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Zürcher*innen begegnen kann ganz einfach sein

Eine Veranstaltung für alle Zürcher*innen zu machen, ist eine Herausforderung. sam mosimann hat sie angenommen: Er veranstaltet als Co-Leiter von «About Us!» die ersten interkulturellen Wochen. Hier erzählt er, wie er dabei Zürich neu kennenlernte und wo man einfach mit Zürcher*innen in Kontakt kommen kann.
31. Mai 2019

Seit September letzten Jahres ist das Rauszoomen, das Auf-die-ganze-Stadt-Blicken, Teil meines beruflichen Alltags. Ich bin in der Co-Leitung von About Us! Zürich Interkulturell. Für die ersten interkulturellen Wochen im September erfinden wir Veranstaltungen, um möglichst viele Zürcher*innen miteinander in Kontakt zu bringen. Dazu wollte ich herausfinden, ob das überhaupt geht – Zürcher*innen begegnen. Diese Menschengattung gilt ja landläufig nicht als die zugänglichste. Irrtum sag' ich da nur.

Erst von oben drauf schauen und dann eintauchen

Am einfachsten geht das Rauszoomen mithilfe des Internets. Die Webseite der Stadt Zürich ist eine gute Möglichkeit für einen ersten Überblick: Fast 430’000 Personen leben in der Limmatstadt. Rund zwei Drittel davon haben einen Schweizer Pass. Gesprochen werden über 100 Sprachen, die häufigsten Mutter- und Hauptsprachen sind Deutsch, Englisch und Italienisch. Über 225’000 Wohnungen verteilen sich auf 12 Kreise, welche wiederum in 34 Quartiere aufgeteilt sind. Im 13. Jahrhundert gab es nur eine einzige öffentliche Grünanlage, den Lindenhof. Heute sind es rund 70 Parks und Grünanlagen. Ich kenne vielleicht 15 davon.

Um etwas wirklich kennenzulernen, muss ich eintauchen – reinzoomen statt rauszoomen. Also weg aus dem Internet und ab auf die Suche nach Menschen, die etwas zu den interkulturellen Wochen beisteuern können. Ich habe unterschiedlichste Veranstaltungen besucht, um auf vielfältige Art und Weise Zürcher*innen zu begegnen.

Einfach losreden

Im Kulturhaus Helferei habe ich mich mit Menschen mit Fluchterfahrung an den Tisch gesetzt und das vom Flüchtlingstheater Malaika gekochte Essen genossen. Die Malaikas, wie sich selbst nennen, spielen zusammen Theater und sind leidenschaftliche Köch*innen. Einmal im Monat laden sie zum Dîner. Am Tisch entwickeln sich schnell Gespräche über das Essen und andere alltägliche Dinge. Darin liegt die Qualität dieser Begegnung – in ihrer einfachen Direktheit. Denn es geht nicht darum, wer man ist, sondern nur darum, dass man da ist.

Im Debattierhaus Karl der Grosse hatte ich Auseinandersetzungen mit 10 Menschen. Wir sassen stets zu zweit an einem Tisch. Nach einer kurzen Einführung in ein Thema hatten wir jeweils vier Minuten Zeit, uns auszutauschen. Das Spektrum der Themen war so breit wie die Hintergründe der Menschen, die teilgenommen haben: Rahmenvertrag Schweiz-EU, Verkehrsplanung, Gendertoiletten, Langstrasse usw. Ich übte mich im Disput mit Menschen mit unterschiedlichsten politischen Ausrichtungen und verschiedensten Alters. In dieser Veranstaltung mit dem Namen «10 Debatten, 10 Gegenüber» habe ich Zürcher*innen über ihre Meinung kennengelernt.

Fast 430'000 Möglichkeiten

Ich habe noch viele weitere Angebote entdeckt, bei denen man mit Zürcher*innen ins Gespräch oder in Aktion kommen kann. In Affoltern kann man bei Farbige Wolle, eine Gruppe des Vereins Expo Transkultur, jede Woche gemeinsam stricken. Wer lieber nähen will, kommt in Kursen und Veranstaltungen der Social Fabric zum Zuge. Im Chor der Nationen singen jeden Dienstag Menschen aus aller Welt zusammen. Die Social Muse Society veranstaltet Conversation Evenings mit und ohne Dinner, bei denen Unbekannte sich stundenlang unterhalten. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Es gibt wohl so viele Möglichkeiten wie Menschen in der Stadt. Wer will, kann also ganz einfach mit Zürcher*innen in Kontakt treten. Und dies auf vielfältige Weise.

Übrigens: Mein Lieblingsort zum Rauszoomen ist das dreidimensionale Stadtmodel im Amtshaus IV. Hier sind im Massstab 1:1000 über 50'000 Gebäude nachgebaut. Da habe ich den besten Überblick – und erst noch analog.

sam mosimann
sam mosimann ist 37 Jahre alt und lebt seit 10 Jahren in der Stadt. Geld verdient er in Projekten mit Anfang und Ende. Eines davon ist About Us!. Als Co-Leiter veranstaltet er im September die ersten Interkultruellen Wochen in der Stadt. Für Tsüri.ch schreibt sam monatlich darüber, wie er dadurch neue Seiten von Zürich entdeckt.

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