotspots Lochergut und Bullingerplatz ging die Laufkundschaft zurück, zusätzlich sorgte eine Grossbaustelle in der Nachbarschaft für Probleme: Nur wenige Wochen nach der Neueröffnung startete der Abriss von fünf Gebäuden in der angrenzenden Kochstrasse. Der Baulärm habe es verunmöglicht, draussen zu sitzen. «Einen Sommer mit dieser Baustelle trauen wir uns nicht noch einmal», sagen die Betreiber:innen.

News: Die Bar Lupo muss schliessen

Die Bar Lupo bei der Kalkbreite muss per Oktober ausziehen. Das kommunizierten die Betreiber zuerst via Instagram, bevor es Ende letzte Woche der Tages-Anzeiger aufgriff. Grund für das Aus ist eine geplante Kernsanierung durch die Eigentümerschaft, die Anlagestiftung Swiss Finance and Property Group (SFP). Sie will die Parzellen an der Badenerstrasse 153 und 155 sowie an der Körnerstrasse 10 zu einem Ersatzneubau zusammenführen. Betroffen davon ist auch der Momo-Take-away sowie der Vintageladen «love at the bus stop» (Tsüri.ch berichtete).

News: Open Call

Vor dem Zollhaus Richtung Bahnhof liegt eine kleine Brache, der «Wilde Platz». Der Mini-Park mit Stufen zum Sitzen und einem kleinen Garten dient als Treffpunkt und Veranstaltungsort, etwa für Flohmärkte oder Workshops. Zuletzt machte dort das Projekt «Billboard» mit feministischen Kurzsätzen auf sich aufmerksam, die vom Zug aus sichtbar sind. Nun sucht der Verein neue Ideen für die Gestaltung und hat dafür einen Open Call lanciert.

Bijoux der Woche: Suizidalität aus der Sicht eines Angehörigen

Dieser Tipp ist kein glänzendes Event-Highlight – aber er ist wichtig. Sehr sogar. Denn nächsten Dienstag steht das Thema Suizid im Mittelpunkt. Die Veranstaltung läuft im Rahmen der Gesprächsreihe «Gestört erzählt», organisiert von uns, Tsüri.ch, und unterstützt von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich sowie vom Migros-Kulturprozent.

Die Reihe bietet einen offenen Raum für ehrliche Gespräche über psychische Krisen – mitten in der Gesellschaft, nicht im Verborgenen. Psychotherapeut Matthias Boss spricht mit Menschen, die persönliche Erfahrungen teilen. Im Fokus stehen dabei die Geschichten, Gefühle und Gedanken der Betroffenen. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, Verständnis zu fördern und Tabus zu durchbrechen.

J.J. wird ebenfalls dabei sein. Als junger Erwachsener verlor er seinen Vater durch Suizid. Mit Unterstützung von Psychotherapie fand er Schritt für Schritt einen Weg, mit diesem Verlust umzugehen. In der Veranstaltung teilt er, wie sich seine Beziehung zu Tod, Vater und dem Unbegreiflichen verändert hat – und warum es wichtig ist, darüber zu sprechen, auch wenn es keine einfachen Antworten gibt.

Hier findest du mehr Informationen zur Veranstaltung.

10. März, 19 Uhr, Karl der Grosse

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jenny

Bachelorstudium der Psychologie an der Universität Zürich und Masterstudium in politischer Kommunikation an der Universität von Amsterdam. Einstieg in den Journalismus als Redaktionspraktikantin bei Tsüri.ch. Danach folgten Praktika bei der SRF Rundschau und dem Beobachter, anschliessend ein einjähriges Volontariat bei der Neuen Zürcher Zeitung. Nach einigen Monaten als freie Journalistin für den Beobachter und die «Zeitung» der Gessnerallee seit 2025 als Redaktorin zurück bei Tsüri.ch.

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