Wenn Jesus in Zürich geboren worden wäre

Nach der biblischen Erzählung kam Jesus von Nazareth als Sohn von Josef und Jungfrau Maria in Bethlehem zur Welt. Wie wäre die Geschichte ausgegangen, wenn er in Zürich geboren worden wäre?
19. Dezember 2017

1. Das Leben von Jesus war geprägt von Flucht und Verfolgung. Wegen dem syrischen Bürgerkrieg flüchteten Josef und Jungfrau Maria über das Mittelmeer nach Europa, in Oberwiel-Lieli waren sie unerwünscht, darum landeten Vater Josef und Jungfrau Maria im Asylzentrum Juch in Altstetten.

2. Es begab sich aber zu der Zeit, dass das Statistische Amt der Stadt Zürich alle Menschen zählte. So stiegen Jesus und die Jungfrau ins Zweier-Tram und fuhren zum Paradeplatz. Weil es schneite, hatte das Tram über sechs Minuten Verspätung.

3. Beim Stauffacher wurde das Tram von einem Schneepflug aufgehalten, doch Maria, mit einer kostbaren Frucht im Bauch, deren Herkunft unbekannt bleibt, konnte das Kind nicht mehr halten.

4. So kam es also, dass Jesus im hellen Licht des Zweier-Trams auf den bunten Sitzen geboren wurde.

5. Die Gäste im Tram sahen sich verängstigt an. Doch die Durchsage konnte sie wieder beruhigen: *Piep* «Information der Züri-Linie: Fürchtet euch nicht! Sehet, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.» *Piep*

6. Zur gleichen Zeit brannte der Uetliberg-Turm. Das Licht des Feuers wurde in die Stadt getragen. Die Zürcher*innen auf den Strassen blieben stehen, nahmen sich an den Händen und schauten den seltsamen Stern an.

7. Die drei Weisen Vujo, Christa Rigozzi und DJ Bobo sahen den brennenden Turm und vernahmen von Mike Shiva, es sei ein neuer König geboren worden. Sie sollen ihn suchen.

8. So kam es, dass sie nach Zürich reisten, die Stadt knapp verpassten und in Herrliberg vor Blocher auf die Knie sanken. Denn sie dachten, dieser sei der neue König.

9. Blocher aber hatte keine Freude und liess Vujo, Christa Rigozzi und DJ Bobo weitersuchen, und bat diese, ihm den Fundort umgehend zu melden.

10. Die Weisen fanden das Jesuskind schliesslich am Stauffacher im grellen Licht auf den bunten Sitzen und überbrachten ihre Geschenke: Vujo hatte einen Fidget Spinner mitgebracht, DJ Bobo überreichte CBD-Gras und Christa Rigozzi einen Kleinkredit der Cembra Money Bank zu Vorzugszinsen.

11. Josef, der im Tram weggedöst war, hörte im Traum die flüsternde Durchsage: *Piep* «Dies ist eine leise Durchsage der Züri-Linie: Josef, pass auf! Blocher mag keine Flüchtlingskinder, er ist hinter euch her! Nimm dein Kind und deine Frau und mache dich auf nach Deutschland.» *Piep*

12. So begab sich die junge Familie mit dem kleinen Kind wieder auf die Reise: Mit dem oBike zum HB, dort mit der S-Bahn nach Schaffhausen und dann zu Fuss weiter über die Grenze.

13. Die Königin von Deutschland – die da hiess Angela Merkel – empfing Maria, Josef und Jesus an der Grenze und beruhigte sie: «Habt keine Angst, wir schaffen das!»

14. Nach Blochers Tod kam die Familie zurück nach Zürich, wo sie friedlich im Bundesasylzentrum beim Toni-Areal lebte. Und wenn sie noch nicht gestorben sind, leben sie heute noch.

15. Fertig.

(Bildquelle: Facebook, Instagram, Giphy, Pixabay)

Member entscheiden mit:
Deine Bewertung -> Stutz für den/die Journalist*in
Bewertung löschen

Kommentare

Willst du unabhängigen Journalismus?

Tsüri.ch steht für unabhängigen & engagierten Journalismus und setzt sich für eine offene, fröhliche, tolerante und ökologische Gesellschaft ein. Mit deiner Unterstützung können wir das auch in Zukunft tun.

Mit nur 5.-/Monat bin ich dabei
Einloggen und zurück zum Artikel
Gerade nicht