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Bild: Amt für Verkehr / Architron

10 wichtige Fragen zum Rosengartentunnel

Am Rosengarten soll ein Tunnel die Verkehrsbelastung minimieren. Nun kommt das Projekt vors Volk: Am 9. Februar entscheidet sich, ob der Rosengartentunnel realisiert wird oder nicht. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen.
07. Januar 2020
Praktikantin Redaktion

Am nächsten Abstimmungssonntag stimmt die Zürcher Bevölkerung über das Projekt «Rosengartentram und Rosengartentunnel» ab. Die kantonale Volksabstimmung wird darüber entscheiden, ob in den nächsten Jahren eine der meistbefahrensten Strassen der Schweiz umstrukturiert würde. Doch worum geht es überhaupt?

1. Welche Stadtteile sind davon betroffen?

Konkret geht es um die Rosengartenstrasse und die umliegenden Quartiere, also vor allem Höngg und Wipkingen. Indirekt sind natürlich auch die Innenstadt und die Agglomeration von den Veränderungen betroffen. Zwei Röhren mit je zwei Spuren sollen den Strassenabschnitt zwischen Wipkinger- und Bucheggplatz von der hohen Verkehrsbelastung erleichtern; momentan befahren täglich bis zu 56'000 Fahrzeuge die knapp 700 Meter lange Strecke. Eine der Röhren soll sich ausserdem bis zum Irchel erstrecken, damit auch diese Strecke entlastet wird. Mit Hilfe einer Umleitung durch einen Tunnel von rund 2.3 Kilometern soll die Rosengartenstrasse mit ihren angrenzenden Wohnzonen von einer reduzierten Lärm- und Abgasbelastung profitieren.

Ein Mammutprojekt für die Zukunft? Der Rosengartentunnel mit zwei Röhren (grün) und die beiden neuen Tramlinien (orange/blau). Bild: Amt für Verkehr / Architron

2. Warum stimmt der ganze Kanton über eine Strasse in der Stadt ab?

Die Rosengartenstrasse ist eine Kantonsstrasse, weshalb sie in den Zuständigkeitsbereich des Kantons Zürich fällt.

3. Wie teuer ist das Projekt?

Das Grossprojekt «Rosengartentram und Rosengartentunnel» kostet rund 1.1 Milliarden Franken, wobei der Bau des Tunnels – das Kernstück der Umstrukturierung – mehr als 75 Prozent der Gesamtkosten schlucken wird.

4. Wie soll es finanziert werden?

Von den 1.1 Milliarden wird die Stadt Zürich 48 Millionen übernehmen. Der Verkehrsfonds soll circa 25 Prozent der kantonalen Kosten respektive der Anteil des ÖVs übernehmen, während der Strassenfonds für die restlichen 75 Prozent aufkommen soll. Theoretisch gesehen rechnet die Projektleitung ausserdem mit der Beteiligung des Bundes von über 400 Millionen Franken. Dieser ist bisher allerdings nicht bereit, diesen Betrag zu bezahlen, da das Bundesamt für Raumentwicklung dem Rosengartentunnel die Note «ungenügend» gegeben hatte.

5. Wie lange dauern die Bauarbeiten?

Die Projektleitung spricht von ungefähr fünfzehn Jahren Plan- und Bauzeit, bis der Rosengartentunnel in Betrieb genommen werden kann: Frühstens 2032 soll es so weit sein.

So könnte die Tunnelausfahrt am Wipkingerplatz aussehen. Bild: Amt für Verkehr / Architron

6. Müssen für den Tunnel Gebäude und Grünflächen weichen?

Sehr wahrscheinlich. Gegner*innen sprechen von insgesamt 12 Gebäude, die bei der Realisation abgerissen werden. Der Medienverantwortliche des Projekts sagt hingegen, dass noch nicht klar sei, welche Immobillien von Veränderungen betroffen sein würden.

7. Welche Veränderungen würde das Rosengartentram mit sich bringen?

Bei einer Annahme der Abstimmung, entstünde neben dem Tunnel auch eine neue, durchgehende Tramverbindung zwischen Albisriederplatz und Milchbuck. Die neuen Tramlinien sollen die Wohn- und Arbeitsgebiete Zürich Nord und West bzw. Süd besser miteinander verknüpfen. Die Busse 72 und 83 würden dafür nicht mehr über den Albisriederplatz fahren.

8. Was sind die Argumente der Befürworter*innen?

Die Projektleitung des Rosengartentunnels sowie viele bürgerliche Politiker*innen argumentieren damit, dass der Tunnel die Wohngebiete rund um das ursprüngliche Provisorium am Rosengarten entlasten und somit die Lebensqualität der dortigen Anwohner*innen verbessern würde. Zusätzlich könnten die Reisezeiten im Berufsverkehr wieder berechenbar werden.

9. Was sind die Argumente der Gegner*innen?

Links-grüne Parteien sprechen sich gegen den Bau des Tunnels aus, da die Massnahme den Automobil-Verkehr begünstigen würde, anstelle den öffentlichen Verkehr zu fördern. Dies widerspreche der aktuellen Klimapolitik respektive dem Ziel, den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Ausserdem sind in der Anwohnerschaft Nähe der Rosengartenstrasse viele Quartierbewohner*innen gegen das Grossprojekt – allein in Wipkingen unterschrieben 700 Personen das Referendum gegen den Tunnel. Sie fürchten den langandauernden Baulärm und den Ausweichverkehr durch die Wohnquartiere.

10. An wie viel Wert würde der Wohnsitz von FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh zunehmen, wenn das Projekt umgesetzt wird?

Diese Frage kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Frühere Aufwertungen im ähnlichen Stil zeigen jedoch, dass Immobilien in solchen Lagen schnell einen Mehrwert von plus 50 Prozent aufweisen können. Das Phänomen der Gentrifizierung würde bei einer Verwirklichung des Mammutprojektes auch am Rosengarten drohen.


Was sagst du zum Projekt rund um den Tunnel und den neuen Tramverbindungen? Schreib es uns in die Kommentare!


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