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Veganismus Kolumne: Was macht eigentlich die Vegane Gesellschaft Schweiz?

Als Verein mit einer grossen Mission in einem Nischenbereich, sind wir auf Mitgliedschaftsbeiträge und Spenden angewiesen. Zu recht werden wir immer wieder gefragt: «Was macht ihr eigentlich mit diesem Geld?»
01. August 2020
Kolumnistin / Geschäftsführerin Vegane Gesellschaft Schweiz

Wer in einem Bereich wie Veganismus tätig ist, weiss, an Arbeit mangelt es nicht. Leider. Unsere Mission ist es, dass die Welt empathischer wird. Tiere sollen von uns mit dem Respekt behandelt werden, den sie verdient haben und nicht die unnötige Gewalt erfahren, die wir ihnen aktuell antun. Wir wollen also eigentlich nichts weniger als unseren Verein abschaffen: Weil Veganismus so verbreitet sein wird und der Umgang mit Tieren eine ganz neue, friedliche Dimension erreicht hat, so dass es unsere Arbeit nicht mehr braucht. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Wer uns auf unseren Social Media Kanälen folgt, könnte meinen, wir seien den ganzen Tag am Snacken. Das stimmt zwar, aber wir machen noch sehr viel mehr als das.

Superspreader-Events sind schlechte PR

Dieses Jahr ist alles anders. Auch für uns. Denn wegen Corona mussten wir nicht nur unsere jährliche Sommerparty absagen, sondern auch unseren grössten Event vom Jahr, die Vegana. Das grosse Strassenfest mit über 70 Food und Non-Food Ständen hätte zum sechsten mal Anfang September vor dem Sihlcity stattgefunden. Damit konnten wir bisher während zwei Tagen zehntausende von Menschen erreichen und ihnen die vegane Lebensweise näher bringen. Es wäre schwierig gewesen, daraus nicht unabsichtlich auch noch einen Superspreader-Event zu machen. Für uns als inhaltliche Partnerin der Veranstaltung machte eine Absage deshalb Sinn. Aber nun haben wir viel frei gewordene Zeit. Oder?

Ciao Vegana - Hello Veganuary

Wenn das grösste Projekt vom Jahr wegfällt, muss man sich schon ein paar Gedanken machen. Doch noch bevor wir mit der Konzeption von neuen Ideen richtig starten konnten, kamen neue Projekte von alleine angeflogen. Neben den alltäglichen Arbeiten, wie Blogartikel erstellen, News auf Social Media teilen, Administration, Webseite betreuen und Medienanfragen beantworten, sind wir in engem Austausch mit Detailhändler*innen und Produzent*innen. Im Gegensatz zum letzten Jahr läuft die Planung für den Veganuary 2021 nämlich bereits auf Hochtouren. Beim Veganuary werden Menschen ermutigt, während dem Januar eine vegane Ernährung auszuprobieren. Sie können sich kostenlos anmelden und erhalten täglich ein Email mit Tipps und Rezepten. Wir sind in regem Austausch mit Detailhandel und Gastronomie, damit sie für diese Zeit zusätzliche Angebote lancieren. Auch die Inhalte der täglichen Emails an die Teilnehmer*innen können wir dieses Jahr erstmalig auf die Schweiz anpassen. Was der letzte Veganuary brachte? Von über 8’000 Teilnehmenden gab über ein Drittel an, auch über den Veganuary hinaus vegan zu bleiben. Diese Zahlen wollen wir natürlich toppen.

Professionell und undogmatisch

So wehmütig wir sind, dass die Vegana dieses Jahr nicht stattfindet, umso dankbarer sind wir für die Zeit, die wir nun in den Veganuary stecken können. Aber nicht nur das. Vor ein paar Wochen kam eine Krankenkasse auf uns zu. Sie brauchen Content zur veganen Ernährung, ob wir sie unterstützen können. Natürlich können wir! Letztes Jahr durften wir auch schon für Coop das Inhaltskonzept für eine Broschüre erstellen, die sie auf ihrer Webseite sehr erfolgreich vertreiben. Auf Nachfrage, weshalb diese Unternehmen mit unserem Verein zusammen arbeiten möchten, wird schnell klar: Wir werden als professionell und undogmatisch wahrgenommen. Deshalb unterstützen uns, beziehungsweise unsere Arbeit, inzwischen auch knapp 1’400 Menschen als Mitglieder. Sie sind Teil von etwas Grossem: Teil einer Veränderung in der Gesellschaft, die in grossen Schritten voran geht. Und sie möchten, dass diese Botschaft auf die positive, vertrauenswürdige und lebensfrohe Art in der Öffentlichkeit platziert wird, wie wir das machen.

Nicht-vegane Mitglieder auch willkommen

Ich bin übrigens selber auch Mitglied bei der Veganen Gesellschaft Schweiz, obwohl ich das selbst als Angestellte des Vereins nicht müsste. Und auch einige Angehörige aus meinem Umfeld sind inzwischen Mitglied geworden, obwohl sie selber nicht vegan leben. Ich hatte sie nicht dazu aufgefordert und sah nur per Zufall ihre Anmeldung. Ich ging natürlich davon aus, dass sie vor allem mich unterstützen wollten. Aber auf Rückfrage sagte eine von ihnen: «Dass wir etwas ändern müssen, ist mir schon lange klar. Ich lebe zwar nicht vegan und kann es mir auch nicht so recht vorstellen. Aber was und wie ihr es macht, ist genau was es braucht, dass ich irgendwann vielleicht auch selber mal vegan lebe.» Deshalb an dieser Stelle: Herzlichen Dank an alle Veganer*innen und nicht-veganen-vegan-interessierten, die uns unterstützen! Change is coming.

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