#Tonifail: ZHdK entfernt kritische Plakate der Studierenden

Künstler*innen werfen der Hochschulleitung die Missachtung der Meinungsfreiheit und die Verletzung deren eigenen Grundsätze vor. Was ist passiert?
18. August 2018

Diese Kampagne der ZHdK ist gründlich nach hinten losgegangen. Mit Memes und Plakaten hat die Hochschulleitung den Hashtag #Tonifail lanciert, mit welchem auf die Arbeit der «Take Care Crew», welche für die Sicherheit im Areal zuständig ist, aufmerksam gemacht werden soll. Auf der Webseite der Kunstschule heisst es: «Die aktuelle Kampagne in den Liften im Flachbau und im Turm weist auf die verschiedenen Sicherheitsrisiken im Toni-Alltag hin». Damit fordert die ZHdK dazu auf, negative Beispiele unter dem Hashtag #Tonifail auf Instagram zu posten.

Die Kampagne der ZHdK (Bild: Screenshot/ZHdK)

Wer Künstler*innen herausfordert, muss mit einer kreativen Reaktion rechnen. Der Studierendenverband Verso hat die Kampagne zum Anlass genommen, um gegen die Schulleitung zu protestieren. Im Toni-Areal haben verschiedene Sprüche an Wänden gehangen, die auf einen tiefer liegenden Konflikt hindeuten. Gemäss der Stellungnahme des Verbands sei das Aufhängen von Plakaten an diesen Wänden erlaubt.

Die Reaktion der Studierenden

😂 #lol#tonifail

Ein von @ mengnichai geteilter Beitrag am

Doch die Plakate der Studierenden hängen nicht lang. Wie ein Studiengangsleiter der ZHdK auf Facebook schreibt, habe der Rektor die Entfernung angeordnet. Der Verband Verso publiziert daraufhin eine Stellungnahme. Die Plakate seien von verschiedenen Seiten äusserst positiv aufgenommen worden und hätten zu konstruktiven Diskussionen geführt: «Dozierende, Studierende und Mitarbeitende begaben sich in Gespräche weit über infrastrukturelle Problematiken hinaus.»

Genau solche Diskussionen wünscht sich der Studierendenverband gemäss der Mitteilung mehr, um die Qualität der Ausbildung und den internen Dialog zu stärken. «Mit der Plakatentfernung hat die Hochschulleitung in grossem Ausmass gegen ihre eigenen Grundsätze und Reglemente verstossen sowie sich über die Prinzipien von Meinungsfreiheit und künstlerischer Freiheit hinweggesetzt.»

Nicht der erste Konflikt

Die Leitung der ZHdK erklärt die Entfernung der Plakate auf Anfrage: «Wie im Reglement zur Gestaltung von Wänden im Toni-Areal festgehalten ist, erhalten die Wände in der Regel einmal im Jahr im Sommer vor der Diplomausstellung einen neuen Anstrich. In diesem Rahmen wurden die Plakate sowie weitere Wandbespielungen, die im letzten Jahr entstanden sind, entfernt.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Studierende der ZHdK und die Hochschulleitung aneinander geraten. Bereits vor zwei Jahren eskalierte die Situation, als kurz vor der Diplomausstellung Wände im Toni-Areal versprayt wurden. Danach wurde die Regel mit dem jährlichen neuen Anstrich vor der Diplomausstellung eingeführt.

Tsüri.ch blieb damals dran, ist dieses Mal dran und bleibt weiter dran.

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