Tsüri-Fäscht 🕺🏽💃🏽

Stephanie Grubenmann: Medienexpertin, Gärtnerin und Tsüri-Member

Stephanie Grubenmann forscht an der Universität St.Gallen zu Themen rund um den Journalismus. Das macht sie wohl zum kritischsten Tsüri-Member überhaupt. Denn Stephanie weiss genau, wie sich Medien künftig aufstellen müssen, um bestehen zu können.
07. November 2019
Texterin

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Ein Blick auf Stephanie Grubenmanns Website zeigt: Diese Frau weiss wovon sie spricht. Denn sie lehrt an Hochschulen, Universitäten und im Auftrag von Unternehmen wie «Der Spiegel» und WWF. Dabei dreht sich alles um Stephanies Spezialgebiete Digital Storytelling und die Zukunft des Journalismus. «Ich habe mich beruflich sehr intensiv mit den Dingen auseinandersetzt, die mich als Mensch begeistern und beschäftigen»,meint Stephanie. So entschied sie sich nach dem Studium in Publizistik an der Uni Zürich an der Uni St.Gallen in Journalismus zu promovieren. «Das war in Zeiten der Konvergenz, als der Online-Journalismus aufgekommen ist und ein riesen Thema war». Ein Thema, das Stephanie bis heute sehr beschäftigt – neben ihren Gartenpflanzen.

Für jeden Content die richtige Form

Besonders gross ist bei Stephanie die Leidenschaft für den Journalismus als gesellschaftliches Element. So hat sie bis heute viel in den Bereichen Digital Storytelling und künftige Geschäftsmodelle für Medien geforscht. «Es gibt in der Gesellschaft viele ‹News-Deprivierte› , die sich nicht mit Journalismus auseinandersetzen wollen. Für diese muss der Journalismus unterhaltsamer, positiver und konstruktiver werden», meint Stephanie. Dabei sieht sie im Bereich des Digital Storytelling viel Potenzial. Weiter findet sie das Gebiet des Service Journalismus spannend. Dieser soll Menschen im Alltag helfen, sich in der schnelllebigen Welt des Journalismus besser zurechtzufinden. «Wir leben heute in einer Zeit, in der das Angebot an guten Geschichten noch nie grösser war.» Beiträge wie «10 Orte in Zürich, wo du gratis entspannen kannst» stossen so auf eine besonders grosse Nachfrage.

Wir müssen die Menschen generell darüber aufklären, was Journalismus überhaupt ist

Und was ist mit dem Journalismus im Bereich der Meinungsbildung? Darin sieht Stephanie nach wie vor eine grosse Herausforderung. Denn die Bereitschaft der Gesellschaft für fundierten Journalismus auch etwas zu bezahlen ist hier gleich Null. «Wir müssen die Menschen generell darüber aufklären, was Journalismus überhaupt ist» – und wir müssen uns bewusst werden, dass es für jedes Thema ein richtiges Medium gibt. Zum Beispiel bevorzugt Stephanie – obwohl sie sonst mehrheitlich online unterwegs ist – den gedruckten Tages Anzeiger. «Ich bin immer noch eine Printleserin, da das, was ich dabei vor mir habe begrenzt ist und mir somit mehr Fokus bietet.»

Heller Kopf mit grünem Daumen

Stephanie liebt nicht nur den Journalismus. Sie liebt auch das Gärtnern. Man könnte dies als Ausgleich zur digitalen Welt deuten. Doch vom Wort «Ausgleich» ist Stephanie kein grosser Fan. Vielmehr beschreibt sie das Gärtnern als ihren Energiespender. Durch die Arbeit in ihrem Garten und das Hegen und Pflegen ihrer Zimmerpflanzen, hat sich die bald 35-jährige Stephanie viel Wissen angeeignet. Dieses teilt sie gerne mit anderen. Zum Beispiel auf Instagram. Dabei fällt ihr auf: «Viele Menschen trauen sich die Arbeit mit Pflanzen nicht zu. Deshalb ermutige ich meine Follower regelmässig dazu, selbst Hand anzulegen. Denn ein grüner Daumen wächst einem nicht von alleine.»

Drei Wünsche für Tsüri

Mit ihrer jahrelangen Arbeit in der Welt des Journalismus gilt Stephanie als eine ernstzunehmende Kritikerin in diesem Bereich. Und sie ist sehr interessiert an neuen Formen des Journalismus. So ist sie auch auf Tsüri.ch gestossen. «Tsüri.ch versucht sehr nahe an seinen Nutzern zu sein. Sei es mit Events oder über Instagram. Das finde ich spannend und es gefällt mir.» Doch Stephanie hat auch Wünsche an Tsüri.ch: «Erstens wünsche ich mir, dass ihr mehr mit Videos arbeitet. Zweitens, dass ihr für eure Storys einen einheitlichen Auftritt entwickelt. Und drittens, dass ihr mindestens noch einmal fünf Jahre lebt – und dieses Jahr endlich schwarze Zahlen schreibt!»


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