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Der Bucheggplatz wird nach seinem Umbau ein vielseitig brauchbarer Stadtplatz. (Illustration: Patric Sandri)

Zehn Thesen zum klimavernünftigen Verkehr

Die Rosengärtnerinnen gründen ihren Verkehrsplan für den Umbau der Westangente von Zürich zu einer normalen Stadtstrasse auf zehn Thesen.
20. Januar 2021

Text: Simone Brander, Josef Estermann, Peter Hotz, Paul Romann, Erich Willi und Köbi Gantenbein


1. Der Verkehr ist der grösste Energieverbraucher und der grösste CO2-Verursacher. Sein Anteil an der CO2-Emission nimmt zu. Bund, Kantone und Städte müssen den Verkehr in die Klimapolitik einbeziehen.

2. Mehr klimafreundlicher Verkehr allein bewirkt noch keinen Rückgang der Treibhausgase. Wie die Bilanz aller emissionsbeschränkenden Massnahmen zeigt, können die Klimaziele nicht eingehalten werden, ohne den Individualverkehr entschieden zu reduzieren.

3. Es gibt keine anderen Bereiche, in denen der hohe Energieverbrauch und der CO2-Ausstoss des Verkehrs kompensiert werden könnten. Auch im Verkehr müssen deshalb die Treibhausgase bis 2030 halbiert werden.

4. Wie das Beispiel der Stadt Zürich zeigt, sind 80 Prozent der Autofahrten Binnen-, Ziel- und Quellverkehr. Die Fahrleistung bestimmt über den Energie­verbrauch. Von ihm hängen die Treibhausgas-Emissionen ab.

5. Wer die heutigen Kapazitäten im motorisierten Individualverkehr festschreibt, vereitelt die Einhaltung der Klimaziele. Die Bestandesgarantie der Zürcher Kantonsverfassung für die heutigen Verkehrsmengen auf Staatsstrassen widerspricht den Verpflichtungen des Pariser Klimaab­kommens und damit dem Bundesrecht.

6. Eine klimafreundliche Verkehrspolitik baut Zug, Bus und Tram aus, fördert den Fuss- und Veloverkehr und priorisiert sie auch auf dem Hauptstrassennetz. Auf den Hauptachsen entscheidet sich, ob der Verkehr nicht nur klima-, sondern für Tausende von Anwohnerinnen und Anwohnern auch umweltfreundlich und effi­zient gestaltet werden kann.

7. Parkplätze schaffen Verkehr. Weniger Verkehr bedeutet weniger Parkplätze und umgekehrt. Emissionsbeschränkungen vertragen sich nicht mit einer beliebigen Zahl von Parkplätzen.

8. Nirgends sind die Vielfalt, die Vernetzung und Erschliessung besser und die Distanzen kürzer als in Städten. Nirgends gibt es effizientere Alternativen zum Auto als in und zwischen den Städten. Nirgends ist die Möglichkeit, mit digitalen Techniken unsinnigen Verkehr zu vermeiden, so gut wie in den Städten.

9. Klimafreundliche Verkehrsmittel sind leistungsfähig und beanspruchen möglichst wenig Raum. Der motorisierte Individualverkehr erzeugt die mit Abstand höchste Schadstoffbelastung pro Per­sonenkilometer, erfordert pro beförderte Person ein Vielfaches der Fläche, die vom öffentlichen oder im Fuss- und Veloverkehr beansprucht wird.

10. Auch Hauptstrassen sind Lebensraum: Sie sind auf die Bedürfnisse aller, die hier leben und verkehren, aus­zurichten und entsprechend zu gestalten. In einer klima­freundlichen Verkehrspolitik kann dem Auto auf städtischen Strassen keine Prädominanz zukommen.

Rosengarten – die Alternative

Was taugt die Alternative? Was unternimmt die Stadt Zürich am Rosengarten? Wie gelingt mit dem Verkehrsprojekt auch eine gute Quartierentwicklung?

Am Städtebau-Stammtisch stellt die Gruppe Rosengärtner ihre Alternative vor, anschliessend diskutieren wir sie mit Sabeth Tödtli, Urban Equipe, Richard Wolff, Stadtrat und Tiefbauvorsteher von Zürich, Sonja Rueff, Kantonsrätin FDP, und Josef Estermann, Rosengärtner. Moderation: Rahel Marti, Hochparterre.

Hochparterre und Tsüri.ch organisieren den Abend gemeinsam und berichten parallel.

Datum und Zeit: Montag 25. Januar 2021,19 bis 21 Uhr.

Durchführung: Vor Ort können wir coronabedingt leider kein Publikum empfangen. Wir übertragen den Anlass entweder als Livestreaming oder via Zoom.

Anmeldung und weitere Informationen: bis 22. Januar auf veranstaltungen.hochparterre.ch

Mit freundlicher Unterstützung von EMCH Aufzüge AG.

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