Zürcher Gastrofirma Samigo plant neue Sportanlage mit Restaurant im Kreis 5
Im Zürcher Kreis 5 soll ein neues Sportzentrum mit Padel- und Tennisplätzen, Pool, Jacuzzi, Bar und Restaurant entstehen. Hinter dem Projekt steht der Szenegastronom Sami Khouri.
Mit dem neuen Jahr kommen gute Vorsätze. Besonders hoch im Kurs bei vielen: mehr Bewegung. Passend dazu soll im Zürcher Kreis 5 bald eine neue Sportanlage entstehen. Geplant ist ein saisonales Sport- und Gastroangebot auf dem Dach des Parkhauses an der Förrlibuckstrasse 151, direkt neben dem Toni-Areal.
Die Anlage erstreckt sich über die beiden obersten Etagen des Gebäudes. Auf dem Dach sind drei Padelplätze, ein Tennisplatz, ein Pool mit Liege- und Loungezonen, ein Jacuzzi sowie eine Aussen-Bar mit Restaurant vorgesehen. Eine Etage tiefer liegen die Umkleiden, Duschen und WCs. Die unteren Stockwerke bleiben unverändert Parkplätze. Das geht aus dem entsprechenden Baugesuch hervor, das noch bis zum 29. Januar öffentlich einsehbar ist. Bis dahin können Nachbar:innen Einsprachen einreichen.
Das Umbauprojekt trägt den Namen «Samigo Sports Club / Rooftop West» und ergänzt das bestehende Angebot des Samigo Sports Club am Mythenquai.
Khouris nächstes Experiment in Zürich
Hinter dem Projekt stehen die Geschwister Sami Khouri und Dina Bamert. Die Samigo GmbH ist bislang vor allem für Pop-up-Konzepte und temporäre Gastronomie bekannt. Khouri selbst gilt als prägende Figur der Zürcher Gastro- und Eventszene. Seine Betriebe leben von Inszenierung, wechselnden Themen, DJs und Shows.
Angefangen hat er mit dem Imbissstand Palestine Grill auf der Piazza Cella an der Langstrasse. Heute betreibt er unter anderem das Restaurant Les Halles im Kreis 5, das saisonale Samigo Amusement am See beim Hafen Enge und diverse Pop-ups in Zürich, Zermatt und St. Moritz. Zuletzt wurde öffentlich, dass Khouri das traditionsreiche Iroquois im Zürcher Seefeld übernehmen will – obwohl er noch 2019 gegenüber SRF sagte, er wolle «sicher nicht Gastronom sein».
Im Vordergrund des Bildes ist der Pool geplant. Auf der rechten Seite befinden sich bald die Lounge, die Bar und das Restaurant. Weiter hinten werden bald ein Padel- und ein Tennisplatz entstehen. (Bild: Tsüri.ch) Das Parkhaus P West wurde 1975 gebaut und in den Jahren 2000 und 2023 renoviert. (Bild: Tsüri.ch) Bald sollen die Etagen 8 und 9 zu einer Sportanlage umgebaut werden. Die anderen Etagen bleiben Parkplätze. (Bild: Tsüri.ch)
Dass Padel nun Teil des Samigo-Konzepts wird, dürfte kein Zufall sein. Die Sportart, eine Mischung aus Tennis und Squash, boomt derzeit in der Schweiz. Die Plätze lassen sich vergleichsweise einfach realisieren: Betonboden, Kunstrasenbelag, Glaswände zur Einfassung und Fangnetze entlang der Gebäudefassaden.
Auf den Plätzen sind auch Gruppenkurse geplant. Boxen, Spinning, Yoga, funktionales Training und Pilates. Auch das sind Sportarten, die in den letzten Jahren ein regelrechtes Revival erlebt haben.
Die Buchung der Sportflächen erfolgt über eine App oder Website. Geplant sind Einzelbuchungen, Mitgliedschaften und Gruppentarife. Der Betrieb läuft saisonal von April bis Oktober, täglich von 8 bis 22 Uhr.
Zusätzlich sind eine Elektroheizung und ein Schallschutzkonzept vorgesehen. Denn Sportbetrieb und Gastronomie verursachen potenziell mehr Lärm als die bisherigen Autoparkplätze. Laut dem vorgelegten Schallschutznachweis dürfte der zusätzliche Lärm die umliegenden Wohnungen und Gewerbebetriebe jedoch höchstens geringfügig belasten, wie es im Lärmschutznachweis heisst.
Das Vorhaben kostet rund 450’000 Franken. Baustart ist im Februar, Ende April soll alles stehen. Vorerst ist das Projekt als Pilot auf drei Jahre angelegt. Auf Anfrage wollte Samigo keine Auskunft zum Projekt an der Förrlibuckstrasse geben.
Verantwortlich für die Umsetzung ist die «BAUS baut» AG, Eigentümerin der Liegenschaft ist die PSP Real Estate AG mit Sitz in Zürich. Das Unternehmen besitzt in der ganzen Schweiz Liegenschaften im Wert von 10 Milliarden Franken, darunter mehrere Gebäude an der Bahnhofstrasse.
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Bachelorstudium der Psychologie an der Universität Zürich und Masterstudium in politischer Kommunikation an der Universität von Amsterdam. Einstieg in den Journalismus als Redaktionspraktikantin bei Tsüri.ch. Danach folgten Praktika bei der SRF Rundschau und dem Beobachter, anschliessend ein einjähriges Volontariat bei der Neuen Zürcher Zeitung. Nach einigen Monaten als freie Journalistin für den Beobachter und die «Zeitung» der Gessnerallee seit 2025 als Redaktorin zurück bei Tsüri.ch.