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© Roland Fischer, Zürich (Switzerland) / Wikimedia Commons

«Ja, es braucht Ausländer*innen in der Zürcher Polizei!»

Politiker fordern, dass Ausländer*innen zur Polizei gehen dürfen. Das ist auch unbedingt nötig, am besten gleich mit fixen Ausländer*innen-Quoten. Ein Kommentar von Jacoby.
22. August 2019
Chefredaktor

Menschen mit einer C-Bewilligung sollen zum «bewaffneten Polizeidienst» in der Stadt Zürich zugelassen werden. Dies fordern die Politiker*innen Shaibal Roy (GLP), Marcel Bührig (Grüne), Nadia Huberson (SP) und Isabel Garcia (GLP) mit einer Motion, welche am Mittwoch im Parlament eingereicht wurde.

Die Forderung scheint mutig und wird die Rechten beinahe vor Wut platzen lassen. Doch sie ist nichts mehr als ein erster Schritt. Die Forderung müsste viel weiter gehen!

Natürlich sollen sogenannte Ausländer*innen mit einer C-Bewilligung bei der Polizei mitmachen dürfen. Warum denn auch nicht? Sofern sie in der Stadt leben, kennen sie unsere Lebensrealität vermutlich besser als die meisten der aktuellen Polizist*innen. Dass diese nämlich oft nicht in der Stadt leben, sondern von ausserhalb zur Arbeit pendeln, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Der ehemalige Polizeichef argumentierte, die Ordnungshüter*innen könnten sich die Wohnungen in Zürich nicht leisten. Ein komisches Argument, denn als Polizist*in verdient man ziemlich gut.

Die Zürcher Stadtpolizei («Dein Freund und Helfer») müsste ein Spiegel unserer städtischen Gesellschaft sein. Also bunt, divers, gemischt – nach möglichst vielen Kriterien. Es sollte den Migrant*innen also nicht nur erlaubt sein bei der Stapo zu arbeiten. Die Politik müsste eine Quote von ein Drittel Ausländer*innen in der Polizei einführen, denn so gross ist deren Anteil an der Zürcher Bevölkerung (die Secondos und Secondas MIT Schweizer Pass sind da natürlich nicht eingerechnet).

Zudem müsste die Politik bei der Stadtpolizei eine Frauenquote von 50 Prozent einführen und darauf schauen, dass die meisten der Polizist*innen auch tatsächlich in der Stadt Zürich wohnen.

Eine Polizei, die – etwas überspitzt formuliert – nur aus ländlichen, weissen und männlichen Aargauern besteht, kann die urbane Lebensrealität weder verstehen noch darauf eingehen. Das ist nicht böse gemeint, doch das Leben einer jungen Migrantin in der Stadt hat nun mal nicht viel gemeinsam mit dem eines alten Schweizer Mannes vom Land. Eine Polizei, die für die Bevölkerung da ist, muss ein Teil von dieser sein.

Also, ihr lieben Linken im Parlament. Ihr dürft gerne noch etwas mutiger werden. Schliesslich habt ihr die Mehrheit. Mehr Ausländer*innen, mehr Frauen*, mehr Städter*innen und mehr Prosecco für die Polizei!

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