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15. Dezember 2022 um 08:16

Tsüri-Mitarbeiterin #2, Seraina Manser: «Ein Wunder, dass ich noch nie für meinen Velofahrstil gebüsst wurde»

Im Dezember lernst du die Tsüri-Mitarbeiter:innen und ihre Geheimnisse kennen. Heute Community- und Memberverantwortliche Seraina Manser, die den «Buchghettoplatz» gerne meiden würde und weiss, wo du in dieser Stadt Bioabfall entsorgen kannst.

Seraina Manser chillt lieber vor dem Anytime statt auf dem Buchghettoplatz. (Foto: Elio Donauer)

Seraina Manser, 31, Community- und Memberverantwortliche


Was ist deine Aufgabe bei Tsüri.ch? 

Ich bin Member- und Communityverantwortliche. Die meiste Zeit bin ich damit beschäftigt, mir auszudenken, wie wir zu neuen Member kommen und wie wir es schaffen, dass wir keine Member verlieren. Manchmal träume ich davon, dass wir 3000 Member hätten. Das würde Tsüri.ch bezüglich Finanzierung ziemlich viel Sicherheit bescheren. Ab und zu organisiere ich Events, schreibe Artikel oder bestücke unseren Shop mit neuen, schönen oder lustigen Produkten. Zudem übernehme ich HR Aufgaben wie das Kontrollieren der Arbeitsstunden.

Was hat dich zu Tsüri.ch gebracht?

Nach Zürich hat mich die mangelnde Auswahl an Studienmöglichkeiten in St.Gallen gebracht und zu Tsüri.ch ein Kaffee im Café Grande mit Chefredaktor Simon Jacoby. Von 2016 bis 2018 habe ich als freie Journalistin für Tsüri.ch Artikel geschrieben. Unvergessen bleibt zum Beispiel meine Bioabfall-Odyssee, auf die ich auch heute noch angesprochen werde. Seit Sommer 2018 bin ich fest bei Tsüri.ch.

«Der grösste Fail? Die Tsüri-Beanies, die im Keller vor sich hin motten.»

Seraina Manser

Was hast du vor Tsüri.ch schon alles gemacht?

An der Olma Magenbrot an betrunkene Rheintaler:innen verkauft, im Edelhotel in Paris amerikanischen Tourist:innen erklärt, wo sich die Champs-Elysée befindet, Deutsch an der Autonomen Schule unterrichtet, versucht mit Bikeable.ch die Veloinfrastruktur zu verbessern (schwierig), einen Zürcher gefragt, warum er unbedingt Zünfter werden will und probiert, den Saal des Theater Neumarkts mit Besucher:innen zu füllen.

Verrate uns den grössten Fail, der dir bei deiner Tsüri-Karriere passiert ist.

Die Tsüri-Beanies, die niemand kaufen will und im Keller vor sich hin motten.

Mit dieser Frage schliessen Elio und Seraina gerne ihre Bewerbungsgespräche ab: Wenn du als Person eine Bar oder ein Café in Zürich wärst. Welche wärst du und warum?

Hach, ich liebe diese Frage. Es geht mir dabei nicht einmal so sehr um die Antwort, sondern eher darum wie die bewerbende Person mit einer Überraschungsfrage umgeht. Ich als Person wäre die Vineria Centrale: klein, laut, auf dem Boden geblieben und nicht so durchgestylt wie das Gros der anderen Zürcher Bars. Pluspunkte gibt es übrigens, wenn sich die Bewerbende getrauen, die Frage danach uns zu stellen.

Was ist deiner Meinung nach der grösste Unort in Zürich?  

Der Bucheggplatz, nicht umsonst wird dieser katastrophale Ort im Volksmund Buchghettoplatz genannt. Oft führt da leider kein Weg vorbei und ich bin froh, wenn mich dieser gigantische Kreisel wieder heil ausspuckt.

Wenn du ohne Erklärung festgenommen werden würdest, was würden deine Freund:innen glauben, weshalb? 

Es ist ein Wunder, dass ich noch nie für meinen Velofahrstil gebüsst würde. Sollte sich mir eines Tages ein Polizist in den Weg stellen und mich dabei ertappen, wie ich etwas Illegales mache, lautet meine Antwort: «Wer in Zürich mit dem Velo vorankommen will, muss Regeln brechen». Gut möglich, dass das eine Diskussion mit anschliessender Festnahme nach sich zieht. Bis es so weit ist, trällere ich bei illegalen Machenschaften dieses Lied vor mich hin: «Todo lo que me gusta es ilegal, inmoral o engorda». Auf gut Deutsch: Alles, was mir gefällt, ist illegal, unmoralisch oder macht dick.

Das isch Tsüri!

Im Dezember lernst du Tag für Tag eine:n Tsüri-Mitarbeiter:in kennen: Ihr grösster Fail in der Tsüri-Karriere, die berufliche Vergangenheit, die aktuelle Wohnsituation und für welche illegalen Machenschaften, sie am ehesten verhaftet würden– im Fragebogen nehmen sie kein Blatt vor den Mund.

1. Simon Jacoby: «Ich bin stolz, dass es Tsüri.ch noch gibt»

2. Seraina Manser: «Ein Wunder, dass ich noch nie für meinen Velofahrstil gebüsst wurde»