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Stimmen der Jungen sollen bei Abstimmungen doppelt zählen, fordert Zürcher Regierungsrätin

28. Juni 2016
Chefredaktor
Im Jahr 2035 ist die Schweizer Durchschnittswählerin über 60 Jahre alt und in Grossbritannien waren es ebenfalls die älteren Stimmbürger, welche den Ausschlag für den Brexit gegeben haben.

https://twitter.com/statista_com/status/747414133998501888

Allerdings zeigt diese Grafik auch, dass die Stimmbeteiligung beim Brexit besonders bei den jungen Stimmenden auf einem sehr tiefen Niveau lag. Während 83 Prozent der Generation 65+ an der Abstimmung teilgenommen haben, sind es bei den 18- bis 24-Jährigen gerade mal 36 Prozent. Fakt ist: Die älteren Stimmenden entscheiden über die Zukunft der Jungen. Einerseits weil sie zahlenmässig überlegen sind, andererseits weil sie häufiger an den Abstimmungen teilnehmen.

Um einem Streit der Generationen vorzubeugen und möglichst viele hier wohnhafte Personen in die Demokratie zu integrieren, liegen in der Schweiz verschiedene Vorschläge auf dem Tisch: Nationalrat Cédric Wermuth (SP) fordert beispielsweise grössere Mitbestimmungsrechte für Migrantinnen und der liberale Thinktank Avenir Suisse macht sich für das Stimmrecht ab 16 Jahren stark.

Die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr macht sich auf Facebook für eine etwas komplexere Lösung stark und fordert, dass die Stimmen der 20- bis 40-Jährigen doppelt zählen, jene der 40-bis 65-Jährigen sollen das eineinhalbfache Gewicht haben und die Stimmbüger, welche über 65 Jahre alt sind, sollen ihre eine Stimme behalten.

https://www.facebook.com/jacqueline.fehr.18/posts/1737303196546837

Für die Operation Libero, welche mit ihrem modernen Kampagnenstil vor allem junge Wählerinnen erreicht, ist der Vorschlag von Regierungsrätin Fehr keine gute Idee. «Ich halte es nicht für zielführend, hier die Jungen gegen die Alten mittels Gewichtung gegeneinander auszuspielen», erklärt Silvan Gisler, Co-Gründer der Operation Libero, gegenüber Tsüri.ch seine Bedenken. Wichtiger sei, dass die Jungen «für ihre Freiheiten und Chancen aktiv einstehen und so Mehrheiten schaffen.» Ob dies mit dem Stimmrechtsalter 16 besser gelingen könnte, will die Operation Libero nicht kommentieren.

Das Brexit-Beispiel zeigt: Ein tieferes Stimmrechtsalter kombiniert mit dem doppelten Gewicht der jungen Stimmen, würde noch immer nicht reichten, die älteren Stimmbürger zu überflügeln. Es braucht zusätzlich weitere Instrumente, damit die Jungen sich aktiver an der Politik beteiligen.

Titelbild: Screenshot/Twitter

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