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8 gruslige Geschichten aus Zürichs Vergangenheit

Es ist wieder so weit! Halloween, die Zeit der Geister, Ungeheuer und Schauergeschichten, steht vor der Tür. Um uns gebührend in die Spuk-Stimmung zu bringen, haben wir uns Zürichs dunkle Vergangenheit angeschaut. Stell das Licht aus, hör dir unseren Grusel-Soundtrack an und viel Spass!
27. Oktober 2016

1. Mordnacht von Zürich

In der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 1350 versuchten Adlige Zürich wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Ausgangslage war die Zunftrevolution von Bürgermeister Rudolf Brun. Mit Hilfe von Handwerkern vertrieb Brun im Jahr 1336 die Ratsherren aus der Stadt und bildete mit den Zünften einen neuen grossen Stadtrat.

In der Mordnacht von Zürich versuchten mehrere Adlige mit ihrer Gefolgschaft Bürgermeister Brun und seine Anhänger im Schlaf zu ermorden und die Stadt an sich zu reissen. Verschwörer im Inneren öffneten für ihre Verbündeten die Stadttore, damit sie eindringen konnten. Die Verschwörer versuchten das Läuten der Sturmglocke im Grossmünster und damit das Sammeln der wehrfähigen Männer zu verhindern. Durch die ganze Nacht hindurch wurden erbitterte Gefechte in den Strassen Zürichs ausgetragen. Besonders blutig waren die Kämpfe bei der Zunft zum Widder (Nähe Lindenhof). Wachsame Bürger haben sich gegen die Adligen gestellt und einen Anschlag auf Bürgermeister Brun verhindert. Allen voran haben die Metzger mit ihren Schlachtbeilen und Messern grimmige Arbeit geleistet und die Putschisten vertrieben. Als Dank erhielten sie vom Zürcher Rat den „Isengrind“, einen goldenen Halblöwen auf einer Stange, geschenkt, der noch heute sinnbildlich an den Umzügen mitgetragen wird. Rund 30 Menschen starben in der Mordnacht und die meisten Gefangenen liess Bürgermeister Brun rädern oder köpfen.

2. Die Klungerin – Ungeheuer vom Zürichsee

Am linken Ufer des Zürichsees soll ein altes, gespenstisches Weib ihr Unwesen treiben. Es hat zwei Höcker, einen auf der Brust, einen auf dem Rücken und lange, scharfe Nägel an den Fingern. In der Nacht quält und peinigt sie die Schlafenden, indem sie ihnen zusammengekauert auf die Brust hockt und mit ihren langen Nägeln die Hälse zuschnürt. Sie soll sich in einer schwer zugänglichen Höhle im Sihlsprung aufhalten.

3. Wackerbold – Ein Bäcker rächt sich an Zürich

Im 13. Jahrhundert lebte im Niederdorf ein Bäcker Namens Wackerbold. Weil er seine Brote zu leicht gebacken hatte, wurde er bestraft. Die Zürcher zwängten den Bäcker in einen Schmachkorb und hingen ihn über den sumpfigen Teil der Limmat, voller Kot und Galle, zwischen dem Rathaus und der Wasserkirche. Dort hing Wackerbold ohne Wasser und Brot und wurde von Jung und Alt verspottet. Schliesslich hielt er es nicht mehr aus und sprang aus dem Korb, was ihm erlaubt war. Mühselig kämpfte er sich durch den stinkenden Schlamm und setzte sich dem Gelächter der ganzen Stadtbevölkerung aus.

Voller Groll schmiedete Wackerbold seine Rache und plante, ganz Zürich abzubrennen. Nach und nach füllte er sein Haus heimlich mit trockenem Holz, bis es zur Decke gefüllt war. In einer stürmischen Nacht legte er in seinem Haus Feuer und schon bald sprangen die Flammen über die Dächer. Der Bäcker machte sich schnellstens davon und wurde nie mehr erblickt.

4. Die drei Buchen auf Manegg – Betrogenes Mädchen findet ihr Ende

Auf der Höhe des Üetliberges lag vor hunderten von Jahren die Burg Manegg. Im 14. Jahrhundert war es der Wohnsitz der berühmtesten und mächtigsten Adelsfamilie Zürichs – der Manesse. Trotz des edlen Stammbaumes gab es auch üble Genossen bei der Adelsfamilie, die den Ritterkodex nicht schätzten. Ein berüchtigter Schlossherr von Manegg soll sogar ein gewissenloser Verführer gewesen sein, der ein armes Bauernmädchen in ihren Untergang trieb. Der Edelmann soll die schöne Bauerntochter mit trügerischen Treueschwüren verführt haben und überredete das arme Mädchen auf ein nächtliches Stelldichein bei den drei Buchen, in der Nähe der Burg.

Kaum hatte er das Mädchen für sich gewonnen, zeigte er sein wahres Gesicht und stiess die junge Frau von sich. In ihrer Verzweiflung schleppte sich das betrogene Mädchen vor die Tore der Burg und rief nach ihrem Geliebten. Nur mit höhnischem Gelächter reagierte der Burgherr auf die verzweifelten Rufe und hetzte die Hunde auf das unschuldige Mädchen. Ohne Hoffnung und mit gebrochenem Herzen rettete sich das Mädchen zu den drei Buchen, wo sie ihr trauriges Leben mit eigener Hand beendete.
In stürmischen Nächten soll an dieser Stelle ein flackerndes Feuer und eine weisse Gestalt zu sehen sein, die ihre Hände zum Himmel regt.

