The Vegan Russian

Cathrin Michael liebt es, mit einem Glas Wein und einem Teller Pasta auf das Leben anzustossen. Für Tsüri.ch tüftelt die Texterin jeden Monat ein feines, saisonales Rezept aus. In dieser Kolumne shakt sie einen veganen White Russian.
29. Februar 2020
Food-Kolumnistin

Bist du schon mal sturzbetrunken in einem Kinosessel eingeschlafen? Ich nicht – aber einige meiner Gäste. Ich habe eine Zeit lang Filme programmiert für ein kleines Sofakino. Bei «The Big Lebowski» haben die Zuschauer*innen beschlossen, mit dem Dude (Jeff Bridges) mitzutrinken und jedes Mal einen White Russian hinunterzustürzen, wenn er es auch tut. Neun sind es deren an der Zahl in den 117 Minuten. Und ja, ich kann es ihnen nicht verübeln, dass sie sabbernd auf den alten Ledersofas eingenickt sind.

White Russian – der Lieblingsdrink der Haupfigur aus «The Big Lebowski».

Tsüri.ch spielt den Kultfilm der Gebrüder Coen am 4. März im Houdini. Wer kein Ticket ergattern konnte, schaut jetzt, wo sie*er den Film streamen kann und reserviert den Abend und einen Platz auf seinem Sofa zuhause. Das Rezept zum Kultdrink liefere ich dir hier dazu. Und zwar in einer veganen Variante. Weil 2020. Und weil Tsüri.ch alle liebt. Tiere, Veganer*innen, Dudes und Dudettes.

The Vegan Russian

ZUTATEN

  • 2 dl Kaffee
  • 8 cl Wodka
  • 1 EL Ahornsirup (alternativ 1 EL Rohrzucker)
  • 2 dl Hafermilch, bevorzugt eine die schäumt (z.B. Oatly Barista Version)

für die Deko

  • ein paar Kaffeebohnen
  • 2 TL Puderzucker

ZUBEREITUNG

Kaffee kochen. Am besten einen Kräftigen, mit der Bialetti. Mit Zucker oder Ahornsirup vermischen, abkühlen lassen. Wodka dazu, umrühren.

Kalte Hafermilch in einer Schüssel mit dem Mixer aufschäumen. Ich hab es zuerst mit Haferrahm probiert – weil im Originalrezept alles sehr viel cremiger wird, wenn man Rahm statt Milch nimmt. Hat mit meinem Haferrahm aber nicht funktioniert. Falls du einen findest, wo das geht, bitte mitteilen.

Wenn du den Drink eiskalt willst, schüttle die Kafi-Wodka-Mischung kurz mit Eis im Shaker, bevor du sie in zwei schöne Gläser abseihst, z.B. flache Champagner Coupe-Gläser. Oder du gibst einfach einen Eiswürfel ins Glas.
Nun kommt die Kür: Lasse den Hafermilchschaum ganz vorsichtig über die Rückseite eines Löffels ins Glas laufen. So vermischt sie sich nicht mit der schwarzen Kafischicht und du bekommst den schicken Latte-Macchiato-Look. So ninties!

Ein paar Kaffeebohnen mit Wasser benetzen und in einem Schälchen Puderzucker wenden. Das geht besonders gut, wenn du die Taler-Schwing-Bewegung imitierst.

Nun platziere die Kaffeebohnen auf dem Schaum und nimm ganz schnell einen Schluck. Extra Dude-Points für alle, denen der Hafermilchschaum nun im Schnauz hängt.

Nastrovje und Film ab!

Latte Macchiato oder Vegan Russian?
Alle Fotos: Cathrin Michael

P.S. Ich weiss, ich weiss. Ich hab dir eigentlich saisonale Rezepte versprochen. Aber die Idee zum White Russian kam der Tsüri-Redaktion und mir bei einem grosszügigen – Achtig – Negroni Sbagliato. Auch nicht schlecht. Und vegan von Natur aus. Nun, eine saisonale Randnotiz kann ich dir trotzdem mitgeben. Weil der Haferrahm nicht schön geschäumt hat, hab ich ihn mit 300 g Hokkaidokürbis, 1 roten Zwiebel, 3 dl Bouillon, einer grosszügigen Prise Räucherchili, etwas geräuchertem Paprikapulver, 2 EL Ahornsirup und viel schwarzem Pfeffer zur besten Suppe eingekocht und püriert.

Cathrin Michael
Cathrin Michael arbeitet selbständig und schreibt am liebsten übers Essen. Ihre Rezepte hält sie auf gnüsse.ch. fest. Der Blogname ist Programm und der Weg zum Glück, findet sie. Um gemeinsam mit anderen noch mehr Food-Geschichten zu schreiben, hat sie die Agentur kollektif.ch. mitgegründet. Für Tsüri.ch tüftelt sie jeden Monat ein feines, saisonales Rezept aus.
Die Kolumnen auf Tsüri
Jeden Samstag erscheint mindestens eine neue Kolumne, manchmal sogar zwei. Damit wollen wir dir Einblicke in andere Leben geben, dich inspirieren, anregen und vielleicht auch mal aufregen. Unsere Kolumnist*innen diskutieren gerne mit dir in den Kommentaren. Seid lieb!

– Die Feminismus-Kolumne von Pascale Niederer & Laila Gutknecht Co-Gründerinnen von «das da unten».
– Die Collaboration-Booster-Kolumne von Nadja Schnetzler, Co-Gründerin von Generation Purpose.
– Die Papi-Kolumne von Antoine Schnegg, Co-Gründer seines Kindes.
– Die Sans-Papiers-Kolumne von Licett Valverde, frühere Sans-Papiers.
– Die Food-Kolumne von Cathrin Michael, Food-Bloggerin.
– Die Veganismus-Kolumne von Laura Lombardini, Geschäftsführerin der Veganen Gesellschaft Schweiz.

Alle Kolumnen findest du hier.

Kommentare

Nöd Jetzt!