10 nice Badeorte ausserhalb der Stadt

Hast du genug von den Stiernacken und Schwanenhälsen an der Rentenanstalt, von den Protein-Sixpacks und Neon-Titten am Letten? Möchtest du mal wieder entspannt schwimmen gehen, ohne Angst zu haben, dein Bikini sei von vorletztem Jahr oder dein*e Ex wartet gerade hinter dir beim Anstehen für's Glacé?
23. Juni 2017

Wir haben für dich eine Liste der Badegelegenheiten und erfrischenden Aktivitäten zusammengestellt, bei denen du ein bisschen aus der Züri-Bubble kommst und die Hitzezeit nicht in sonnencremeverseuchten Chlorpfützen verbringst! (Geiles Plus: Die meisten unserer Tipps sind gratis – ansonsten haben wir den Preis vermerkt).

1. Werdinseli

Für: Flussschwimmer*innen und solche, die den Zürizentrismus noch nicht ganz hinter sich lassen können, aber mal dem ewigen Sehen-und-gesehen-werden der Stadt entkommen wollen.

Offizieller Badi-Name: Flussbad Au-Höngg.

Noch gerade in der Stadt, aber schon an der Grenze des Hipsterzwangtums kann man sich hier wunderbar im Fluss treiben lassen, den Blick durch die Weidenbäume streifen lassen oder eine Glacé geniessen. Es hat Grillstellen, warme Duschen und auch die nötige Infrastruktur für Familien. Zudem ist der untere Teil der Insel für FKKler reserviert!

Anreise: Tram 17 bis Tüffenwies Winzerhalde oder mit dem Bus 80/90/323 bis . Unser Tipp: Mit dem Velo vom Escherwyss-Platz der Limmat entlang.

2. Chatzensee

Für: Städter*innen, die am Feierabend nicht auch noch mit dem Körperkult gestresst werden wollen.

Offizieller Badi-Name: Strandbad Katzensee.

Der Katzensee (und der kleinere Büsiweiher) liegen in einer pittoresken Moorlandschaft. An den Uferstellen unter grossen Eichen bist du völlig für dich, wenn du ein Schäferstündchen haben möchtest. In diesem Paradiesli ist man in no time, abends wird das Gequake der paarungswilligen Frösche nur vom Gitarrengeschrumme der Neohippies unterbrochen wird. Im Strandbad mit Kiosk gibt’s einen abgetrennten Nudistenbereich – allerdings nur für Mutige (vom Gehweg sind die Füdlis zu sehen)!

Unnützes Wissen für die Germanisten und Besserwisser unter euch:

Und wieso heisst das Ding Chatzesee? ... der See wurde ursprünglich nach dem alemannischen Namen Hatto benannt, wobei sich im Laufe der Zeit das H zu einem K und die TT zu einem TZ gewandelt haben.. No shit, Sherlock.

Anreise: Mit Bus 61 bis Mühlacker, dann schlappe fünf Minuten gehen. Geheimtipp: Mit dem Velo über den Bucheggplatz und am Waldrand beim Käferberg durch.

3. Böötli-Tour auf der Limmat

Für: Gemütliche Abenteurer*innen

Offiziell: Geilste Stadtflucht.

Irgendwer hat immer ein Gummiböötli in deinem Freundeskreis! Frag bisschen rum oder wünsch dir eines auf deinen Namenstag. Schnapp dir ein Sixpack Bier, einen Quinoasalat und die Sonnencreme und lass dich aus der Stadt treiben, mit einer Hand im Wasser und der anderen um's kühle Bier. Unser Tipp: Von Wipkingen (beim GZ Wipkingen geht’s ziemlich gäbig rein) bis nach Spreitenbach oder Dietikon, bei Ersterem ist der Bahnhof gleich neben dem Steg. Das Boot musst du bei der Werdinsel kurz übers Ufer tragen – sonst wär’s ja zu langweilig. Je nach Wasserverhältnissen geht die Tour zwei bis drei Stunden und ist entspannender als eine Yogastunde!