5. Der Tassbergmann – Geisterritter vom Pfannenstiel

Vor vielen Jahrhunderten stand am Abhang des Pfannenstiels das Tassberger Schloss. Die Herren des Schlosses waren der Schrecken der Bauern, indem sie ihre Pferde stahlen, die Felder schändeten und sich wehrende Landleute einfach umbrachten. Der schlimmste von ihnen war der letzte Schlossherr, der seine Umgebung in Elend und Not stürzte.

Eines Tages wurde er niedergeschlagen und sein Schloss abgebrannt, doch das Unheil nahm kein Ende. Der ruchlose Schlossherr fand auch im Grabe keine Ruh und spuckt nun als Gespenst umher. Mit glitzerndem Schild, Helm und Harnisch rast er auf seinem Schimmel in der Gegend des Rütihofs umher, terrorisiert verirrte Wanderer und ruft: „Hupp, hupp, hee! Hupp, hupp, hee!“

6. Fluchstein von Herrliberg – Liebe bis zum Tod

In uralter Zeit soll ein mächtiger Zauberer am Zürichsee gehaust haben. Seine schöne Tochter verliebte sich in einen Bauernsohn aus Herrliberg – ganz zum Unbehagen ihres Vaters. Obwohl der Zauberer seiner Tochter verboten hatte den jungen Burschen wiederzusehen, konnte sie ihrem Geliebten nicht fern bleiben. Als sich die zwei Verliebten eines Nachts am Waldrand von Herrliberg trafen, sprach der Zauberer einen Fluch aus, um seine Tochter zu bestrafen.

Ein gewaltiges Gewitter zog auf und die Erde öffnete sich unter dem Liebespaar, die in den Schlund stürzten und darin den Tod fanden. Noch in der gleichen Nacht haben Geister einen kolossalen Felsbrocken auf das Grab der beiden gewälzt. Es heisst, in stillen klaren Mondnächten könne man in der Nähe des Steines ein leises Seufzen hören. Der Fluchstein oder auch „Pflugstein“ ist der grösste Findling des Kantons Zürich und beliebter Kletterort für Kinder. Ach, wenn die nur die traurige Geschichte, des engumschlungenen Liebespaars unter dem Stein kennen würden...

7. Felix und Regula – Wie Märtyrer zu Stadtheiligen werden

Im vierten Jahrhundert flüchteten die christlichen Geschwister Felix und Regula vor dem römischen Kaiser Maximian. Vor dem Schloss Turicum, in der Nähe des heutigen Lindenhofes, stellten sie mit ihrem Bediensteten Exuperantius ihre Zelte auf, bis sie vom Kommandanten Decius entdeckt wurden. Decius befahl sie auf glühende Eisenräder zu flechten und sie in siedendes Pech zu werfen, bis sie die römischen Götter anerkennen würden.

Trotz langer und schrecklicher Folter liessen die Geschwister nicht von ihrem Glauben ab. Auf einer kleinen Insel auf der Limmat, auf der heute die Wasserkirche steht, wurden die drei von den römischen Soldaten enthauptet. Nach der Hinrichtung hätten sich die Märtyrer wie von zauberhand wieder erhoben, ihre abgeschlagenen Köpfe in die Hände genommen und sind genau 40 Schritt auf die nächste Anhöhe gegangen. Auf diesem Platze erbaute später Karl der Grosse das Grossmünster und liess die Märtyrer heilig sprechen.

8. Bonus – Monatliche Opfergabe

Zum Schluss möchte ich meine ganz persönliche Gruselgeschichte aus Zürich erzählen. Seit mehreren Jahren schon sehe unheimliche Begebenheiten vor meiner Haustür, die einmal im Monat stattfinden. Schön gebündelt liegen des Morgens plötzlich mehrere Päckchen Karton auf dem Trottoir. Wer hat sie dort hingebracht? Wieso liegen sie dort? Ich weiss es nicht...

Es scheint eine okkulte Bruderschaft zu sein, die eine Opfergabe erbringen will. Vielleicht dem schnöden Mammon? Vielleicht Moloch? Oder etwa ein ganz anderer Gott? Ich weiss es nicht und ich habe angst nachzufragen – Ich wüsste doch nicht mal wen!

Wenn ich die gebündelten Pakete am Morgen erblicke, hetze ich angsterfüllt in meine Wohnung zurück und bereite auch meine Opfergabe vor. Mit gesenktem Kopf lege ich mein Opfer behutsam und sorgfältig unter den Baum neben dem Trottoir und gehe von dannen, ohne meinen Blick zurückzuwerfen. Wenn ich am Abend zurückkehre, sind die Opfergaben wie von Geisterhand verschwunden, auch meins wurde angenommen. Ich bin dankbar und erleichtert.

Wer sich so richtig gruseln will, dem empfehlen wir den Ghostwalk von Dan Dent. In einer einzigartigen Weise führt dich Dan durch die Altstadt und zeigt die unheimlichen Ecken der Stadt auf.

Veröffentlicht: 27. Oktober 2016 | Update: 22. Oktober 2018


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