Tsüritipp

Wochenendtipps: Preisgekrönter Dokfilm oder neue Lyrikreihe im Literaturhaus

Das Wochenende hält vieles bereit: Eindrückliche Bilder aus dem Dokumentarfilm «Vracht» kommen auf die Leinwand, es wird über die Rüstungsindustrie und Palästina-Aktivismus diskutiert – und natürlich auch gefeiert.

Szene aus Vracht
Der Dokumentarfilm «Vracht» wurde 2025 mit dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnet. Die Macher:innen sind nun im Xenix zu Gast. (Bild: Dynamic Frame)

Podium: Zürich als Rüstungsstandort

Google, Microsoft, Palantir, Anthropic. Die bekannten Tech-Firmen eint, dass sie sich zunehmend im militärischen Bereich engagieren. Wird Zürich von der Bankenstadt zum Tech-Rüstungsstandort? Darüber diskutieren am Mittwochabend Journalist:innen des Recherchekollektivs WAV, der Republik und eingeladene Expert:innen in der Gessnerallee. Einzelne Tickets gibt es noch an der Abendkasse.

🗓️ 11. Februar, 19.30 bis 21 Uhr, Gessnerallee

Theater «Schwuler Lehrer!»

Wir erinnern uns: Vor zwei Jahren sorgte ein Fall in Pfäffikon für Schlagzeilen. Ein homosexueller Lehrer sollte Sexualkunde unterrichten, konservative Eltern wehrten sich, der Lehrer wurde entlassen. Diese Geschichte, die aus einem anderen Jahrhundert stammen könnte, kommt nun im Theater Neumarkt auf die Bühne. Die Premiere ist zwar erst am 23. Februar, doch bereits am Mittwoch gibt es eine öffentliche Probe. Der Eintritt ist kostenlos.

🗓️ 11. Februar, 19 Uhr, Theater Neumarkt

Lyrikreihe macht Halt im Literaturhaus

Eine neue Lyrikreihe namens «Die Wanne» tourt durch die Schweiz und startet am Donnerstag im Zürcher Literaturhaus. Im Fokus stehen sprachliche Gewalterfahrungen und die Macht der Sprache, wie es im Beschrieb heisst. Und weiter: «Angesichts zunehmender Polarisierung, Sprachverrohung und Silodenken braucht die Gegenwart die Lyrik.» Mit dabei sind die Autor:innen Ariane Koch, Jennifer Eckert, Laura Leupi und Yevgeniy Breyger. Moderiert wird der Abend von Eric Ehrhardt.

🗓️ 12. Februar, 19.30 Uhr, Literaturhaus Zürich

«Vracht»-Macher:innen im Xenix

Der Zürcher Filmpreis 2025 in der Kategorie Dokumentarfilm ging an «Vracht». Der Film begleitet einen jungen Matrosen in der Containerschifffahrt, der davon träumt, eines Tages selbst Kapitän zu werden. Regisseur Max Carlo Kohal und Kameramann Lukas Gut sind am Donnerstag im Xenix zu Gast. Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film, zudem geben sie Einblick in ihre dreijährigen Dreharbeiten.

🗓️ 12. Februar, 18.30 Uhr, Xenix Zürich

Experimenteller Raum zu Narrenfiguren

Am Freitagmorgen wird das Musée Visionnaire in der Zürcher Altstadt zu einem experimentellen Raum «zwischen Bewegung, Text und Reflexion». In Kollaboration mit dem Tanzhaus organisiert das Kleinmuseum einen Workshop über Narrenfiguren und ihr Potenzial. «Ausgehend vom Strassenphilosophen Emil Manser lassen wir uns inspirieren und erforschen die Figur des Narren in körperlichen wie auch schriftlichen Interventionen», heisst es in der Ankündigung. Hier geht’s zur Anmeldung

🗓️ 13. Februar, 9 bis 11 Uhr, Musée Visionnaire

Aktivist:innen der Sumud-Flotilla in der ZW

Am Freitagabend sind in der Zentralwäscherei drei Aktivist:innen zu Gast, die Teil der Sumud-Flotilla waren, einem Konvoi von über 50 zivilen Schiffen aus 44 Ländern auf dem Weg nach Gaza. Im vergangenen Herbst wurde die Flotilla von der israelischen Armee in internationalen Gewässern abgefangen. Die Aktivist:innen Vanni Bianconi, Tabea Zaugg und Mehmet Türkkan berichten von ihren Erfahrungen und sprechen darüber, wie Solidarität im Alltag in konkrete Taten umgesetzt werden kann.

🗓️ 13. Februar, ab 19 bis 21 Uhr, Zentralwäscherei

«Thronfolge» im Volkshaus

Die Ausgabe am Freitag ist bereits ausverkauft, für Samstag wurde deshalb eine Zusatzshow der Live-Ausgabe des Podcasts «Thronfolge» angesetzt. Die beiden Hosts Karin Bearpark und Dara Masi stehen derzeit stark im Fokus der Schweizer Podcastszene, sind nun im Volkshaus zu Gast und sprechen offen und schamlos über alles, was das Leben ihnen vor die Füsse wirft. 

🗓️ 14. Februar, ab 20 bis 22.30 Uhr, Volkshaus Zürich

Pop-up-Closing an der Schützengasse

Am Samstagabend schliesst das OKOK, ein Pop-up an der Schützengasse 4, das sich speziell auf Musik und Wein fokussiert. Es stehen ein Konzert und verschiedene DJ-Sets in schummriger Atomsphäre an. Wer den Vibe des Vergänglichen sucht, hat hier eine gute Gelegenheit.

🗓️ 14. Februar, OKOK Temporary Space, Schützengasse 4

Belarussische Rockband im Plaza

Am Montagabend tritt im Plaza die belarussische Rockband Lyapis Trubetskoy auf. Die Band positionierte sich wiederholt gegen die autoritäre Führung unter Lukaschenko und gegen das Putin-Regime. Wegen ihrer politischen Haltung darf sie in Belarus nicht mehr auftreten. Mit Konzerten und Musik unterstützt sie humanitäre Projekte in der Ukraine.

🗓️ 16. Februar, ab 20 Uhr im Plaza Zürich

GDS-Awards und Voting

Die GDS-Awards des Radiosenders «Gegen den Strom» sind zurück. Am Samstag, 21. Februar, findet im Baby Angel bereits die Verleihung statt. Zuvor wird jedoch noch entschieden, wer überhaupt prämiert wird. Dabei kannst du mitbestimmen: Die Musikredaktion von GDS.FM hat eine Vorauswahl getroffen, du kannst hier deine Stimme abgeben.

Schickeria gastiert im Gonzo

Die Schickeria an der Langstrasse, gleich gegenüber der Oléolé Bar, ist Geschichte. Wegen einer Gebäudesanierung musste das Lokal Ende Jahr schliessen. Nun kündigt die Schicki an, «auf Tour» zu gehen. Will heissen: Das Team organisiert Partys in anderen Venues. Die erste steigt am 20. Februar im Gonzo Club. Mehr Infos findest du hier.

Ohne Deine Unterstützung geht es nicht.

Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Dies unterscheidet uns von anderen Medien. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Alle Schwerpunkte, Berichte und Hintergründe stellen wir dabei frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade jetzt müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Was uns noch unterscheidet: unsere Leser:innen. Sie müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Mittlerweile sind 3000 Menschen dabei und ermöglichen damit den Tsüri-Blick aufs Geschehen in unserer Stadt. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 3500 – und mit deiner Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für Tsüri.ch und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 8 Franken bist du dabei!

Jetzt unterstützen!
tracking pixel

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare