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Solidarischer Techno für Rojava

Solidarität mit Rojava! Unter diesem Vorzeichen veröffentlicht das Zürcher Kollektiv «Kashev Tapes» am Montag «Sonic Resistance», eine Techno Compilation mit 91 Tracks. Die Gewinne aus den Downloads gehen alle an die Stiftung der freien Frauen Rojavas.
10. Februar 2020
Redaktor

Techno war von Anfang an eine Praxis des Widerstands. Der Sound des Detroiter Kollektivs «Underground Resistance» etwa reflektierte die Existenz der marginalisierten schwarzen Bevölkerung Detroits. Zu dieser Existenz gehörten Rassismus, exzessive Polizeigewalt und diverse ökonomische Formen der Diskriminierung. Gegen diese Machtungleichheiten betrieb der Detroittechno einen «Sonic Warfare», einen akkustischen Krieg.

Es ist schön, dass auch in Zürich Künstler*innen mit diesen politischen Urspüngen des Technos in einen Dialog treten. Bereits seit einigen Jahren vertritt das Kollektiv «Kashev Tapes» einen ähnlichen kritischen Impuls gegenüber aktuellen Machtverhältnissen. Das Kollektiv steht für musikalische ebenso wie gesellschaftliche Offenheit und setzt sich kritisch mit den Themen Sexismus, Kapitalismus und Konsumismus in der Klubkultur auseinander.

Rojava ist bedroht

Zur Kritik der hiesigen Umstände gehört auch die Solidarität mit emanzipatorischen Kämpfen in weniger privilegierten Orten dieser Welt. Rojava – das autonome Gebiet im Nordosten Syriens – zeigt, dass eine pluralistische Gesellschaft, die auf Gleichheit und Inklusion beruht, jenseits patriarchaler und kapitalistischer Gesellschaftsstrukturen existieren kann. Doch dieses utopische Projekt ist bedroht. Der Abzug amerikanischer Truppen aus dem Gebiet und die darauffolgende türkische Offensive haben die Lage in jüngster Zeit noch verschlechtert.

Bild: zvg

Seit Jahren leisten in Rojava Frauen und Männer einen unerbittlichen Kampf gegen die imperialen und religiös-fundamentalistischen Machtgelüste der umliegenden Staaten. Als Zeichen der Solidarität hat deswegen das Kollektiv «Kashev Tapes» die Compilation «Sonic Resistance» veröffentlicht. Es finden sich darauf 91 Tracks von Zürcher und internationalen Künstler*nnen. Mit der Compilation will das Kollektiv Klubkultur wieder stärker mit ihrer Vergangenheit in Befreiungsbewegungen in Verbindung bringen. Umso naheliegender ist es deswegen für das Kollektiv Kashev Tapes, auch Rojava zu unterstützen.

Alle Gewinne aus dem Verkauf der Compilation gehen zugunsten der «Stiftung der Freien Frauen Rojavas (Weqfa Jina Azad A Rojava)», eine der letzten Frauenorganisationen im Gebiet. Auf dem Spiel steht beim revolutionären Projekt Rojavas letztlich nicht nur das Schicksal der Kurdischen Bevölkerung, sondern auch die Möglichkeit überhaupt, in Zeiten zivilisatorischen Rückschrittes lebendige Utopien aufrechtzuerhalten. Das geht uns alle an.

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