Veganismus-Kolumne: Ein Hoch auf Tofu

Um Tofu ranken viele Vorurteile und falsche Informationen. Dabei ist er mehr, als nur eine Fleischalternative – eine Hommage an den Tofu.

Mood image for Veganismus-Kolumne: Ein Hoch auf Tofu
Foto: Stephen Downes

Die meisten haben wohl schon mal Tofu gegessen. Man trifft ihn ja inzwischen überall an (im Laden oft in der Veggie oder Convenience Ecke beim Fleisch). Nur: Viele können überhaupt nichts damit anfangen. Obwohl Tofu seinen Ursprung in Asien nicht als Fleischersatz, sondern als eigenständiges Lebensmittel hat, war er hierzulande lange verpönt. Nach der ersten BTE (Bad Tofu Experience) schwört man dem Bohnenquark in der Regel für immer ab. Die BTE liegt jedoch nicht am Tofu, sondern weil viele einfach keinen Schimmer haben, wie man ihn richtig zubereitet. Ich gehörte lange dazu. Auch heute sind meine Fähigkeiten Tofu genial zuzubereiten noch ausbaufähig. Aber in der Theorie weiss ich inzwischen einiges mehr darüber.

Mit Natur-Tofu ist es oft wie mit Mehl: Ein grossartiges Produkt, pur essen will man es dennoch nicht.

Worauf es ankommt

Was ich schnell gelernt habe: Je nachdem, wo man Natur-Tofu kauft, gibt es grosse Unterschiede. In Asia Läden kommt Tofu einem genussvollen Lebensmittel wohl am nächsten. Ansonsten hat er oft einen Nebengeschmack, der an Karton erinnert. Jedoch ist es immer auch eine Frage der anschliessenden Zubereitung. Selbst Karton-Tofu kann als Geschmacksträger dienen, wenn er richtig gehandhabt wird. Denn mit Natur-Tofu ist es oft wie mit Mehl: Ein grossartiges Produkt, pur essen will man es dennoch nicht. Aber was tun, mit diesem matschigen Block?

Tofu ABC

Tofu ist nicht nur eine gute Proteinquelle, er ist auch vielseitig nutzbar. Trocken getupft, lässt er sich marinieren, panieren und/oder frittieren. Und das sollte man unbedingt tun! Zusammen mit anderen Zutaten und einer guten Sauce wird das Menü perfekt. Aber wie gesagt, ich nehme das manchmal auch nicht so ernst und durchlebe erneut eine BTE. Was jedoch immer gelingt, ist Rührtofu. Angebraten und mit Kala Namak (Rauchsalz) und einer Prise Kurkuma abgeschmeckt, zusammen mit Cherrytomaten und Schnittlauch: eine solide Rührei Alternative.

Jetzt gibt es aber auch noch Räucher- und Seidentofu. Ersteren finde ich (je nach Marke) inzwischen auch zum einfach so essen gut. Richtig genial wird er aber klein geschnitten und scharf angebraten. So erinnert er an Speckwürfel. Einer veganen Carbonara steht nichts mehr im Wege. Seidentofu passt hingegen nicht nur in die Misosuppe. Kürzlich haben wir auf Instagram ein Cheesecake Rezept mit Seidentofu gepostet. Daraufhin haben Hinz und Kunz das Ding getestet und siehe da: Alle fanden ihn genial.

<div style="background-color:#3dafe8;color:white;font-weight:bold;padding:10px"> Laura Lombardini</div> <div style="font-size:18px;padding:10px;background-color:#dddddd"> Laura Lombardini (33 Jahre alt) ist seit 2018 Geschäftsführerin der Veganen Gesellschaft Schweiz und lebt seit über 5 Jahren vegan. In ihrer Kolumne wird es um veganen Lifestyle gehen. Sie beschreibt dabei wie es um den Veganismus in der Schweiz steht und wie der Verein diesen fördert. </div>

__html

Für Soja wird Regenwald abgeholzt

Die Rodungen in Brasilien nehmen weiter zu. Auch Corona konnte daran nichts ändern – im Gegenteil. Es wird vermutet, dass aufgrund weniger Kontrollen sogar noch mehr Flächen ungehindert gerodet worden sind. Die Wälder bieten Heimat für indigene Völker und unzählige Tier- und Pflanzenarten. Ausserdem sind sie ausgezeichnete CO2 Speicher. Tatsächlich wird Regenwald auch für den Soja-Anbau gerodet. Was aber vielen nicht klar ist: Nicht etwa für den Seidentofu im Cheesecake wird das Soja angebaut, sondern als Nahrung für «Nutztiere». Auch die Schweiz importiert Kraftfutter und ist damit mitverantwortlich an diesem Geschehen. Soja (-erzeugnisse) für den Direktkonsum stammt hingegen meist aus europäischem Bioanbau, wie beispielsweise aus Italien und Österreich, manchmal sogar aus der Schweiz. Das macht den Tofu doch gleich noch sympathischer. Und die Lust auf den nächsten Seidentofu Cheesecake noch grösser.

