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Diese 6 Zürcher Bauten erinnern an Alfred Escher

Tsüri-Redaktor Philipp hat sich in der Stadt auf die Suche nach Bauwerken gemacht, die an den vielleicht wichtigsten Schweizer Geschäftsmann und Politiker, Alfred Escher, erinnern, der vor 200 Jahren geboren wurde. Und er wurde nicht nur beim HB fündig.
17. Oktober 2019
Redaktor

1. Hauptbahnhof Zürich

Kein Tag vergeht an dem kein*e Tourist*in die Passant*innen vor dem Hauptbahnhof nach einem Foto mit der türkisen Statue bittet. Vermutlich wissen nur wenige von ihnen, dass das Denkmal dem einstigen «König der Schweiz» gewidmet wurde: Alfred Escher, Jurist, Politiker, Eisenbahnunternehmer und Mitbegründer der modernen Schweiz, der aber auch oft für seinen Geltungsdrang in der Kritik stand. Das Monument steht also nicht zufällig beim Hauptbahnhof. Denn Escher wird schweizweit – nicht zuletzt, weil er dieses Jahr 200 geworden wäre – vor allem für seine Errungenschaften als Eisenbahnbauer frenetisch gefeiert.

2. ETH-Zürich

Vieles, was in Zürich heute noch an den kapitalistischen Freigeist und knallharten Geschäftsmann erinnert, ist mit dem damaligen Eisenbahn-Boom verbunden. Neben dem sukzessiven Ausbau des Schienennetzes in der Schweiz hatte Escher sich weitere hohe Ziele gesetzt, etwa den Bau des Gotthardtunnels. Um seine Pläne in die Tat umzusetzen, schienen ihm fast alle Mittel recht. So änderte er beispielsweise das Eisenbahngesetz und privatisierte damit den Bau der Schweizer Eisenbahnen. Des Weiteren gründete er die heute wohl wichtigste technisch-naturwissenschaftliche Universität der Schweiz mit, die ETH. Am «Eidgenössischen Polytechnikum» sollten die nötigen Fachkräfte für sein Vorhaben ausgebildet werden.

Diese Statue vor dem Zürcher HB erinnert an den «König der Schweiz».

3. Die Schweizerische Kreditanstalt

Weil das Eisenbahngeschäft fest in den Händen der Privatwirtschaft war, musste für die Finanzierung Geld her. Warum also nicht gleich noch eine Bank gründen und die Kohle für die Bahnen im Ausland besorgen? Escher und seine Konsorten schufen also kurzerhand die Schweizerische Kreditanstalt (SKA), die heutige Credit Suisse. Dass auch diese letztendlich die Kosten für seine waghalsigen Projekte nicht würde stemmen können, war ihm zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht klar. Heute erinnern nur noch die Sicherheitsgitter des CS-Hauptgebäudes beim Paradeplatz an dazumal.

4. Rentenanstalt aka Swiss-Life

Die Gründung der Schweizerischen Lebensversicherung- und Rentenanstalt, heute «Swiss-Life», ist eine weitere Errungenschaft, bei welcher der König der Schweiz seine Finger im Spiel hatte. Der ehrgeizige Politiker Escher war inzwischen bereits Regierungspräsident der Stadt. Die Anstalt war 1894 eine der ersten Gesellschaften, die es möglich machte, eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abzuschliessen.

5. Die Alfred Escher-Strasse

Zwischen dem gegenwärtigen Fifa-Museum und eben dieser Rentenanstalt befindet sich die wohl unspektakulärste Erinnerung an den Pionier – die Alfred Escher-Strasse. Sie kreuzt auf ihrem Weg von der Zürcher Sukkulenten-Sammlung den General-Guisan-Quai und endet bei der Tunnelstrasse in der Zürcher Enge.

6. Belvoirpark

Spätestens als sein letztes Projekt, der Bau des Gotthardtunnels, wegen seiner Fehlkalkulation und seines Übermuts verstaatlicht wurde, war die Endstation der Erfolgsgeschichte Eschers erreicht. Alfred wurde nicht einmal zur Einweihung des Tunnels eingeladen. Kein Wunder, die Kosten für den Tunnel hatten das Budget um rund 40 Millionen Schweizer Franken überstiegen. Escher erkrankte daraufhin und nach seinem Tod 1882 wurde sein Domizil, die Villa beim Belvoirpark, an seine Tochter Lydia vererbt. Der Park ist bis heute für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt derzeit das Restaurant der gleichnamigen Hotelfachschule.

Hier lebte Alfred Escher: Der Belvoirpark im Zürcher Kreis 2.

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