Weg von der Sucht? Diese Beratungsstellen helfen dir dabei

Suchtmittel sind allgegenwärtig und die Grenze zwischen «normalem» Konsum und problematischem Suchtverhalten ist oft sehr fein. Hast du das Gefühl, dass du diese Grenze öfters überschreitest? Du trinkst zu viel, zockst zu lange und verlierst öfters die Kontrolle über deinen Konsum? Wir haben für dich die wichtigsten Hilfsangebote zusammengetragen.
18. Oktober 2018

Sucht hat viele Gesichter. Wir alle sind ein bisschen süchtig und trotzdem haben wir nicht alle ein Problem damit. Manchmal dauert es Jahre, bis aus unproblematischem Konsum eine Sucht entsteht. Süchtig gilt laut WHO, wer sich in einem Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung befindet, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge.

Sucht kann sich in verschiedener Art ausdrücken. Nimmt deine Toleranz gegenüber Substanzen zu und kannst du nicht mehr aufhören zu konsumieren? Hast du Schuldgefühle während oder nach dem Konsum oder sprechen dich gar deine Freunde auf dein Verhalten an? Wenn der Konsum das Leben übernimmt und man andere Sachen vernachlässigt, ist es an der Zeit, professionelle Hilfe zu suchen.

1. Alkohol

Alkohol gehört zu Firmenapéros, zum Sonntagsbrunch, zum Geburtstagsfest und auch zur Beerdigung. Die meisten Menschen haben damit keine Probleme. Mitunter kann Alkohol allerdings vom Genuss- zum Suchtmittel werden. Rund 17 Prozent der Männer und 9 Prozent der Frauen konsumieren täglich alkoholische Getränke. Die Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme ZFA bietet einen Selbsttest an, um den eigenen Alkoholkonsum zu klassifizieren. Falls dein Konsum problematisch ist, hilft dir die ZFA mit Beratungen und verschiedenen Behandlungsangeboten. Nebst Suchtbetroffenen berät und hilft die Fachstelle auch Angehörigen, Kindern, Jugendlichen und Arbeitgeber*innen.

» Teste deinen Alkoholkonsum

2. Nikotin

Regelmässiger Tabakkonsum und die damit einhergehende Nikotinsucht gehören zu den verbreitetsten Süchten überhaupt. Trotz den negativen gesundheitlichen Auswirkungen hadern viele Raucher*innen damit aufzuhören. Für diejenigen, die sich trotzdem zum Rauchstopp entschliessen, hat die Lunge Zürich verschiedenste Angebote. Die beste Methode lässt sich mittels eines eigens entwickelten Tests ermitteln. Die Methoden reichen dabei von Beratungsgesprächen über Nikotinersatzprodukte bis hin zu Gruppentherapien oder Akupunktur.

» Finde deine Rauchstopp-Methode

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3. Cannabis

Die wohl akzeptierteste illegale Droge macht zwar physisch nicht abhängig, kann aber sehr wohl zu psychischer Abhängigkeit führen. Der regelmässige Konsum kann zudem Leistungseinbrüche und die Verstärkung bestehender psychischer Erkrankungen begünstigen. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Probleme mit Cannabiskonsum am häufigsten. CANreduce ist ein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Onlineangebot, welches hilft, Cannabiskonsum zu reduzieren oder zu kontrollieren.

» Zum Onlinecoaching

4. Spiel-, Game-, Internet-, Smartphonesucht (Substanzungebundene Sucht)

Spielen ist für die meisten Menschen eine Beschäftigung, die mit Spass, Geselligkeit, Entspannung und Wohlbefinden verbunden ist. Glückspiel hat jedoch hohes Suchtpotenzial. Die Mechanismen des Glücksspiels finden mittlerweile auch immer häufiger Eingang in Onlinegames und Apps. Dort entfalten sie eine ähnliche Wirkung. Wenn sich der Lebensmittelpunkt immer mehr vom realen hin zum virtuellen Leben verschiebt, dann können die Expert*innen von Radix, dem Zentrum für Spiel- und andere Verhaltenssüchte, helfen.

» Hilfsangebote des Zentrums für Spiel- und andere Verhaltenssüchte, Radix

5. Medikamente

Die Abhängigkeit von Beruhigungs-, Schlaf- oder Schmerzmittel ist in der Schweiz relativ verbreitet, wobei Frauen ausnahmsweise häufiger von dieser Sucht betroffen sind. Häufig passiert der Konsum im Verborgenen und die Grenze zwischen medizinisch indiziertem Medikamentenkonsum und problematischem Suchtverhalten ist sehr schwer zu erkennen. Mit einem Selbsttest kannst du herausfinden, ob dein Medikamentenkonsum problematisch ist und bekommst anschliessend gleich Hilfsangebote vorgeschlagen.

» Zum Selbsttest

6. Kokain

Kokain hilft manchem*r Raver*in durch die Nacht, findet aber auch Gebrauch als Leistungsdroge bei der Arbeit. Auf die Euphorie folgt der Kokain-Crash, der oft mit der Substanz selbst bekämpft wird. Falls es dir schwerfällt, deinen Konsum zu kontrollieren oder einzuschränken, ist professionelle Hilfe ratsam. Bei Entzug, Psychotherapie, Sozialarbeit und weiteren Massnahmen können dich das Arud, Zentrum für Suchtmedizin und die Suchtbehandlung Frankental, unterstützen.

» Hilfsangebote von Arud

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7. Heroin

Seit der Schliessung der offenen Drogenszene ist die Heroinsucht kaum mehr sichtbar im Stadtbild. Trotzdem sind noch rund 20’000 Personen in der Schweiz heroinabhängig. Vorreiter in der Behandlung ist auch hier das Arud beim Zürcher Hauptbahnhof. Dieses bietet verschiedene Substitutionsprogramme an und kann bei gewissen Voraussetzungen auch Heroin abgeben. Eine ausgezeichnete Behandlung findest du auch in den Ambulatorien Crossline und Lifeline der Städtischen Gesundheitsdienste.

» Hilfsangebote der Arbeitsgemeinschaft für einen risikoarmen Umgang mit Drogen

8. Angehörige

Hat ein Familienmitglied oder ein*e Bekannte*r Probleme aufgrund einer Sucht? Solche Fälle treffen Angehörige meist ähnlich stark wie die eigentlich Betroffenen. Die Angehörigenberatung von ADA Zürich bietet in diesem Fall schnelle und unkomplizierte Unterstützung. Unter der Gratisnummer 0800 104 004 beraten beispielsweise Angehörige kostenlos andere Angehörige von Suchtbetroffenen.

» Angehörigenberatung ADA Zürich


Du möchtest ein noch niederschwelligeres Angebot? Mit unseren Partnern Radix, Blaues Kreuz und Lunge Zürich haben wir ein einwöchiges Coaching entwickelt. Du wirst jeden Tag per Whatsapp/Telegram Tipps zum kontrollierten Konsum von Alkohol, Zigaretten, Kaffee und Internet bekommen. Melde dich hier an!


Titelbild: Thought Catalog / Unsplash

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