Die Vision von Stadtrat André Odermatt (SP): «Wer wirst du sein, mein Züri?»

Elf Kandidat*innen haben realistische Chancen, am 4. März in die Zürcher Regierung gewählt zu werden. Für Tsüri.ch haben sie ihre Visionen für unsere Stadt formuliert. Heute mit Stadtrat André Odermatt von der SP.
30. Januar 2018

«Werde, was du bist!» Ohne mich nun in psychologisch-soziologischen Feinheiten zu verstricken, bin ich – ganz der Realo – überzeugt, dass Zürichs Zukunft in Zürich liegt. Der alte Alt-Stadtrat André Odermatt wird sich dereinst immer noch über tolle Architektur freuen und über eine Stadtplanung, die den Menschen ins Zentrum stellt, über Brüche und Unvollkommenes, wo nicht alles «pützlet und gschtriglet» ist, über lebendige, inspirierende, kontroverse Orte.

All das werde ich bei meinen Stadtspaziergängen hoffentlich weiterhin erkunden können, wie ich es heute regelmässig mache. Oder ich werde auf meinen Drahtesel – Entschuldigung – auf mein Alu-E-Bike steigen und die Aussenquartiere erkunden, die dannzumal nicht mehr aussen sind, sondern sich als eigene Zentren etabliert haben. Und nicht zu vergessen: Mein Velo wird seinen Weg auf durchgängigen Fahrradstreifen finden. Ob ich noch selber steuern muss? Wer weiss. Sicher ist: Die Verkehrsstadt Zürich wird humaner und funktionaler organisiert sein.

Im Gegensatz zu vielen anderen, träume ich nicht einfach von Zürichs Zukunft; ich darf als Stadtrat und politisch Verantwortlicher für die Stadtplanung an dieser Zukunft arbeiten. Wobei «dürfen» eigentlich zu wenig ist: Ich muss und will daran arbeiten. Dafür wurde ich gewählt, dafür bin ich vor vielen Jahren in die Politik eingestiegen und habe mich 2010 als Stadtrat zur Wahl gestellt.

Zürich ist und bleibt der Motor der Schweiz. Ein Motor ist mehr als eine Maschine und Zürich ist mehr als der Wirtschaftsmotor. Zürich wird eine farbige, breite Kulturszene haben. Man wird dann betonen, dass anfangs dieses Jahrtausends der Boden gelegt wurde für das prosperierende Zürich. «Multikulti» wird heute von gewissen Kreisen als Schimpfwort benutzt. Doch gerade diese Menschen, die aus vielen Ländern nach Zürich gekommen sind, um hier zu arbeiten und zu leben, werden die Stadt interessanter, offener, vielfältiger gemacht haben. Zürich: Ein kultureller und wirtschaftsfreundlicher Schmelztigel mitten in Europa. Das liegt doch auf der Hand und in der Luft.

André Odermatt, Vorsteher Hochbaudepartement

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