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Earl Sweatshirt rappt in der Roten und das Gamper feiert Geburtstag

Der Februar startet fulminant: Am Freitag stehen zwei Konzerte an. Die, die lieber zuschauen als zuhören, kommen im Migros Museum für Gegenwartskunst auf ihre Kosten.

Eine Person formt mit ihren Händen ein Herz, während sie einem Konzert lauscht
Am Freitag treten gleich zwei grosse Acts auf. (Bild: Unsplash / Anthony Delanoix)

Fotoausstellung im Kongresshaus

Von Freitag bis Dienstag dreht sich im Kongresshaus Zürich wieder alles um die Fotografie: Die Photo Schweiz versammelt auf zwei Stockwerken Werke von rund 250 etablierten und aufstrebenden Fotograf:innen. Ausgewählt von Lead-Kurator Daniel Bolliger. Für ihn müssen Fotos Geschichten erzählen, Emotionen wecken und «schnell lesbar» sein, erklärte er letztes Jahr im Interview mit Redaktorin Nina Graf. Warum Fotografie für viele auch eine Form von Therapie ist und wie Bilder, die berühren, ihre Kraft entfalten, liest du hier. Mehr Infos zur Veranstaltung und Tickets gibt’s online.

🗓️ 6. bis 10. Februar, 11 bis 20 Uhr, Kongresshaus

Earl Sweatshirt in der Roten

Am Freitag tritt in der Roten Fabrik eine ziemlich grosse Nummer des US-Raps auf: Earl Sweatshirt. Bekannt für seine dichte, unverblümte Sprache, verzichtet er auf Glanz, Tamtam und Chartplatzierungen. Stattdessen erzählt er von kleinen Bühnen und grossen Momenten des Alltags – live aus seinem neuen Album Live Laugh Love. Tickets sind noch verfügbar.

🗓️ 6. Februar, 20 Uhr, Rote Fabrik, Aktionshalle

Rémi.fr im Exil

Ebenfalls am Freitag spielt «rémi.fr» im Exil, es ist die einzige Show in der Schweiz. Nach der ausverkauften Headliner-Tour 2024 legt er nun nach und geht erneut auf Tour. Gerade einmal 22 Jahre alt, begeistert der deutschsprachige Musiker auf Spotify über 138’000 Hörer:innen pro Monat. Sein Sound wird als Mix zwischen Bossa Nova, französischer Nonchalance und sächsischem Charme beschrieben, und das wird seinem wohl bekanntesten Track «Bossa Nova Bounce» ziemlich gerecht. Support gibt es von «Julie & MAS», Einlass ist um 19 Uhr, die Tickets kosten 33 Franken. Mehr Infos gibt es hier oder auf seiner ziemlich lustigen Website.

🗓️ 6. Februar, 19.30 Uhr, Exil Club

Maskenball zu Klezmer-Musik

Etwas weniger vornehm als bei Bridgerton, dafür mindestens genauso verrückt. «Cheibe Balagan» lädt zum Maskenball ein. Ziehe dein Lieblingskostüm an, bemale dein Gesicht und feiere ordentlich mit. Mit deinem Ticket ab 20 Franken unterstützt du die Klezmer-Band «Cheibe Balagan», die Bestellbestätigung gilt als Eintritt. Die Türen im Restaurant Weisser Wind öffnen sich um 20 Uhr, danach spielt die Band und DJette Baranka legt auf. Wer keine Verkleidung hat: An der Abendkasse gibt es ein paar Notfallmasken.

🗓️ 7. Feburar, 20 Uhr, Oberdorfstrasse 20

Filmausstellung und Kunst-Detektiv:innen

Im Migros Museum für Gegenwartskunst laufen ab Samstag rund 50 Filmarbeiten, die Widerstand, sozialen Kampf und kollektive Selbstorganisation verhandeln. «Disobedience Archive (Canopy for Broken Time)», initiiert von Marco Scotini und weitergeführt mit dem Raqs Media Collective, zeigt gesellschaftliche Veränderung und lädt zum Mit- und Weiterdenken ein. Und nachdem sich die Grossen durch das Archiv geschaut haben, können die Kleinen im Alter von 8 bis 12 Jahren mit Rätselheft in die Rolle von Kunstdetektiv:innen schlüpfen, Aufgaben lösen, Geschichten erfinden – und die Ausstellung spielerisch erkunden. Die Eintritte sind kostenlos.

