Tsüri goes ZFF: «Krieg»

«Krieg» ist ein deutsches Filmdrama, das am 13. Zurich Film Festival im Wettbewerb der Kategorie «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» gezeigt wurde. Der Film, der auch einige Thriller-Elemente hat, ist eine Buchverfilmung des gleichnamigen Romans von Jochen Rausch.
01. Oktober 2017

Der zentrale Charakter in «Krieg» ist Vater und Ehemann Arnold, der zurückgezogen mit seinem Hund in den Tiroler Bergen lebt. Durch Rückblenden erfährt der Zuschauer, wie es dazu gekommen ist. Arnold führte mit seiner Frau Karen und dem gemeinsamen Sohn Chris ein bürgerliches Leben. Chris entscheidet jedoch, seine Lehre abzubrechen und zur Bundeswehr zu gehen, was seinen pazifistischen Eltern sehr missfällt. Kurz darauf wird er für einen Auslandseinsatz in Afghanistan eingesetzt, wo er später umkommt. Karen fällt in eine schwere Depression und nimmt sich schliesslich das Leben, und Arnold beschliesst, seine bürgerliche Existenz zurückzulassen.

Doch auch in den Bergen findet er keine Ruhe. Ein unbekannter Mann, der von der Dorfgemeinde als komischer Kauz abgetan wird, verwüstet seine Hütte und verletzt seinen Hund. Ein Katz- und Maus-Spiel der beiden Männer beginnt. Der Pazifist Arnold, der stets gegen Krieg und Gewalt war, startet einen Rachefeldzug gegen den Mann.

Krieg ist ein düsteres, unheimliches Drama, das durch gewaltige Bildsprache und eindrückliche Landschaftsaufnahmen der Tiroler Alpen beeindruckt. Schauspielerisch überzeugt Ulrich Matthes als gebrochener Mann und Vater, der bis zum Schluss versucht, sich alles schönzureden und sich die Realität zurechtbiegt. Auf subtile Art und Weise zeigt Rick Ostermann, wie aus einem lebensfrohen, friedlichen Menschen ein hasserfüllter Rächer werden kann. Obwohl «Krieg» ein tragischer und tieftrauriger Film ist, gibt es immer wieder komische Momente, welche die Stimmung heben.

Titelbild: zvg/ZFF

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