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Wie wäre es mit einem veganen Pilzbraten zum Weihnachtsessen? Alle Fotos: Cathrin Michael

Veganer Pilzbraten im Teig für heilige Abende

Cathrin Michael liebt es, mit einem Glas Wein und einem Teller Pasta auf das Leben anzustossen. Für Tsüri.ch tüftelt die Texterin jeden Monat ein feines, saisonales Rezept aus. In ihrer letzten Kolumne verrät sie passend zu Weihnachten das Rezept für einen veganen Pilzbraten.
19. Dezember 2020
Food-Kolumnistin

Aus dem Berghüttli in den Bündner Bergen schicke ich das letzte Rezept des Jahres. Ich hoffe, du hast auch einen solchen Ort, wo du dich ab und zu vor Corona verstecken kannst. Und sei es bei einem Spaziergang durch den ruhigen Wald am Stadtrand. Diese Momente braucht es nämlich ganz dringend. Tu dir was Gutes. Und freu dich trotz allem auf Weihnachten.

Dieses Jahr reduzieren wir auf das Nötigste. Weniger Menschen, weniger Adventsapéros, weniger Stress. Dafür mehr Zeit für die wenigen um uns herum und mehr Zeit fürs Kochen. Diese Blätterteigrolle sieht ein bisschen aus wie ein Filet im Teig. Dieses Mal aber mit veganem Inhalt: Einer Mischung aus Pilzen, karamellisierten Zwiebeln und einem Bett aus Spinat. Tönt gut? Warte erst bis du reinbeisst. In dem Moment, das sage ich dir, ist alles, aber wirklich alles gut.

Während der Duft von karamellisierten Zwiebeln durchs Berghüttli zieht, legt im Obergeschoss irgendein Tier seinen Wintervorrat an. Und zwar so eifrig und Tag und Nacht, dass ich befürchte, uns stehe ein langer Winter bevor. Aber: So lange wir kochen können, ist doch alles gut oder?

Und während die Pilz-Zwiebel-Mischung draussen im Schnee abkühlt, ruft der mir unbekannte Nachbar «an Guata« rüber. Ich mutmasse, dass er noch nie jemanden gesehen hat, der*die sein*ihr Essen vor den Churfirsten zu Food-Blogging-Zwecken ablichtet. Und genau solche Orte und Menschen wünsche ich mir mehr um mich herum im 2021. Freut euch auf alles Gute da draussen. Es gibt jede Menge davon, wir müssen nur hinsehen. Amen. Und jetzt ab in die Küche. Die Michael-Bublé-Xmas-Playlist auf Spotify passt wunderbarstens dazu und vielleicht ein Glas Prosecco mit Arvensirup drin? Wo ich den herhabe, verrate ich nicht. Aber: Viva la Grischa!

Foodblogging vor den Churfirsten.

Und à propos Weihnachten und anstossen: Wenn du noch einen Wein brauchst, der dir ganz angenehm die Sinne vernebelt, dann schau unbedingt im neuen Online-Shop von Madelyne Meyer aka Edvin vorbei. Sie ist und bleibt die Weinfachfrau meines Herzens.

Frohe Weihnachten!

Veganer Pilzbraten

ZUTATEN

  • 500 g frische Champignons
  • 30 g getrocknete Steinpilze
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 rote Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 200 g frischer Spinat
  • 4 Zweige Thymian
  • 1 veganer Blätterteig
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL Ahornsirup
  • 5 EL pflanzliche Milch

ZUBEREITUNG

1. Steinpilze in einer Schale mit Wasser einlegen.

2. Die roten Zwiebeln schälen, halbieren, in Scheiben schneiden und mit einem Gutsch Olivenöl und dem Ahornsirup anbraten. Circa eine viertel Stunde bei mittlerer Hitze, bis sie schön karamellig riechen.

3. Blätterteig ausrollen. Die grössten und schönsten Pilze in der Mitte in eine Reihe legen (siehe Foto). Es sollte an den beiden Enden noch ca. eine halbe Handbreit Platz haben, weil ich den Blätterteig später umschlage. Die restlichen Pilze vierteln oder sechsteln oder achteln oder scheibeln.

4. Übrige Pilze zu den Zwiebeln geben, die nun wunderbare Röstaromen haben sollten. Würzen. Mit einem guten Salz, schwarzem Pfeffer aus der Mühle, Thymianblättchen und dann habe ich im Berghüttli noch eine Gewürzmischung mit Thymian, Mayoran und Petersilie gefunden. Drei Knoblauchzehen fein schneiden und die ganze Mischung nochmals ein paar Minuten anbraten. Dann an die Kälte stellen und ganz auszukühlen lassen. Sonst wird der Blätterteig weich und reisst, würkli!

