ZKB erzielt Rekordgewinn von 1,4 Milliarden Franken
Die Zürcher Kantonalbank erwirtschaftet einen Jahresrekord. Das wachsende Eigenkapital fliesst trotzdem nicht etwa in günstigen Wohnraum, sondern in die Reserven.
Eingerahmt von zwei opulenten orangenen Blumengestecken steht Urs Baumann, CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB), am Freitagmorgen vor den Medienschaffenden und verkündet die frohe Botschaft: 2025 war ein «sehr erfolgreiches Jahr» mit einem «sehr erfolgreichen Jahresergebnis».
Und das ist noch eine Untertreibung. 1,4 Milliarden Franken Reingewinn hat die Bank 2025 erzielt – ein neuer Rekord.
Die ZKB schliesst 2025 ausserdem mit 30’000 Neukund:innen und 14 Milliarden Franken Neugeld ab.
CEO Baumann erklärt diesen Jahresabschluss an der Bilanzmedienkonferenz unter anderem mit einer «hervorragenden operativen Performance».
Ein weiterer Grund wäre der Niedergang der Credit Suisse 2023.
Zur Einordnung der diesjährigen Gewinnsumme: Die 1,4 Milliarden Franken sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr und satte 140 Prozent mehr als 2014.
Für Finanzjournalist Beat Schmid ein Zeichen dafür, «dass die ZKB eine der grossen Profiteurinnen des Verschwindens der Credit Suisse ist».
ZKB schwimmt im Eigenkapital
Und obwohl auch die Eigentümer:innen – Kanton und Gemeinden – mit 581 Millionen Franken von dem Geschäftsjahr profitieren, bleibt immer noch ordentlich etwas übrig.
Mit dem Rekordjahr erhöhte sich das Eigenkapital der ZKB um fast eine Milliarde Franken auf 15,7 Milliarden Franken. Damit weist die ZKB eine «harte Kernkapitalquote» von 21,2 Prozent auf – also mehr als das Zweifache der 9,5 Prozent, die Finma und Bundesrat fordern.
Wohin also mit dem Geld? Denn der Zweck der Kantonalbanken in der Schweiz besteht nicht etwa darin, möglichst hohe Gewinne zu erzielen, sondern darin, im Kanton die Finanzstabilität zu gewährleisten und ausserdem die Bevölkerung und KMUs zu unterstützen. Dafür gibt es auch eine Staatsgarantie.
Wenn die ZKB den Rekordgewinn im Sinne der Bevölkerung verwenden will, bieten sich diverse Anwendungen an. Etwa in Form einer offensiven Startup-Finanzierung oder einer Kreditvergabe zu attraktiven Zinsen etwas für das lokale Wirtschaftswachstum. Hier betont CEO Baumann das Kreditengagement an Firmen von rund 41 Milliarden Franken, das zu 80 Prozent im Wirtschaftsraum Zürich angefallen sei.
Oder die Bank könnte etwa bei der Finanzierung von Wohnungen zu einem tragbaren Zins Hand bieten, gegen ausufernde Neumieten. Denn die ZKB spielt als Finanzierungs- und Förderpartnerin eine zentrale Rolle auf dem Zürcher Wohnungsmarkt.
Gemäss Finanzchef Martin Brandenhewer ist die ZKB bereits heute die Nummer eins bei der Finanzierung von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. Diese hätten die Möglichkeit einer Zinsvergünstigung.
Beim Wohnungsmarkt, dem aktuellen grössten Zürcher Pressure Point noch mehr nachzulegen, etwa den Rekordgewinn nun den Gemeinnützigen via bessere Konditionen zurückzugeben, mache keinen Sinn, sagt Brandenhewer. Da führe der richtige Weg weiterhin über den Kanton.
Die ZKB plant darum auch trotz Rekordjahr keine Kapitalrückgabe. Als öffentliche Bank sei Sicherheit der zentralste Faktor –garantiert wird die wiederum vom Kanton. Das Geld bleibt also auf der Bank und wird, wenn es so weitergeht, dort weiter wachsen.
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Aufgewachsen am linken Zürichseeufer, Master in Geschichte und Medienwissenschaft an der Universität Basel. Praktikum beim SRF Kassensturz, während dem Studium Journalistin bei der Zürichsee-Zeitung. Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem SNF-Forschungsprojekt zu Innovation im Lokaljournalismus. Seit 2021 Mitglied der Geschäftsleitung von We.Publish. Seit 2023 Redaktorin bei Tsüri.ch.