Warum die Tsüri-Community beim Daten ghostet

Ghosten ist die feigste Art, eine Beziehung zu beenden und doch wird genau diese Art regelmässig praktiziert. Wir haben bei unserer Community nachgefragt, wieso sie ghosten, und vier Muster erkannt.

Lieber so als gar nicht - Ghosting mögen wir alle nicht, wir tun's aber trotzdem
Lieber so als gar nicht - Ghosting mögen wir alle nicht, tun's aber trotzdem. (Quelle: Unsplash / Kelli McClintock)

Beim wortlosen Kontaktabbruch verschwindet ein Mensch einfach aus dem Leben der anderen Person und wird sozusagen zum Geist. Es ist eine Mischung aus Komik und Ernsthaftigkeit, wenn man darüber nachdenkt, wie einfach man heutzutage den Kontakt abbrechen kann, ohne eine klare Erklärung abzugeben. Auch wenn es weniger abrupte Möglichkeiten gibt, einen Kontakt zu beenden: Wir alle haben es schon mal getan, oder? Deshalb hat unsere Community ihre Gründe dafür offengelegt.

1. Kein Bock mehr

Es ist wie samstagnachts an der Langstrasse: Plötzlich willst du nachhause, dich zurückziehen und den Trubel verarbeiten. So kann es auch beim Daten ablaufen. Den Grund dafür kann man sich meist selbst nicht erklären. Damit verbunden wird ein neues Dating-Phänomen, der sogenannte «Ick». Videos damit findet man auf TikTok aktuell haufenweise. Er ist einer dieser Trend-Begriffe, der sich mithilfe von viralen Videos verselbstständigt. Der Ausdruck beschreibt den Moment, in dem wir plötzlich realisieren, dass eine Person ein unangenehmes Gefühl in einem auslöst. Das Gefühl kommt scheinbar aus dem Nichts und hat grösstenteils harmlose Dinge zugrunde wie nervöses Beine-Wippen, die Europaallee cool finden, der Ort, wo er:sie in die Limmat springt oder welches Handy das Gegenüber besitzt. Lächerlich, aber kam alles schon vor. Gewisse Personen werden dadurch entzaubert und entkommen nur noch durch Ghosting.

2. Kommunikationsesel:in

Dem herzigen Esel wird hier etwas unrecht getan, da er überhaupt nicht unfähig ist. Aber eine Leserin hat sich so beschrieben. Als Kommunikationsesel:in hat man Schwierigkeiten, offen und direkt über die eigenen Gefühle oder Prioritäten zu sprechen. Statt sich mit der Situation auseinanderzusetzen, wählt diese Person den Weg des Ghostings, um unangenehme Konversationen zu vermeiden.

3. Überforderung

Diese Personen sind schlichtweg überwältigt, sei es durch die Anzahl der aktuellen Kontakte, persönliche Herausforderungen oder andere Verpflichtungen. In solchen Fällen ist es für sie nicht realistisch, mit jedem Kontakt angemessen umzugehen oder die erforderliche Zeit und Energie für eine aufrichtige Absage aufzubringen. Durchs Ghosten vermeiden sie die Verantwortung für einen ehrlichen Korb.

4. Alle Finger gebrochen

Auch das kann vorkommen. Und gesundheitliche Gründe sind auch fast die einzig valablen Gründe, die Ghosting rechtfertigen würden. Die physische Unmöglichkeit, eine Nachricht zu tippen, macht es tatsächlich undenkbar, dem Gegenüber einen Grund für das Ignorieren zu offenbaren. Bitte nicht als Inspiration nutzen!

Falls du dich in einem der vier Punkte wiedererkennst, ist es beim nächsten Mal einen Versuch wert, es mit einem einfachen Satz zu versuchen – das ist bereits besser als gar nichts. Etwas wie; «Sorry, habe keine Kapazität für das mit uns. Ok, bye.» Eine kurze, aber ehrliche Erklärung kann schon helfen, die Akzeptanz bei der anderen Person zu steigern.

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