PS: Oft wird behauptet, dass die im Soja enthaltenen Phytoöstrogene negativen Einfluss auf unseren Hormonhaushalt hätten. Das ist so nicht korrekt. Selbst wenn: Für solche Effekte müssten immense Mengen Soja konsumiert werden. Und so viel Seidentofu Cheesecake am Tag kann nicht mal ich essen.

<div style="background-color:#3dafe8;color:white;font-weight:bold;padding:10px"> Die Kolumnen auf Tsüri</div> <div style="font-size:18px;padding:10px;background-color:#dddddd"> Jeden Samstag erscheint mindestens eine neue Kolumne, manchmal sogar zwei. Damit wollen wir dir Einblicke in andere Leben geben, dich inspirieren, anregen und vielleicht auch mal aufregen. Unsere Kolumnist*innen diskutieren gerne mit dir in den Kommentaren. Seid lieb! <br/> <br/> – Die Feminismus-Kolumne von <a href="https://tsri.ch/zh/?author=3903"target="_blank">Pascale Niederer</a> & <a href="https://tsri.ch/zh/?author=3737"target="_blank">Laila Gutknecht</a> Co-Gründerinnen von «das da unten». <br/> – Die Collaboration-Booster-Kolumne von <a href="https://tsri.ch/zh/?author=1950"target="_blank">Nadja Schnetzler</a>, Co-Gründerin von Generation Purpose. <br/> – Die Papi-Kolumne von <a href="https://tsri.ch/zh/?author=99"target="_blank">Antoine Schnegg</a>, Co-Gründer seines Kindes. <br/> – Die Sans-Papiers-Kolumne von <a href="https://tsri.ch/zh/?author=3532"target="_blank">Licett Valverde</a>, frühere Sans-Papiers. <br/> – Die Food-Kolumne von <a href="https://tsri.ch/zh/?author=1670"target="_blank">Cathrin Michael</a>, Food-Bloggerin. <br/> – Die Veganismus-Kolumne von <a href="https://tsri.ch/zh/?author=3826"target="_blank">Laura Lombardini</a>, Geschäftsführerin der Veganen Gesellschaft Schweiz. <br/><br/><a href="https://tsri.ch/zh/rubrik/kolumnen/"target="_blank">Alle Kolumnen findest du hier.</a>

__html

Dieser Artikel wurde automatisch in das neue CMS von Tsri.ch migriert. Wenn du Fehler bemerkst, darfst du diese sehr gerne unserem Computerflüsterer melden.

Das könnte dich auch interessieren

Kolumne Mandy
«Yalla Tsüri»-Kolumne

Lernt endlich, unsere Namen richtig auszusprechen!

Wie wir heissen beeinflusst, wie wir von der hiesigen Bevölkerung behandelt werden. So wird unsere Kolumnistin Özge Eren aufgrund ihres Namens immer wieder diskriminiert. Weshalb gerade ein Event wie die Fussball EM dabei eine Rolle spielt.

Von Özge Eren
Escher-Wyss-Platz Tempo 30
Verkehrswende-Kolumne

Weshalb müssen zuerst Kinder sterben?

Seit kurzem gilt auf dem Escher-Wyss-Platz Tempo 30. Auslöser dafür war ein tragischer Unfall im Jahr 2022, bei dem ein Fünfjähriger sein Leben verlor. Auf anderen Stadtzürcher Strassen blockiert der Kanton eine Temporeduktion – auf Kosten der Sicherheit von Kindern, so unser Kolumnist Thomas Hug.

Von Thomas Hug
junior halle abbruch zas*
Architektur-Kolumne

Das Industrieerbe von Zürich

Egal, ob die Maag-Hallen im Kreis 5 oder die Junior-Werkhalle in Oerlikon: Viele ehemalige Industriehallen in Zürich sind dem Tod geweiht. Dabei würde es sich durchaus lohnen, die Relikte aus einer vergangenen Zeit wiederzubelebten, finden unsere Architektur-Kolumnist:innen.

Von ZAS*
Kolumne Mandy

«Yalla Tsüri»: Fluchtgeschichten nehmen kein Ende

Über dreissig Jahre ist es her, seit die Familie unserer Kolumnistin aus dem Sudan in die Schweiz geflüchtet ist. Trotzdem muss sich Mandy Abou Shoak Tag für Tag mit ihrer Fluchtgeschichte auseinandersetzen. Denn: Seit über einem Jahr herrscht in ihrem Herkunftsland wieder Krieg.

Von Mandy Abou Shoak

Kommentare