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Zürcher Restaurants: Personalabbau und weniger Umsatz

Die Zürcher Gastro-Branche leidet auch vier Monate nach der Wiedereröffnung. Die Gastronom*innen machen weniger Umsatz und müssen Personal entlassen, wie eine Umfrage von Tsüri.ch und La Résistance zeigt. Gute Noten gibt es jedoch von der Stadtpolizei.
10. August 2020
Praktikantin Redaktion

«Super seid ihr wieder offen und wir hoffen, ihr übersteht diese Zeit, denn ihr habt es verdient!»

Dieses und anderes positives Feedback bekommen die Zürcher Gastro-Lokale seit der Wiedereröffnung am 11. Mai immer wieder zu hören. Das tut gut, die Gastronom*innen freuen sich, dass sie wieder bewirten dürfen. Denn was ist ein Restaurant schon ohne Gäste? Richtig, ein Restaurant ohne Umsatz.

Doch nur den wenigsten Restaurants geht es wirtschaftlich so gut wie vor der Corona-Krise, wie die exklusive Umfrage von La Résistance und Tsüri.ch zeigt. Von den 21 befragten Gastronom*innen sind es 7, welche mindestens die gleichen Beträge einnehmen wie im Vorsommer. Den meisten Betrieben geht es schlechter, sie verzeichnen Einbussen von bis zu 70 Prozent.

Dies bleibt natürlich nicht ohne Konsequenzen, fast die Hälfte aller befragten Betriebe mussten bei den Ausgaben Abstriche machen und haben aufgrund der Corona-Krise Personal entlassen müssen.

Doch nicht alles ist schlecht in dieser schwierigen Zeit. Die allermeisten Betriebe berichten von entspannter Atmosphäre, viel positivem Feedback von der Kundschaft und schätzen ihre eigene Lage als verhalten positiv ein, wie diese Grafik zeigt ( 0 = sehr schlecht, 10 = super).

Dass die Gastro-Betriebe überhaupt wieder Gäste bewirten dürfen, ist an strenge Hygiene-Auflagen, welche von Bund und Kanton vorgegeben werden, geknüpft. So geben alle befragten Unternehmen an, Desinfektionsmittel bereit zu stellen und aufgrund der Abstandsregel weniger Tische im Lokal aufgestellt zu haben.

Hygienemassnahmen der Restaurants

Einige Massnahmen wurden mittlerweile jedoch wieder gelockert, so zum Beispiel der Mindestabstand, der momentan 1.5 Meter beträgt. Das bedeutet mehr Platz für Gäste. Auch wenn die Liste der Hygienevorschriften lang ist, die Gastronom*innen kommen damit gut zurecht und halten sich ausnahmslos daran. Dies bestätigt auch die Stadtpolizei Zürich. Auf Anfrage teilt sie mit, dass in den vier Monaten seit der Wiedereröffnung rund 170 Betriebe kontrolliert worden seien. Das Resultat: Keine einzige Beanstandung.

Sowieso scheint die Zusammenarbeit zwischen den Restaurants und den Behörden gut zu funktionieren. Fast 70 Prozent der befragten Gastronom*innen fühlten sich nach der Wiedereröffnung von den Behörden gut begleitet, jedoch habe es langwierige Prozesse gegeben, unter anderem in Sachen Kurzarbeit und der lange ungelösten Situation bezüglich der Mietpreise.

Bis die Zürcher Gastro-Szene wieder zu alter Stärke finden kann, dauert es bestimmt noch einige Monate. In dieser Zeit setzen viele Gastronom*innen weiterhin auf Takeaway-Angebote als zusätzliche Einnahmequelle, wünschen sich von den Kund*innen Verständnis, Vertrauen und den Mut zur Feier.

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