Bilanz zur Neujahrsnacht

Silvester in Zürich: Über 100 Einsätze und Hilfe für Crans-Montana

Schutz & Rettung und Polizei waren rund um Silvester im Dauereinsatz. Es habe viel Arbeit gegeben, doch verliefen die Einsätze routiniert. Aktuell werden zudem zahlreiche Opfer des schweren Unglücks in Crans-Montana in Zürich behandelt.

Schutz und Rettung Silvester
Keine ruhige Minute in der Zentrale: Zwischen Heiligabend und Neujahr verzeichnete Schutz & Rettung Zürich über 900 Einsätze. (Bild: Schutz & Rettung Zürich)

Während viele die Arbeit zwischen Weihnachten und Neujahr ruhen lassen, ist es für die Einsatzkräfte mit die intensivste Zeit des Jahres. So klingelte das Telefon in der Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung Zürich (SRZ) in dieser Zeit rund 2800 Mal, heisst es in der Medienmitteilung. Zu über 900 Einsätzen rückte SRZ aus, am häufigsten in der Silvesternacht. Die Sanität hatte allein in der Nacht auf den 1. Januar 100 Einsätze, zwischen Heiligabend und Neujahr waren es insgesamt über 700 Einsätze. Und auch die Berufsfeuerwehr zählte in der Nacht auf den 1. Januar 30 Einsätze, etwa wegen brennender Abfalleimer, Container und Gebüsche. 

Was es bräuchte, um den Arbeitsaufwand über die Feiertage zu verringern? Das hänge von sehr vielen Faktoren ab, sagt Nadine Girod von Schutz & Rettung auf Anfrage. «Wir sind da, um die Einsätze zu bewältigen und haben viel Erfahrung damit», sagt sie stoisch. Böse Überraschungen habe es über die Feiertage nicht gegeben. 

Schutz und Rettung Feuerwehrmann Silvester
Keine Seltenheit an Silvester: Die Berufsfeuerwehr löscht einen brennenden Container. (Bild: Schutz & Rettung Zürich)

Ereignisreiche Nacht für die Stadtpolizei

Auch die Polizei war in der Neujahrsnacht mit einem verstärkten Aufgebot im Einsatz. «Es ist in der ganzen Stadt mehr los und die Menschen sind länger unterwegs. Das führt zwangsweise zu mehr Einsätzen», erklärt Mediensprecher Marc Surber auf Anfrage. Etwa am Silvesterzauber im Seebecken, wo sich mehrere Zehntausend Personen das Feuerwerk angeschaut haben. Doch manchen Besucher:innen reichte das städtische Feuerwerk nicht aus: Zahlreiche von ihnen hielten sich nicht an das Feuerwerksverbot und zündeten ihre eigenen Feuerwerkskörper mitten in der Menschenmenge. So kam es zu diversen Personenkontrollen und Wegweisungen, ein 19-Jähriger wurde festgenommen: Er hatte verbotenes und gefährliches Feuerwerk im Gepäck. 

Gleich in zwei Fällen fand die Polizei zudem einen Jugendlichen mit einer Stichverletzung auf, schreibt sie in ihrer Medienmitteilung. Und an der Walchestrasse verhinderte die Stapo einen Einbruch und nahm zwei Tatverdächtige fest. Fünf Personen verbrachten die Nacht in der Ausnüchterungsstelle, landläufig auch als «Hotel Suff» bekannt. 

Bereits vor Silvester war die Polizei rund zwei Dutzend Mal wegen des Einsatzes von Feuerwerkskörpern ausgerückt. Denn: «Ausserhalb von Silvester und dem 1. August ist Feuerwerk verboten», betont Marc Surber von der Stadtpolizei.

Zürcher Spitäler versorgen Verletzte aus Crans-Montana

Die Meldungen aus der Stadt werden überschattet von der Brandkatastrophe, die sich in der Silvesternacht in Crans-Montana im Wallis zugetragen hat und 40 Todesopfer und 115 Schwerverletzte forderte. In einer Mitteilung spricht der Regierungsrat seine Solidarität mit den Angehörigen und Opfern aus. Derzeit werden in Zürich 13 schwer verletzte Patient:innen am Universitätsspital Zürich (USZ) sowie vier schwer verletzte Kinder im Kinderspital Zürich behandelt. Beide Spitäler seien auf die Behandlung schwerer Brandverletzungen spezialisiert. Zudem wurden Spezialist:innen des Forensischen Instituts Zürich im Auftrag der Walliser Staatsanwaltschaft nach Crans-Montana geschickt. 

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