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Der NachtStadtrat kämpft für das #Nachtleben: «Die Langstrasse beweist, dass es uns braucht»

Das Interview mit der Präsidentin
06. August 2015
Chefredaktor


Wer regiert, wenn der Stadtrat schläft? Ab heute der NachtStadtrat. Wobei regieren masslos übertrieben wäre. Der unabhängige Verein «setzt sich für die Anliegen des Nachtlebens ein. Dabei leiht er vor allem denjenigen seine Stimme, die im öffentlichen Diskurs keine Stimme haben», und setze sich im Zweifelsfall immer für das Nachtleben ein, steht auf der Website geschrieben.

Wir haben uns mit der Präsidentin des Vereins, Isabelle von Walterskirchen, über die Pläne der nächtlichen Regierung unterhalten.

Warum braucht es den NachtStadtrat? Isabelle von Walterskirchen: Bisher gibt es nur die Branchenvertreter und Behörden aber niemand, der sich neutral und umfassend für ein attraktives und heterogenes Nachtleben einsetzt.

Wie kann ich mir die Regierungsarbeit des NachtStadtrats vorstellen? Wir sind quasi eine Schnittstelle von allen betroffenen Personen, Institutionen der Branche und den Behörden und wollen der ganzen Bevölkerung zeigen, wie wichtig das Nachtleben für unsere Stadt ist.




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Das heisst? Zwei konkrete Projekte haben wir schon geplant. Das eine ist ein Wiki, in dem die Geschichte des Zürcher Nachtlebens zu finden ist. Damit wollen wir aufzeigen, dass das Nachtleben schon lange zu Zürich gehört und wir uns damit brüsten können. Das zweite Projekt ist eine Lärmkarte, die aufzeigt, dass nicht nur das Nachtleben laut ist, sondern zum Beispiel auch Kirchen, Strassen, Baustellen, etc.

Ihr wollt vermitteln und moderieren. Was heisst das konkret?  Ja, wir wollen uns vermittelnd positionieren. Am Beispiel der aktuellen Lärmdiskussion um die Langstrasse heisst das, dass wir in Gesprächsrunden den Konsumenten eine Stimme geben werden, die bisher überhaupt nicht angehört wurden. Wir sind für alle da und haben für alles eine Lösung (lacht). Wenn jemand ein Anliegen hat, haben wir dafür immer ein offenes Ohr.

Jenen die Stimme leihen, die im öffentlichen Diskurs nicht gehört werden, ist eines der Ziele. Wer ist das? Wie gesagt, im Fall Langstrasse ist es das Publikum. Auch in anderen Fällen müssen wir schauen, dass auch jene gehört werden, die keine starke Lobby im Hintergrund haben.

Seid ihr auch in der Nacht unterwegs und greift direkt in Streitereien ein? Nein gar nicht, wir agieren anders. Wir wollen ja nicht die SIP konkurrieren. Wir sind viel unterwegs aber beobachtend. Wir nehmen Probleme wahr, suchen Lösungen dafür, kontaktieren die betreffenden Stellen, iniziieren Projekte.

Wie ist dieses Gremium entstanden? Hatte die Lärmdiskussion an der Langstrasse einen Einfluss? Nein, es gab eigentlich keinen konkreten Anlass, den NachtStadtrat zu gründen. Es gab einen von Christoph Schneider (Zentrum Karl der Grosse) organisierten Stammtisch 'Clubkultur'. Dort kam man auf die Idee zu sprechen. Wir haben uns aber vor allem von den Nightmayor-Vorbildern aus Paris und Amsterdam inspirieren lassen. Da sind allerdings Einzelpersonen an der Arbeit – wir wollten lieber ein Gremium. Nach ein paar informellen Treffen und Gesprächen mit der Branche, wurde das Bedürfnis klar. Die Langstrasse beweist, dass es uns braucht.

Noch eine letzte Frage: Warum ist die Stadtpolizei bei Ihnen mit dabei? Die Polizei ist weder im Vorstand, noch in unserem Verein. Aber selbstverständlich reden wir mit ihnen.

 

Das sind die Mitglieder unserer zukünftigen Nachtregierung:

  • Elena Nierlich: Betreiberin der Olé Olé Bar
  • Heiko Hornung: Facility Manager im Schiffbau, Urgestein der alternativen Zürcher Partyszene
  • Isabelle von Walterskirchen: Geschäftsleitung Petzi (Daverband der Musikclubs)
  • Philipp Meier: Mitgründer Party Partei, Redaktor bei watson & Tsüri.ch
  • Pitsch Calame: DJ
  • Thomas Maurer: Bar- und Clubkommission
  • Steffi Thommen: Partygängerin und -macherin, Barfrau
Titelbild: Instagram/monsieurlepresident

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