🗓️ 7. Februar, 11 bis 18 Uhr, Limmatstrasse 270

Durchtanzen im Kauz

Der Januar ist nach gefühlten 53 Tagen endlich vorbei – Zeit, den ersten Jahresschock auszutanzen. Das kannst du im Kauz und zwar durchgehend von Samstag bis Montag früh. An der Neverending Nachti im Kauz sorgen Künstler:innen wie 50PHIE, Karete Bu, Lindos XP, DJ Carpet Crawler 3000 und 25 weitere Acts dafür, dass du problemlos durchfeiern kannst. Infos und Tickets in verschiedenen Kategorien gibt es hier.

🗓️ Ab 7. Februar, 14 Uhr, Kauz

Mahnende Worte im Museum für Gestaltung

Noch bis Ende der Woche kannst du im Museum für Gestaltung den Mahnfinger fürs Auge abholen. Die Ausstellung «Gib acht! Plakative Appelle» zeigt Plakate von den 1920er-Jahren bis heute, die Verhaltensregeln und Appelle zu Respekt und Solidarität vermitteln – von frühen Mahnplakaten bis zu den Corona-Zeit-Botschaften. Die Ausstellung zeigt internationale Werke und beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die Rolle des Staates. Mehr Informationen.

🗓️ Bis 8. Februar, Pfingstweidstrasse 96

Geburifest im Gamper

Das Restaurant Gamper im Kreis 4 feiert am Sonntag sein zehnjähriges Bestehen. Mit 16 Gault-Millau-Punkten zählt es zu den Top-Adressen Zürichs und überzeugt mit Kreativität, Sympathie und saisonalen Gerichten, die eng mit lokalen Lieferant:innen abgestimmt sind. Küchenchef Marius Frehner, seit vielen Jahren Inhaber und Herz des Hauses, kocht, wie er kocht, «weil ich es geil finde». Wer Lust auf feines Essen in persönlicher Atmosphäre hat, sollte unbedingt vorbeischauen.

🗓️ 8. Februar, 12 Uhr, Dienerstrasse 75.

Frischer Kaffee im Kreis 3

An der Gertrudstrasse 22 im Kreis 3 hat ein neues Kaffeelokal eröffnet: das Mame Gertrud. Hier wird Kaffee in all seinen Facetten zelebriert, ob schokoladig, fruchtig oder floral. Online wird das Lokal als «absolutes Muss für alle Kaffeeliebhaber:innen» gefeiert. Hinter Mame stehen Emi Fukahori und Mathieu Theis, beide Schweizermeister:innen, Fukahori zudem Weltmeisterin im Brewers Cup. Seit 2016 aktiv, rösten sie ihre Bohnen seit 2020 selbst. Mit dem Standort an der Gertrudstrasse eröffnet Mame das vierte Café in Zürich – nach der Josefstrasse, dem Seefeld und der Uetlibergstrasse.

Romy Schneider im Neumarkt

Im Theater Neumarkt läuft seit gestern «Und dann Romy Schneider» inszeniert von Manon Krüttli. Neun Mitglieder des «Ensemblö» verwandeln Guillaume Poix’ dichtes Stück in 63 Monologe, aufgeteilt in zwei Episoden. Episode 1 zeigt Romy als Projektionsfläche männlicher Erwartungen – alle ihre 63 Filme inszenierten Männer. Episode 2 handelt von Romy als der «ewigen Sissi». Beide Versionen funktionieren für sich und ermöglichen einen neuen Blick auf die widersprüchliche Ikone. Jede Episode dauert 100 Minuten, der Director’s Cut zwischen drei und vier Stunden. Hier geht’s zum Spielplan und den Tickets für die jeweilige Episode.

Ramen an der Sihl

Im Sihlpavillon zwischen Stauffacher und HB wird seit Montag geschlürft: Riki Ramen Bā hat eröffnet. Das Restaurant setzte sich gegen 38 Bewerbungen durch, nachdem die Stadt Zürich den Standort im Sommer 2025 für eine fünfjährige Neuvermietung ausgeschrieben hatte. Vor Ort kannst du zusehen, wie frische Nudeln und japanische Tapas wie Karaage, Gyoza, Agedashi Tofu, Ikapiri zubereitet werden. Reservierungen gibt es nicht, einfach vorbeigehen. Und wer keinen Platz findet, bestellt die Speisen zum Mitnehmen.

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jenny

Bachelorstudium der Psychologie an der Universität Zürich und Masterstudium in politischer Kommunikation an der Universität von Amsterdam. Einstieg in den Journalismus als Redaktionspraktikantin bei Tsüri.ch. Danach folgten Praktika bei der SRF Rundschau und dem Beobachter, anschliessend ein einjähriges Volontariat bei der Neuen Zürcher Zeitung. Nach einigen Monaten als freie Journalistin für den Beobachter und die «Zeitung» der Gessnerallee seit 2025 als Redaktorin zurück bei Tsüri.ch.

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