Tsüri-Chopf Silvan Groher: «Sich und andern etwas zu gönnen macht glücklich.»

Der Zürcher Silvan Groher engagiert sich für das Grundeinkommen und für geflüchtete Menschen. Warum er das tut und was die beiden Anliegen verbindet, erklärt er im Interview.
21. Juli 2017

Wer bist du?

Ich heisse Silvan und bin 42. Zürcher, Familienmensch, Web- und Windsurfer. An der Geldküste geboren, in Tsüri zur Schule, ein paar Jahre als Barkeeper im Niederdorf, kenne ich die Stadt besser, als meine Hosentasche. Selbständig und damit glücklich verbringe ich heute die meiste Zeit in meiner Ateliergemeinschaft in der Binz, wo Kreativität und Machen zum Alltag gehört.

Warum setzt du dich fürs Grundeinkommen ein?

Weil es dem Menschen die Kraft gibt, sich jenseits von Existenzängsten Gedanken zum Leben und dem Sinn der Arbeit zu machen. Freiheit statt Freizeit.

Was ist give&need? Und warum sollen sich Menschen daran beteiligen?

Give&Need ist eine Geschenkplattform im Netz, auf der gute Waren und Dienstleitungen an Menschen, die fast gar nichts mehr haben, verschenkt werden können.

Warum sollen sich Leute daran beteiligen?

Unsere Garagen, Keller und Wohnungen sind voll mit Dingen, die oft gar nicht mehr gebraucht werden. Viele Flüchtlinge, die hier angekommen sind, mussten alles hinter sich lassen. Geben schafft Solidarität. Es fördert die Integration und hilft diesen Menschen neu zu beginnen.

Ich will die Innenstadt autofrei machen und natürlich das Grundeinkommen einführen.

Was verbindet und unterscheidet deine verschiedenen Engagements?

Beides versucht die Schere zwischen Arm und Reich zu verringern. Andern und sich selber etwas zu gönnen, tut gut und macht glücklich. Grundeinkommen verändert die Machtverhältnisse. Es ermöglicht Raum für Sinn und Lust an der Arbeit.

Was ist dein Ziel? Wo willst du hin?

Um in Zukunft eine solidarischere und gerechtere Gesellschaft zu schaffen, engagiere ich mich fürs Grundeinkommen. Mein Ziel ist es, Grundeinkommen in der Schweiz in Form eines Pilotprojektes einzuführen.

Wo immer ich kann, helfe ich Flüchtlingen in Form von Freundschaft, finanzieller Unterstützung und mit Projekten wie Give&Need oder dem Flüchtlingschor. Hier gibt es noch viel zu tun.

Wenn du Zürich regieren könntest, was würdest du als erstes ändern?

Ich würde die Innenstadt autofrei machen und natürlich das Grundeinkommen einführen.

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