Anreise: Wie du zum GZ Wipkingen kommst, weisst du selber. Und von Spreiti zum HB ist es auch nur ein Chatzesprung!

4. Greifensee

Für: Kontakt- und Grillfreudige

Offiziell: Chillerbad mit Alpenblick.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit! Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel entspannter die Menschen sind, wenn sie nicht in Züri wohnen. Am Greifensee hat’s zwar oft viele Leute, aber das Ganze geht viel chillaxter zu und her als in der Stadt. Wenn du gern einen Kiosk oder ein WC hast, kannst du in eins der vier Strandbäder, ansonsten würden wir dir anraten, einfach irgendwo am Ufer unter die Erlen zu liegen und dein mitgenommenes Vegiwürstli frech bei jemandem auf den Grill zu schmeissen – natürlich nur als Vorwand, um mit den Grillbesitzer*innen ins Gespräch zu kommen. Social awkwardness ist eh nur ein urbanes Konstrukt!

Anreise: Die S 5/15 bis Uster, dann auf den Bus 817 umsteigen bis Haltestelle See (vom Stadelhofen läppische 26 Minütli). Oder wieder mal ein schönes Velofährtli hinter der Uni Irchel am Waldrand entlang!

5. Pfäffikersee

Für: Ruhebedürftige und Flora-und-Fauna-Fans (Hier gibt’s noch echte Tiere und Pflanzen – nicht dieses überzüchtete Mittellandgefleuch)

Offiziell: Seebad Seegräben.

Der kleine Bruder des Greifensees ist zwar etwas weiter weg – die paar zusätzlichen Minuten im Zug lohnen sich aber! Der See ist bekannt für seine Naturbelassenheit und Moorlandschaft. Hierhin verirrt sich garantiert kein*e Städter*in, oft ist man allein in der idyllischen Badi. Unser Tipp ist, die Badeverbotsschilder zu missachten und sich auf einen der Bootsstege zu legen. Sich umgeben vom wogenden Schilf zu bräunen und dabei dem Schnattern der seltenen Entenarten zu lauschen. Bei günstigen Luftverhältnissen spiegeln sich sogar die Alpen auf dem spiegelglatten Wasser.

Anreise: Mit der S 3 nach Pfäffikon – dann zu Fuss zum Bootssteg deines Wunsches.

6. Haslisee

Für: Solche, die echt mal entspanntere Menschen um sich brauchen

Offiziell: Seebad Haslisee, Mettmenhasli.

Dieses kleine Bijou ist nur 23 Minuten von Zürich entfernt – von Wipkingen an den Zürisee brauchst du länger! Umgeben von Schilf, Birken und Wiesen kann man am Näppi wunderbar Abstand gewinnen vom stressigen Alltag. Dieser See ist mit seiner helvetischen Gechilltheit die perfekte Antithese zur Frage, wo man den Soja Chai Latte denn heute trinken soll. Allerdings ist der See wegen seiner überschaubaren Grösse schnell voll – wenn du gerne ganz für dich bist, geh eher an den Pfäffikersee.

Preis: Das Loswerden des Züzitums kostet leider was: 4.- für Erwachsene, 1.50 für Kinder – im Vergleich zu Züris Bädern ein kleiner Batzen.

Anreise: S 5 bis Niederhasli. Vom Bahnhof 5 Minuten der Seestrasse folgen.

7. Türlersee

Für: Träumer*innen mit einer gehörigen Portion Savoir-vivre

Offiziell: Schönster See zwischen dem Mittelmeer und Norwegen.

Smaragdgrünes Wasser, zwischen wohlgeformte Hügel und satte Wälder gebettet – unser absoluter Favorit! Wir wollen deshalb die Pracht und Geilheit des Sees nicht mit Worten runterziehen: Geh und mach dir selbst ein Bild! Es hat ein Strandbad mit Infrastruktur oder einige direkte Uferzugänge und einen schönen Fischersteg.

