Mit dem Luisa-Projekt gegen sexuelle Gewalt im Zürcher Nachtleben

Endlich ist es soweit: Ab dem 3. Februar wird mit «Luisa» offiziell eine neue Anlaufstelle bei Fällen von sexueller Gewalt in den Bars und Clubs unserer Stadt angeboten.
31. Januar 2018

«Ist Luisa hier?» Es ist eine einfache Frage, und doch ist sie ein Codewort, das sexuell bedrängten Personen in Clubs und Bars sofortige Hilfe leisten soll. Und so funktioniert das Projekt: Plakate - zum Beispiel auf der Toilette oder beim Eingang - machen dich darauf aufmerksam, ob das Luisa-Projekt in dem Lokal angeboten wird. Falls du sexuell bedrängt wirst oder dich auf eine andere Art bedroht fühlst, kannst du dich unverzüglich an das Barpersonal wenden, indem du nach «Luisa» fragst. Das Personal ist dementsprechend geschult und weiss genau, was es zu tun hat: Ohne zu fragen, was das Problem sei, führt dich das Barpersonal umgehend an einen anderen Ort, sei es die Küche oder sonst ein Hinter- oder Nebenzimmer des Lokals, wo sie dann auf dein jeweiliges Anliegen eingeht. So soll dir in erster Linie auf diskrete Art und Weise ein Schutzraum geboten werden, um die allfällige Gefahr zu bannen, schnell, unkompliziert und ganz ohne Tamtam. Wenn nötig und oder gewünscht, wird dir ein Taxi bestellt, deine Freund*innen informiert oder die Polizei gerufen.

Das Projekt selbst füllt jedoch den Zwischenraum davor aus: Es ist als unmittelbares Hilfsangebot eigenständig und an keine Institution gebunden. Das Luisa-Projekt ist in erster Linie eine Geste der Solidarität mit sexuell bedrängten Personen. Es geht um die Gewissheit, dass in teilnehmenden Lokalen sexuelle Gewalt nicht unter den Tisch gekehrt, sondern ernst genommen wird.

Tsüri.ch hat das Luisa-Projekt nach einem Hinweis aus der Community in Zürich initiiert und dabei die Bar- und Clubkommission Zürich (BCK) mit der hiesigen Frauenberatung zusammengebracht. Im Verlauf des letzten Jahres wurde gemeinsam an der Umsetzung der Kampagne gefeilt, die ihren Ursprung in Münster hat, wo sie bereits mit Erfolg in zahlreichen Bars und Clubs sexueller Gewalt den Kampf ansagt. Der Grundgedanke des Projekts: Ein niederschwelliges und unmittelbares Hilfsangebot bei Fällen sexueller Belästigung. Wir freuen uns, dass wir mit «Luisa» eine neue Anlaufstelle in den Zürcher Bars und Clubs bieten können. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt im Nachtleben.

(Bild: ZVG)

Die teilnehmenden Clubs und Bars in Zürich sind:

  • Plaza
  • Mascott
  • Platzhirsch
  • Heaven
  • Klaus
  • Minirock
  • Space Monkey
  • Club Bellevue
  • Dynamo
  • Rote Fabrik
  • Mundwerk

Diskutiere mit!

Am 3. Februar organisiert die Bar- und Clubkommission Zürich eine Gesprächsrunde im Houdini, welche gleichzeitig das Projekt in unserer Stadt einläuten wird.

Event: «Luisa kommt nach Zürich»

Zeit: 14.30 Uhr

Ort: Kino/Bar Houdini, Badenerstrasse 173

Zum Thema «sexualisierte Gewalt in der Nacht» diskutieren:

  • Miriam Suter (Izzy Magazine)
  • Nina Hüsser (JUSO Zürich)
  • Karin Moos (Frauenberatung Zürich)
  • Isabelle Tschäppeler (BCK)
  • Mike Mottl (Männerbüro Zürich)
  • Philipp Meier (NachtStadtrat Zürich)

Moderation: Laura Kaufmann (Tsüri.ch)

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