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Tsüriwoche: Ein Wunder, dass nichts Schlimmeres passiert ist

18. September 2016
Chefredaktor

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Auch nach eineinhalb Mal schlafen wirft der nächtliche Polizeieinsatz bei der Letten-Party noch immer grosse Fragen auf. Und vor allem die beruhigende und überaus überraschende Erkenntnis, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Wer den Ort der Party kennt weiss, wie eng es da ist. Der Lettenweg ist verwinkelt, nur knapp einen Meter breit, auf der einen Seite gehts runter zum Fluss, auf der anderen den Berg hoch – und zum Zeitpunkt der Party war der untere Ausgang wegen einer Baustelle versperrt.

Bis zu 300 Personen befanden sich also auf dem kleinen Vorplatz, unter der Viaduktbrücke und in den engen Winkeln. Der einzige Ein- und Ausgang ist zwar normalbreit, wurde später allerdings von der Polizei versperrt.

Gemäss Augenzeugenberichten hätten die allermeisten Partygäste wegen der lauten Musik nicht mitbekommen, dass die Polizei ein Ultimatum stellte und das Areal räumen wollte. Plötzlich seien sie von der Brücke runter vom Wasserwefer rumgeschleudert, von Gummigeschossen oder Pfefferspray getroffen worden. Der einzige Ausgang versperrt von Ordnungshütern in Vollmontur.

Ohne Ankündigung, eingepfercht auf engstem Raum.



Es ist einiges an nächtlicher Phantasie nötig, um zu glauben, man könne eine Party mit unkontrolliertem Rumgeballere mitten in die Menschenmenge friedlich auflösen. Ist das diese deeskalative Strategie, von der immer wieder die Rede ist?

Eine junge Frau wurde vom Wasserwerfer in die Limmat geschleudert, ein junger Mann beinahe vom Holzturm geschossen, Unzählige mit Pfefferspray und Gummigeschossen eingedeckt.

Egal, was man davon hält: Wegen Lärmklagen hatte die Polizei den Auftrag, die Party stillzulegen. Doch das Vorgehen glich eher einem Überfall aus der Dunkelheit heraus, statt dem Willen, dem Lärm ein Ende zu setzen.

Was zu tun gewesen wäre: Strom ab. Ruhe.

Es ist ein Wunder, dass die Räumung keine Massenpanik auslöste.




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Kehrt die Gentrifizierung jetzt um?

Das ist doch mal was ganz Interessantes: Das Hostel Langstars schliesst heute Sonntag an der Langstrasse seine Türen. Während den letzten gut fünf Jahren war das Lokal eine der günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten in Zürich und zog mit seinen Konzerten immer wieder Musikliebhaber an.

Der Grund für die Schliessung ist ein verständlicher: Die Miete von 30'000 Franken sei zu hoch, so der Betreiber gegenüber 20 Minuten.

Wirklich erstaunlich ist, dass die Macher an einem neuen Ort ein neues Hostel aufmachen wollen. Und zwar in der Altstadt. Im gleichen Haus wie die Wüste-Bar.

Ist der Kreis 1 inzwischen wirklich günstiger als der Chreis Cheib?

Ein Mitglied der Zwischennutzung Zitrone äusserte gegenüber Tsüri schon vor einem Jahr eine entsprechende Vermutung – und die Betreiberinnen des Pavilleons haben sich ebenfalls die Rückeroberung des K1 auf die Fahnen geschrieben.

Werden wir jetzt alle in die Innenstadt gentrifiziert? Fertig Altstetten? Fertig Schlieren?




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