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Auf dem Greencity-Areal wird auf den Dächern mit Photovoltaikanlagen Strom produziert.

Unterwegs auf den Dächern des Greencity-Areals

Auf dem 2000-Watt-Areal Greencity im Kreis 2 werden verschiedene Energielösungen realisiert, wie zum Beispiel Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Wir haben die Dächer besichtigt.
28. September 2021

Das Greencity-Areal wirkt wie eine kleine Oase. Kinder flitzen auf ihren Fahrrädern vorbei, Nachbar:innen plaudern auf dem Spinnereiplatz und im Restaurant geniesst eine Gruppe bei einem Feierabendbier die letzten Sonnenstrahlen. In diesem neuen Stadtquartier, das ein zertifiziertes 2000-Watt-Areal ist, leben etwa 2000 Personen. Hier möchte man den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen tief halten. Damit dies möglich ist, braucht es eine intelligent aufgebaute und nachhaltige Energieversorgung. Diese hat ewz geplant, finanziert und realisiert. Ein Teil davon befindet sich auf den Dächern der Häuser des Greencity-Areals.

Ganz Zürich ist eine Energiequelle

Die Energie für die Limmatstadt wird aus verschiedensten Quellen gewonnen. Einen Grossteil dieser Energiequellen, wird auch auf diesem Areal verwendet. Die Wärmepumpen, die für die Beheizung des Areals zuständig sind, werden zum Beispiel mit Hilfe von Erdwärme und Grundwasser aus dem Quartier betrieben. Die Sonne hingegen liefert Energie für die Stromproduktion.

Rund 20 Personen waren auf dem Dachspaziergang dabei.

Iris Hassenpflug, Projektleiterin Solaranlagen bei ewz erklärt den Teilnehmer:innen des Spazierganges, dass man beim Bau einer Photovoltaikanlage viel beachten müsse. Am Schluss lohnt sich der Bau einer solchen Anlage aber sozusagen immer. Denn ein brach liegendes Dach wäre einfach verschwendeter Platz.

Trotzdem würden nun einige Menschen behaupten, dass eine Dachterrasse schöner sei als eine Solaranlage. Aber auch dafür gibt es heute schon Lösungen: Lichtdurchlässige Photovoltaikanlagen als Dach und darunter die Dachterrasse. So oder so, Solarenergie liefert ökologischen Strom und wird in Greencity zum Beispiel dafür eingesetzt, dass ein Teil des Strombedarfs für die Wärmepumpen sowie für die Mieter:innen gedeckt ist.

Die Technik im Wandel

Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Solartechnologie in den letzten Jahren erfunden wurde. Doch eigentlich ist sie gar nichts Neues. Denn schon 1958 flog der erste Satellit mit Solarzellen in den Weltraum. Seit diesem Zeitpunkt wurde die Technologie aber immer weiter entwickelt. Der Fortschritt bei den heutigen Anlagen ist enorm.

Die ersten Photovoltaik-Anlagen im Greencity wurden mit Modulleistungen von 265 Watt Peak (Wp) installiert. Heute werden Anlagen mit Modulleistungen von bis zu 400 Wp gebaut. Eine enorme Steigerung. Dass diese Leistung erreicht wird, müssen aber optimale Bedingungen herrschen. Trotzdem produziert eine Photovoltaikanlage auch bei Dämmerung, wenn es regnet oder Nebel über der Stadt liegt, Strom.

Dieses kleine Plättchen produziert Strom für die Wohnungen auf dem Greencity-Areal.

Da auf dem Greencity-Areal verschiedenste Menschen mit verschiedensten Bedürfnissen leben, wird sozusagen immer Strom gebraucht. Das heisst auch, dass von dem Strom, der hier produziert wird, nichts ins Netz zurückgespeist wird. Bei einem Einfamilienhaus ist dies anders, da es da auch mal Tageszeiten gibt, denen die Bewohner:innen fast keinen Strom benötigen.

Trotzdem lohnt sich die Investition in eine Anlage. Denn nach 10 bis 15 Jahren hat man die Investition wieder amortisiert, zumindest bei Neubauten. Danach kann man die Solaranlage im Durchschnitt noch einmal so lange auf dem Dach behalten. Dies zahlt sich aus.

Dachbegrünung ist Pflicht

Wer in Zürich ein Haus mit einem Flachdach baut, ist dazu verpflichtet, dieses zu begrünen. Dazu muss man mindestens ein zehn Zentimeter tiefes Substrat auf dem Dach verteilen. Einerseits hat dies einen Vorteil für die Stadt, welche sich dadurch weniger erhitzt. Andererseits profitieren aber auch die Bewohner:innen davon, da es auch die Wohnungen darunter besser von Kälte und Wärme isoliert.

Zusätzlich bietet eine solche Begrünung auch Lebensraum für kleine Lebewesen, was zur Biodiversität beiträgt. Man muss aber bedenken, dass eine solche Begrünung der Dächer auch zeitintensiver als ein brach liegendes Dach ist, da man dieses einmal pro Jahr mähen und darauf achten muss, dass zum Beispiel der Wasserablauf nicht zuwächst.

Das begrünte Dach wurde erst kürzlich gemäht.

In Zukunft werden Dächer mit Photovoltaikanlagen im Stadtbild wohl immer häufiger zu sehen sein. Denn die Stadt Zürich hat erst kürzlich ihre neue Solarstrategie bekannt gegeben und sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 vier Mal so viele Solaranlagen in der Stadt zu installieren wie jetzt. Auf den städtischen Gebäuden sollen es sogar fünf Mal so viel sein. Wir werden uns wohl daran gewöhnen, dass Photovoltaikanlagen in Zukunft noch mehr zum Stadtbild von Zürich gehören werden.

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