16. Januar 2022 um 22:30

Aktualisiert 17.01.2022

«Wem gehört das Seefeld?»: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Zusammen mit den Menschen aus dem Kreis 8 wollen wir herausfinden, wem der Boden gehört und wer von der «Seefeldisierung» profitiert. Hier findest du die wichtigsten Antworten zur Recherche.

Elio Donauer

Was wollen wir erreichen?

«Seefeldisierung» ist zu einem Synonym für Gentrifizierung geworden. Durch die Aufwertung im Quartier und die wechselnden Eigentümer:innen der Grundstücke ist das Seefeld heute ein anderer Ort als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Die Bodenpreise steigen, die Mieten ebenso. Viele Menschen können sich das Leben im Quartier nicht mehr leisten, Bewohner:innen werden vertrieben. 

Der Wohnungsmarkt ist intransparent und niemand weiss genau, wer von der «Seefeldisierung» profitiert. Gemeinsam mit den Menschen aus dem Kreis 8 wollen wir das ändern. Wir sind das Stadtmagazin Tsüri.ch, der Quartierverein Riesbach und der vom Recherchezentrum Correctiv in Zürich gegründete Verein CrowdNewsroom Schweiz. 

Wir wollen wissen, wem der Boden im Kreis 8 gehört und Missstände aufdecken. 

Was genau ist eine Crowdrecherche?

Normalerweise recherchieren Journalist:innen alleine und publizieren dann das Resultat. Wir machen es anders und wollen die Menschen, die im Kreis 8 wohnen, miteinbeziehen. Zusammen verfügen wir über viel mehr Wissen, haben mehr Erlebnisse und vermuten mehr Hinweise auf krumme Machenschaften. Ihr schickt uns diese Daten und Inputs. Dieses Material werden wir im Nachhinein journalistisch auswerten. 

Wer kann mitmachen?

Grundsätzlich können alle bei diesem Projekt mitmachen, die im Kreis 8 wohnen; wenn du Mieter:in bist, aber auch, wenn dir ein Grundstück gehört. Du kannst mitmachen, wenn du gute Erfahrungen mit deiner Vermieter:in machst, aber auch, wenn du ständig streiten musst. 

Wie kann ich mitmachen?

Mit einem Klick auf diesen Link landest du auf dem Formular, mit welchem du als Bewohner:in des Kreis 8 deine Daten und Erlebnisse anonym übermitteln kannst. Du brauchst dafür ein paar Minuten Zeit. 

Je mehr Menschen mitmachen, desto besser wird diese Recherche. Darum: Bitte motiviere noch mehr Menschen aus dem Seefeld für dieses Projekt. 

Darf ich die Daten aus meinem Mietvertrag weitergeben?

Klar. Wir behandeln deine Daten vertraulich und nutzen diese nur mit deiner Zustimmung. Auf keinen Fall geben wir diese an Dritte weiter. 

Was passiert mit meinen Daten?

Wir speichern die Daten erst, wenn du die Umfrage über wem-gehoert-das-seefeld.ch bis zum Ende beantwortet und abschliessend bestätigt hast. Dann erfassen wir die Daten, darunter die Adresse deiner Mietwohnung und der Name der Eigentümer:innen. Um manche Eingaben verifizieren zu können, fragen wir nach einem Beleg (Mietvertrag, Kündigungsschreiben). Diese Daten verwenden wir nur für diese Recherche und löschen alles, was nicht mehr für die Recherche gebraucht wird. Bis dahin werden die Daten in einer internen Datenbank des Recherchenetzwerks Correctiv auf europäischen Servern gespeichert, die durch Verschlüsselung von aussen abgeschottet sind. Zugang zu den Daten haben nur Mitglieder der Redaktionen von Tsüri.ch und CrowdNewsroom Schweiz bzw. Correctiv, die an dem Projekt beteiligt sind.

Verletzt die Recherche die Persönlichkeitsrechte von Eigentümer:innen?

Nein, denn wir sind einzig und allein an journalistischer Relevanz interessiert.

Wie wurde das Seefeld ausgewählt?

Nach unserer Recherche zum Grundbuch und den Eigentumsverhältnissen an der Langstrasse und der Weststrasse haben uns sowohl der Quartierverein Riesbach, als auch der von Correctiv gegründete Verein CrowdNewsroom Schweiz für ein gemeinsames Projekt kontaktiert. Das Seefeld nimmt in Zürich in der Frage nach dem Bodenbesitz und den damit verbundenen Gewinnen eine zentrale Rolle ein. Darum freuen wir uns, zusammen mit dir, dem Quartierverein Riesbach und dem CrowdNewsroom Schweiz diese Crowdrecherche durchzuführen. 

Wer ist der CrowdNewsroom Schweiz?

Der CrowdNewsroom Schweiz [crowdnewsroom.org] ist ein in Zürich ansässiger Verein. Wir ermöglichen journalistische Recherchen, an denen sich viele Menschen beteiligen. Bürger:innen und Journalist:innen decken so gemeinsam Missstände auf oder überprüfen das Handeln von Firmen und Behörden. Dafür nutzen wir die CrowdNewsroom-Software, die vom gemeinnützigen Recherchenetzwerk Correctiv entwickelt und erprobt wurde.

Die Recherche und die Analyse der zahlreichen Antworten braucht viel Arbeit. Wir freuen uns, wenn du dieses Projekt mit einer Spende ermöglichst.

Dieses Projekt wird recherchiert und umgesetzt mit Unterstützung von Le Pacte – Bündnis für Recherche und Reportage und der Stiftung Mercator Schweiz.