Wo früher das Kinski war, zieht jetzt «Klaus» ein

«Klaus»
07. Januar 2016
Mit der Austrinkete am 2. Januar schloss das Kinski an der Langstrasse für immer seine Türen. Und wo Altes verschwindet, da dauert es meist nicht lange bis Neues entsteht – vor allem an einer begehrten Lage wie dieser.

Auf den Tag genau eine Woche später öffnet am 9. Januar der neue Club «Klaus». Viel hätten sie nicht umbauen können, erklärt Nici Faerber, einer der vier Gründer, es habe schlicht die Zeit gefehlt, jedoch habe man doch ein paar Änderungen vorgenommen und das Innenleben wird sich mit der Zeit auch stetig verändern. Weil der «Klaus» maximal ein Jahr bestehen soll, lohne sich eine komplette Umstrukturierung des Innenbereichs sowieso nicht.

Doch die Innenarchitektur ist nicht das, was der neue Club vom Kinski unterscheiden wird. Denn der «Klaus» wird ein Member-Club – das Motto: Von Freunden für Freunde. Konkret: Wer keinen Code erhalten hat, hat zum Lokal keinen Zutritt.

Mit dieser Verknappung wollen die Betreiber keinesfalls die Anziehung des Clubs steigern. Dahinter steht viel mehr eine soziale Überlegung: Mit den Mitgliedschaften haben Faerber und seine Freunde die Kontrolle darüber, dass Gleichgesinnte im «Klaus» zusammenfinden und können so eine gute Atmosphäre fast schon garantieren. Faerber: «Es geht uns vor allem darum, mit unseren Freunden eine gute Zeit zu verbringen. Gerade an der Langstrasse ist es logisch, dass wir eine Selektion treffen müssen. Und dieses System verhindert lange Schlangen vor dem Eingang.»

Auch ein Club für Freunde ist darauf angewiesen, dass das Lokal in den offenen Nächten gut gefüllt ist. Schliesslich müssen Gagen, Miete und Löhne bezahlt werden. Deshalb, und weil die Jungs sowieso die halbe Stadt kennen, wurden die Zutritte ziemlich grosszügig verteilt.

Vielleicht gehörst auch du zu den mehreren Hundert Auserwählten, die in den letzten Tagen einen Code bekommen haben. Wenn nicht, brauchst du gute Freunde und etwas Geduld, um in den erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. «Freunde von Klaus dürfen pro Abend je eine Begleitung mitbringen und wenn die Person zu uns passt, ist sie herzlich willkommen», so Faerber.

Wenn ein gestandener Zürcher DJ ein Lokal eröffnet, ist klar, dass elektronische Musik eine wichtige Rolle spielen wird. Das Rad können sie zwar nicht neu erfinden, dafür reichen die finanziellen Mittel nicht aus. Doch die Macher wollen neben etablierten Akteuren auch neuen Künstlern eine Plattform bieten. Natürlich immer nach der Maxime, zusammen eine gute Zeit zu verbringen.

Ende 2016 findet diese vergrösserte WG-Party bereits wieder ein Ende.

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