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Tsüri-Chopf Nicole Stehli: «Wir «Malaikas» sind wie eine grosse Familie, die miteinander durchs Leben geht»

Das FlüchtlingsTheater «Malaika» gibt Geflüchteten die Bühne frei für ihre eigenen Geschichten. Gründerin und Kopf dahinter ist die Sozial- und Theaterpädagogin Nicole Stehli. Im Interview erzählt sie, weshalb «die Küche voll ist» und was die Malaikas neben dem Theaterspiel zusammenhält.
28. Juni 2019

Wer bist du und was hat dich zu dir gemacht?

Beruflich bin ich Sozial- und Theaterpädagogin, privat zur Zeit vor allem Mami. Und ein ober-schräger Vogel, denn ich leite seit 10 Jahren die Theatergruppe «Schräge Vögel» mit Menschen vom Rande der Gesellschaft. Ich baue gerne neue Projekte auf und wachse an den Herausforderungen die dabei immer wieder auftauchen.

Du hast das FlüchtlingsTheater Malaika gegründet. Weshalb sollen Flüchtlinge Theater spielen?

Beim Theater kann jeder seine Fähigkeiten und Ideen mit einbringen und der Selbstwert wird gestärkt. In unseren selbst entwickelten Stücken zeigen die Malaikas das Leben aus ihrer Sicht: lustiges, trauriges und viele Kulturunterschiede. Es entstehen Begegnungen und Freundschaften zwischen Geflüchteten und Einheimischen. Das schönste für mich ist es zu sehen, wie die Malaikas durch das Theaterspielen aufblühen.

Diese Woche tritt die Theatergruppe im Bernhardtheater auf. Was bedeutet dies für Malaika?

Es ist unser Theater-Highlight des Jahres! Wir Malaikas – über 30 Personen aus mehr als 10 verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen und Generationen auf einer richtigen Theaterbühne! Herzlichen Dank ans Bernhard Theater für die Einladung! Wir hoffen auf einen pumpenvollen Theatersaal – das wäre das Tüpfchen auf dem i.

Euer neuestes Stück heisst «Die Küche ist voll!». Hat dieser Name etwas mit dem Engagement der Malaikas als Kochtruppe zu tun?

Ja! Kochen und Essen gehören zu den Malaikas wie das Theater spielen.

Wir haben schnell gemerkt, dass die Malaikas gerne kochen und beim gemeinsamen Essen wunderbare Begegnungen entstehen. Die internationalen Köstlichkeiten und die Malaika-Atmosphäre kommen bei der Bevölkerung sehr gut an, z.B. bei unserem monatlichen Abendessen in der Helferei. Nach den Sommerferien werden wir neben dem gemeinschaftlichen Kochen wie wir es jetzt kennen, auch ein Profi-Catering aufbauen. Die reale Küche ist in der Tat sehr voll – manchmal kochen bis zu 20 Personen miteinander. Im Theaterstück ist die Küche voll von unterschiedlichen Emotionen, unterschiedlichen Personen, Geschichten, Schicksalen...

Was fasziniert dich am meisten daran, gemeinsam mit Geflüchteten Theater zu spielen?

Dass es mehr als Theater ist. Wir «Malaikas» sind wie eine grosse Familie, die miteinander durchs Leben geht. Durch Hochs und Tiefs.

Wenn du einen Tag lang Königin von Zürich wärst, was würdest du als Erstes tun?

Ich würde als erstes allen Danken, die sich tagtäglich mit Herzblut für die vielen tollen Projekte einsetzen, die es in unserer Stadt gibt.


Für die Aufführung von «Die Küche ist voll» am Sonntag, 30. Juni im Bernhard Theater verlosen wir 1 Mal 2 Tickets. Schreib uns, falls du gehen willst.


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