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Bild: Myriam Boulos

Wegen Lockdown: Das Theater Neumarkt geht ins Internet

Natürlich ist Theater live in einem Saal mit anderen Menschen am besten. Doch jetzt, wo dies nicht möglich ist, geht das «Neumarkt» neue Wege und wagt sich mit dem Stück «Nouvelle Nahda» ins Digitale.
02. April 2020

Eigentlich hätte das Stück am 2. April im Neumarkt Premiere gefeiert. Doch die Anreise einiger Protagonist*innen aus dem Libanon war schon vor der Corona-Krise eine schwieriges Unterfangen. Inzwischen ist es nicht nur schwierig, sondern unmöglich. Deshalb finden die Texte, Videos, Visual Soundpieces und Fotografien ab Anfang bis Mitte April online statt.

Die beteiligten Künstler*innen des hybriden Kunstorts STATION Beirut und des Neumarkt Zürich haben seit der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» in der Schweiz und dem Lockdown im Libanon über Zoom, Skype, WhatsApp, E-Mail und Facetime an der Produktion gearbeitet. Noch dringlicher als in Prä-Corona-Zeiten stellten sich die Fragen, die diese Zusammenarbeit begleiten: Was bedeutet es heute, in unserer Welt, in Zeiten der Pandemie Künstler*in zu sein? Was bedeutet es, die gesellschaftsverändernde Kraft der Kunst wiederzuerwecken, aus dem Geiste der Nahda (arab. Renaissance, Erwachen) und als revolutionäre Potenz in Richtung einer Zukunft, die man aktiv mitgestalten möchte?

Bild: Myriam Boulos

Die Revolution in Beirut, die am 17. Oktober 2019 begann, ist zum Stillstand gekommen. Das Coronavirus hat die Forderungen nach einem Systemwechsel gekappert. Das Dilemma ist von besonderer Natur: Denn auf die Strasse zu gehen und zu protestieren ist derzeit genauso wenig eine Option, wie gemeinsam in einem Theaterraum zu sein. «Theater has always been seen as a vehicle for ideas», schrieb der libanesische Intellektuelle und Journalist Samir Kassir in seinem letzten Buch «Being Arab». Nach dem Erscheinen der Schrift im Jahr 2004 wurde er ermordet. Kassir ist auch die Inspirationsquelle für die Notwendigkeit der Wiedererweckung der Nahda, die Idee einer Neuen Renaissance.


Unter Mitwirkung von: Myriam Boulos, Nabil Canaan, Hayat Erdoğan, Anna Hofmann, Sophie Krayer, Ayman Nahle, Yara Bou Nassar, Jeremy Nedd, Ibrahim Nehme, Antje Schupp, Nour Sokhon

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