5. Ofen vorheizen auf Ober- und Unterhitze, 200 Grad.

6. Die eingelegten Steinpilze etwas zerkleinern. Unter die abgekühlte Pilz-Zwiebel-Masse mischen.

7. Die grossen, schönen Pilze liegen ja schon auf dem Blätterteig. Nun den Spinat darüber verteilen und schliesslich die ausgekühlte Pilz-Zwiebel-Masse. Den Teig vorsichtig drüber ziehen, die Ränder etwas mit Wasser befeuchten und gut andrücken. Das muss nicht schön aussehen, weil wir das Ganze nachher umdrehen. Zuerst aber noch die Ränder auf der Seite einklappen und ebenfalls mit Wasser befeuchten und gut andrücken.

8. Den Braten mit Pflanzenmilch bepinseln und oben kreuzweise fein einschneiden (nicht ganz durch den Teig) oder «tsüri» schreiben oder «Merry Xmas». Oder: In einem zweiten Blätterteig ein paar weihnächtliche Guetzli ausstechen und den Braten damit verzieren. So wie ich. Das herzige Tannenbaum-Förmli im Miniformat hat mir mein Gotti geschenkt. Sterne sehen sicher auch schön aus. Anschliessend den Braten für 20 bis 25 Minuten backen.

Tipp

Damit du für die Verzierung keinen zweiten Blätterteig kaufen musst, kannst du am Anfang auch einen Streifen vom Braten-Blätterteig abschneiden. Das Verhältnis Teig zu Füllung ist aber jetzt schon eher knapp, darum würde ich dann die Füllung um ein Mü reduzieren. Andere Variante: Du bereitest aus dem zweiten angeschnittenen Blätterteig salzige Prussiens zu, die ihr dann zum Apéro esst. Breite ihn aus, bestreiche ihn mit Pflanzenmilch, bestreue die gesamte Fläche mit Gewürzen und Samen (z.B. Salzflocken, Pfeffer, Thymianblättchen, Sesam, Rauchpaprika, Mohn, Curry, etc.). Rolle die beiden Seiten von der längeren Seite zur Mitte hin auf, schneide ca. 0.7 cm dicke Scheibchen, lege die Prussiens auf ein Blech, bepinsle sie mit Pflanzenmilch und bestreue sie nochmals mit etwas Salz und backe sie für etwa 20 Minuten im Ofen bei 200 Grad. Du kannst sie grad vor oder nach dem Braten backen, so heizt du den Ofen nur einmal ein.


Nach einem Jahr und elf Rezepten beendet Cathrin Michael mit diesem veganen Pilzbraten ihre Foodkolumne bei Tsüri.ch. Wir danken ihr herzlich für die inspirierenden Rezepte, die schönen Fotos und den Effort. Alle Kolumnen von Cathrin findest du hier.


Cathrin Michael
Cathrin Michael arbeitet selbständig und schreibt am liebsten übers Essen. Ihre Rezepte hält sie auf gnüsse.ch. fest. Der Blogname ist Programm und der Weg zum Glück, findet sie. Um gemeinsam mit anderen noch mehr Food-Geschichten zu schreiben, hat sie die Agentur kollektif.ch. mitgegründet. Für Tsüri.ch tüftelt sie jeden Monat ein feines, saisonales Rezept aus.
Die Kolumnen auf Tsüri
Jeden Samstag erscheint mindestens eine neue Kolumne, manchmal sogar zwei. Damit wollen wir dir Einblicke in andere Leben geben, dich inspirieren, anregen und vielleicht auch mal aufregen. Unsere Kolumnist*innen diskutieren gerne mit dir in den Kommentaren. Seid lieb!

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– Die Collaboration-Booster-Kolumne von Nadja Schnetzler, Co-Gründerin von Generation Purpose.
– Die Papi-Kolumne von Antoine Schnegg, Co-Gründer seines Kindes.
– Die Sans-Papiers-Kolumne von Licett Valverde, frühere Sans-Papiers.
– Die Food-Kolumne von Cathrin Michael, Food-Bloggerin.
– Die Veganismus-Kolumne von Laura Lombardini, Geschäftsführerin der Veganen Gesellschaft Schweiz.

Alle Kolumnen findest du hier.

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