Preis: 5.- (Für’s Strandbad)

Anreise: Von Wiedikon den Bus 235 bis Aeugstertal, Kloster Hausen am Albis, Türlersee, dort auf den 223er bis (31 Minuten). Oder der sportliche Geheimtipp: Eine Velofahrt durchs Sihltal, via Adliswil über den Albis, je nach Verfassung geht das 1.5 h. Damit sparst du dir den Gymbesuch und kannst dann ohne schlechtes Gewissen die Portion Pommes UND die Magnum Almond essen. Rückfahrt: Hinter der Uetliberg-Kette via Uitikon mit fätziger Fahrt runter zum Triemli (ca. 50 min).

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8. Affenschlucht

Für: Wasserfallnostalgiker*innen und gemütliche Flussbiertrinker*innen

Offiziell: Nix offiziell. Wild nature! 10 Minuten vom Winterthurer Bahnhof findest du diesen mystischen Ort in der Töss. Es ist aber keine Schlucht! Der Fluss ergiesst sich wasserfallartig in viele natürliche Becken. Wenn du für die Seeüberquerung Längen schwimmen willst, bist du hier am falschen Ort. Hier lässt sich aber friedlich mit Freund*innen in den verschieden tiefen Becken sitzen und ein Chopfab stürzen oder dem harmonischen Tösslauf hochspazieren und vielleicht sogar Eisvögel sehen.

Anreise: Vom HB Winti mit den Bussen 665/667/670 zur Haltestelle Haltenreben. Dann über die Hardbrücke (ja, die gibt's nicht nur in Züri) und 3 Minuten flussaufwärts gehen. Insgesamte Dauer vom HB Zürich: 40 Minuten.

9. Rheinbad Bachdelle

Für: Tarzane und echte Flussforellen

Offiziell: Schwimmbad Dachsen.

Wem die Töss zu klein ist, geht hierhin. Die Badi ist ganz easy, aber es ist der Rheinschwumm, wegen dem du den Weg auf dich nehmen musst (von Züri gerade eine Stunde)! Geh von der Badi etwa 300 Meter flussaufwärts zum alten Bunker. Lass dich dann vom mächtigen Strom mitreissen und wasche die Alltagssörgeli von dir. Wenn du dafür ein bisschen Action brauchst: Es hat ein Seil, mit dem man sich à la Tarzan spektakulär in den Fluss schmeissen kann. Wem das zu wenig ist, um die nächste Deadline zu vergessen, der springt von der grossen Pappel oder vom Bunker – die paar Meter runter ins dunkelgrüne Nass holen dich garantiert in die Gegenwart!

Preis: Erwachsene 5.-, Kinder: 3.-

Anreise: Über Winti oder Schaffhausen bis Dachsen, 15 Minuten dem Wanderweg Richtung Rheinau folgen, die letzten Meter sind ausgeschildert.

10. Tössegg

Für: Zürcher*innen, die wissen, wo sich's wirklich leben lässt.

Hier gibt's keine Badi – nur das pure Geniessen!

An diesem paradiesischen Ort mündet die Töss in den Rhein. Viel dazu sagen kann man nicht, ausser, dass das Schwimmen zwischen den buchengrünen Hügeln unvergleichbar ist. Wobei, vielleicht lässt es sich mit einem Lied von Sigur Ros vergleichen. Sigur Ros hat ja ungefähr die Wirkung von einem akustischen Joint. Die Tössegg ist etwa das Pendent dazu. Sie beschränkt sich jedoch nicht nur auf deine Ohren, sondern verzaubert alle deine Sinne.

Anreise: Dieser Sigur-Ros-artige Flash will leider verdient sein. Am schönsten und praktischsten ist es wohl mit dem Velo der Töss entlang. Ansonsten kann man mit den ÖV bis zum Schloss Teufen und dann zu Fuss runter (insgesamt ca. 1 h 20 Minuten). Mit dem Auto könnte man direkt hinfahren, aber wer hat denn heute noch ein Auto?


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