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Strassenumfrage: Wie nachhaltig sind Zürcher*innen?

Die National- und Ständeratswahlen zeigten eins ganz klar: Die Stadt Zürich möchte grüner werden. Doch Wahlergebnisse allein werden nicht viel verändern – die Entwicklung muss die Stadtbevölkerung selbst in die Hand nehmen. Was die Zürcher*innen bereits im Alltag dafür tun, wollten wir in der Strassenumfrage wissen.
29. Dezember 2019

Bei den National- und Ständeratswahlen im vergangenen Oktober gingen die Grünen und die Grünliberalen als die zwei grossen Gewinner hervor. Beide Parteien wurden im Nationalrat um je drei Sitze stärker. Auch bei den Ständeratswahlen schnitten die Grünen gut ab. Die Grüne Marionna Schlatter schaffte es bis in den zweiten Wahlgang, wo sie jedoch deutlich von Ruedi Noser (FDP) besiegt wurde. Trotzdem scheinen die Wahlen 2019 ein Manifest für eine umweltbewusste Politik zu sein – das ökologische Bewusstsein scheint zwar grösser zu werden, aber sind die umweltbewussten Wähler*innen auch bereit Gewohnheiten loszulassen und auf Luxus zu verzichten?

Was folgt nach der «grünen» Wahl

Ein Thema welches dies sehr exemplarisch aufzeigt, ist die Anzahl Parkplätze in der Stadt Zürich. Immer wieder sind Aussagen wie: «Ich hoffe die Stadt Zürich wird die Parkplätze nicht reduzieren!», zu hören. Klar ist es praktisch, direkt vor der Haustüre zu parken, aber wieso sollten die Menschen mehr Fahrrad fahren oder den öffentlich Verkehr nutzen, wenn es mit dem Auto immer noch leichter und schneller geht. Ist dies nicht rein eine Frage des Umgewöhnens? Zahlen bestätigen, dass die Schweiz noch viel zu verbessern hat.

Gemäss dem europäischen Statistikamt «Eurostat» erzeugt jede*r Schweizer*in durchschnittlich 706 Kilogramm Abfall pro Jahr (Zahlen: 2017). Was die Schweiz nach Norwegen und Dänemark zur drittgrössten Abfallproduzentin Europas macht und weit über dem EU-Durchschnitt von 487 Kilogramm pro Jahr liegt. Natürlich sind diese Länder dafür umso stärker im Recycling und Kompostieren, aber wäre es nicht sinnvoller diese Mengen an Abfall erst gar nicht zu produzieren?

Doch Entwicklungen wie weniger Abfall, geringerer Food-Waste oder ein reduzierter CO2-Ausstoss kann die Politik zwar lenken, eine nachhaltige Lösung ergibt sich allerdings erst, wenn auch jede*r Einzelne Verantwortung übernimmt. Sind die Zürcher Stimmbürger*innen bereit für eine grüne Wende, sowie es die Wahlresultate prophezeien? Sind die Stadtbewohner*innen bereit, ihre Lebensweisen zu ändern – und was tun sie dafür bereits in ihrem Alltag? Tsüri.ch begab sich auf die Strassen Zürichs, um diese Frage von ihrer Bevölkerung beantworten zu lassen.

Die Veränderung sind wir

Natürlich ist die Strassenumfrage nicht repräsentativ, aber trotzdem sind sich alle Befragten einig: Der Schutz der Umwelt ist wichtig und hängt von unseren Taten ab. Dabei stellt sich die Frage, ob nur einfache Massnahmen, wie die eigene Einkaufstasche mitnehmen oder weniger zu konsumieren, eine effektive Veränderung bringen. Braucht es dazu nicht mehr, als eine konsequente Umstellung unseres Lebensstils? Wie die Diskussion rund um den Klimawandel zeigt, ist der Einfluss der Menschen auf das Ökosystem schon weit fortgeschritten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir jetzt dafür sorgen, dass es uns, unserer Umwelt und den späteren Generationen gut geht.

Die Klimakrise war schon im Jahr 2019 ein zentrales Thema und wird es im nächsten Jahr sicherlich noch mehr sein. Aber um die Bewegung stärker voranzutreiben, braucht es kreative Ideen und innovative Taten. Lasst uns das 2020 mit nachhaltigen Vorsätzen starten.

Was trägst du konkret bei? Sag es uns in den Kommentaren. Wir prämieren den besten Vorschlag mit einem aus nachhaltiger Bio-Baumwolle hergestellten «Lochergut T-Shirt».


Video: Artemisia Astolfi und Adelina Gashi

Musik in Video: Jahzarr - The last ones (CC BY-SA 3.0) und Nctrnm - Vert (CC BY 4.0)

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