Crowdfunding

Das sieht unser Computerflüsterer, wenn er bei sich aus dem Fenster schaut. Foto: Nico Roos

Tsüri.ch in Zeiten der Corona-Krise

Vor knapp zwei Wochen hat Corona unser Leben komplett auf den Kopf gestellt. In diesen FAQ sagen wir, was diese Krise für dein Stadtmagazin bedeutet und wie wir mit ihr umgehen.
26. März 2020
Community-Verantwortliche und Redaktorin

Wie hat sich euer Arbeitsalltag wegen der Corona-Krise verändert?

Die grösste Veränderung ist wohl, dass die Tsüri-Mitarbeiter*innen seit Montag, 16. März alle im Homeoffice arbeiten anstatt wie in Pre-Corona-Zeiten alle im selben Büro. Damit wir unsere Gesichter und Stimmen nicht vergessen, machen wir jeweils um 10 Uhr morgens einen Videocall.

Entspannte Stimmung beim 10ni-Call.

Das Tsüri-Team verschickt in einer Corona-Woche easy 2598 Nachrichten.

Das Internet und die Stadt sind unser zu Hause. Die Beiträge auf Tsüri.ch können wir auch von zu Hause online stellen, mit den Events in der Stadt ist das ein bisschen schwieriger. Darauf kommen wir weiter unten zurück. Übrigens: Falls es dich Wunder nimmt, wie die Tsüri-Mitarbeiter*innen arbeiten. Wir haben ein Quiz mit unseren Home-Offices erstellt.

Wie entwickeln sich eure User-Zahlen?

Prächtig. Danke der Nachfrage. Nein ernsthaft, dass wir alle viel zu Hause sitzen müssen und an keine illegalen Raves gehen können, schlägt sich positiv in unseren User-Zahlen nieder. Wir haben die Zugriffszahlen auf die Webseite von Tsüri.ch von der Woche vom 9. bis 15. März mit jenen von der vergangenen Woche, also 16. bis 22. März verglichen. Am 16. März hat der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» erklärt. In der ersten Woche zählten wir 17 684 und in der Corona-Woche 30 523 Seitenaufrufe.

Wie sieht eure wirtschaftliche Situation aus?

Momentan können wir unsere Löhne noch bezahlen. Allerdings sind wegen der Coronakrise die Werbeeinnahmen eingebrochen. Wir gehen zudem davon aus, dass die Event-Sponsorings wegfallen. Konkret rechnen wir mit fehlenden Einnahmen von rund 100 000 Franken für März, April und Mai. Viel Geld für eine kleines Unternehmen wie Tsüri.ch.

Warum soll ich genau jetzt Tsüri-Member werden?

Gerade in Ausnahmesituationen wie der Corona-Krise spielen unabhängige und voll funktionstüchtige Medien eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Neben den entsprechenden Bundes- und Kantonsstellen ist es Aufgabe der Journalist*innen, die Bevölkerung zu informieren, Sachlagen einzuordnen und Orientierung zu bieten. Die Tsüri-Redaktion ist inhaltlich stark gefordert, die Arbeitsbelastung und die Zugriffszahlen sind in dieser bemerkenswerten Zeit gestiegen. Die aktuellen Ausfälle (siehe oben) bedrohen die kleineren Medienhäuser wie Tsüri.ch in ihrer Existenz.
Die Werbeeinnahmen brechen ein, Sponsoring fällt weg, aber du kannst jetzt Member werden und uns so in der Krise supporten. Der Ausfall von 100 000 Franken entspricht 1000 neuen Membern.

Kann ich noch Dinge bei euch im Shop bestellen und ist es sicher?

Ja, natürlich. Jonas fährt regelmässig ins Büro und verschickt die Bestellungen. Bisher wurde nicht nachgewiesen, dass sich das Virus durch die Oberflächen von Gegenständen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehörten, verbreitet. Also fleissig bestellen und so dein Stadtmagazin supporten.

Tsüri.ch organisiert pro Jahr etwa 50 Events, was macht ihr jetzt?

Däumchendrehen, denks! ;-) Wir hatten ziemlich Glück, weil wir unseren Themenmonat zu «Bildung» regulär abschliessen konnten. Das Civic-Media-Team würde sich jetzt eigentlich Kopf voran in die Vorbereitungen des Fokus «Mobilität» stürzen. Die Pitch-Night ist für den 25. Mai angedacht, nur wissen wir nicht, ob wir diese überhaupt durchführen können. Und versuch mal Sponsoren/Partner*innen zu finden, für einen Event, dessen Durchführung noch in den Sternen steht.

Natürlich arbeiten bei Tsüri.ch viele kreative Köpf*innen, die kurzerhand diese Aktionen auf die Beine stellten.

  1. Nach dem Vorbild von unseren Freund*innen von Bajour in Basel haben wir die Facebookgruppe Gern gscheh - Tsüri hilft erstellt. Darin können Leute, Hilfe anbieten und Hilfe beanspruchen. Inzwischen gibt es sogar diese übersichtliche Webseite.
  2. Klatschaktion: Am Dienstag, 17. März haben wir einen Facebook-Event gestartet, um die grenzenlose Solidarität der letzten Tage mit Applaus kund zu tun. Wir wollen den Held*innen von heute applaudieren, den Menschen im Gesundheitssektor, im Service Public, in Verkaufsstellen, Supermärkten und überall, wo in diesen Zeiten die Arbeit besonders schwierig und wichtig ist. Am Donnerstag, 19. März um 19 Uhr war es dann so weit und der Applaus schallte durch die Quartiere.
  3. La Résistance: Zusammen mit Freund*innen der Gastronomie haben wir kurzerhand die Plattform «La Résistance» entwickelt. Darauf findest du Restaurants in deinem Quartier, die auf Take-Away-Angebote umgestiegen sind.
  4. Zu guter Letzt haben wir auf Instagram aufgerufen, uns Bilder mit #schönstsüri zu schicken. Denn gerade jetzt wollen wir die schönen Dinge nicht vergessen.

Wie geht es den Tsüri-Mitarbeiter*innen?

Uns geht es gut. Nur vermissen wir uns, den face-to-face Austausch, die Kafipausen, das gemeinsame Mittagessen und ja, dass wir momentan nur online mit unserer Community interagieren können. So fällt zum Beispiel das Kreiseln im Kreis 3 ins Wasser. Wir hätten uns sehr aufs gemeinsame Bürek-Backen gefreut.

Ist es euch langweilig?

Die Beantwortung dieser Frage, dauerte im Slack-Channel 11 Minuten. Das heisst, alle waren grad ziemlich beschäftigt. Lassen wir Chefredaktor Simon Jacoby zu Wort kommen: «Nein, überhaupt nicht langweilig. Es sind spannende Zeiten, in einer Redaktion zu arbeiten. Wir haben viele neue Dinge angerissen und können mit unserem Community- und Service-Journalismus zur Orientierung beitragen.» Und sonst machen wir halt so lustige Sachen wie diese Supporterrolle.

Auf dein Tsüri-Team kannst du in guten und verschissenen Zeiten zählen.

Bonusfrage: Welches ist euer Lieblingsmeme zu Corona?

Ehm ja, es ist kein Meme, aber ein Tweet.


Welche Frage wolltest du uns schon immer stellen? Poste sie in die Kommentare.


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