Okay, ich werde als Titel «Wir sind keine Sixties-Band» schreiben...

An der dritten Ausgabe des Tsüri-Fäscht werden die jungen Herren von Saint Tangerine Convention euch zu psychodelischen Klängen zum Tanzen bringen!
08. März 2017

Saint Tangerine Convention sind die sechs Jungs Giovanni Capineri, Lorenzo Contin, Ben Geiser, Raffael Burri, Gael Zumbach und Lucien Badoux. Wir haben fünf der sechs Mitglieder interviewt (der Sänger Giovanni Capineri war leider krank) und sie nach ihren schönsten und schlimmsten Band-Erlebnissen, ihre musikalischen Vorbildern und ihren Zukunftsplänen gefragt. Das Beste ist: Sie lieben es, Konzerte zu geben - die perfekten Kandidaten also für das Tsüri-Fäscht 3.0!

Euch als Band gibt es ja erst seit 2014. Wie habt ihr euch denn alle kennengelernt?
Raffael Burri:
Giovanni und ich kennen uns schon seit sieben Jahren. Wir hatten immer den Gedanken, eine Band zu gründen. Nach und nach fanden wir dann Leute, die mitmachen wollten und seit Ende 2014 gibt es uns als Band.
Lorenzo Contin: Giovanni und ich waren Facebook-Freunde, irgendwann lud er mich dann ein, mit ihm und Raffael zu spielen und eine Band zu gründen.
Lucien Badoux: Ich habe Giovanni an einem Konzert kennengelernt, daraufhin hat er mich eingeladen, mit ihm und Raffael zu jammen. Nach einem Monat war ich in der Band dabei.
Ben Geiser: Gael ist im Musikladen vorbeigekommen, bei dem ich arbeite, irgendwann haben wir uns auf Facebook befreundet und ich wurde zum Jammen eingeladen.

Das Rockstar nennt euren Musikstil shoegazeartige Neo-Psych-Garage-Rock. Was muss man sich darunter vorstellen, wenn einem diese Musikbegriffe nichts sagen? Mit welchen Bands würdet ihr euch am ehesten vergleichen?
Lucien Badoux:
Mit den Beatles!
Gael Zumbach: Nein, niemals mit den Beatles oder den Sixties vergleichen!
Sonst heisst es wieder, wir seien eine Sixties-Revival-Band...
Ben Geiser: ...Na gut, dann halt die Eighties.

Okay, ich werde als Titel «Wir sind keine Sixties-Band» schreiben...
Gael Zumbach:
Am besten vergleicht man uns mit Bands wie The Brian Jonestown Massacre, Black Angels oder The Warlocks.
Lorenzo Contin: Wir lassen uns sicher auch von Neopsychedelik inspirieren, damit sind Bands gemeint aus den 90ern bis heute, die sich aber ihrerseits wiederum von den Sixties und dem Sixties-Garage inspiriert haben.
Gael Zumbach: Und dann kommen auch noch all die Bands aus L.A. hinzu wie zum Beispiel Allah-Las, L.A. Witch oder Holy Wave.

Wieso habt ihr euch entschieden, genau diesen Musikstil zu spielen?
Lorenzo Contin:
Anfangs suchten wir noch etwas nach unserem Stil. Wir dachten an Sixties-Garage oder langsame, düstere Psychedelik. Schlussendlich fanden wir zum jetzigen Stil, weil der uns allen am nächsten ist und weil auch unser Sänger, Giovanni Capineri, diese Richtung vorgeschlagen hat.

Ihr hört euch also auch privat Bands mit dieser Stilrichtung an?
Lorenzo Contin:
Ja natürlich, wir sind aber sonst alle in unterschiedlichen Stilrichtungen verwurzelt.

Was war euer bisher bestes Erlebnis als Band?
Lucien Badoux:
Unsere Instrumente wären fast verbrannt.
Gael Zumbach: Das ist wohl eher unser schlimmstes Erlebnis.
Lorenzo Contin: Kurz vor diesem Unfall hatten wir aber eines unserer besten Erlebnisse. Das war unser erster Auftritt in dieser Besetzung. Wir spielten am Geburtstag einer Freundin in einem leeren Swimmingpool und die Leute gingen ziemlich ab.

Das hört sich ziemlich cool an.
Gael Zumbach:
Nicht zu vergessen ist unser Auftritt als Vorband von Allah-Las im Mascotte, das war wirklich ein schönes Erlebnis mit einer solchen bekannten und angesagten Band spielen zu können.
Raffael Burri: Für mich war es Holland. Letztes Jahr traten wir am Surf&Turf-Festival auf. Der Trip dorthin war sehr cool, wir lernten uns nochmals von einer anderen Seite kennen, das war sehr prägend. Der Auftritt selbst war dann kein grosser Hit, weil wir alle ziemlich kaputt waren vom Abend davor, es geregnet hatte, unsere Instrumente teilweise nicht funktionierten und nicht gross Stimmung aufkam. Aber insgesamt war es doch ein sehr schönes Erlebnis.

Kommen wir nochmals auf euer schlimmstes Erlebnis zurück. Was ist da genau passiert?
Lucien Badoux:
Wir hatten unsere Instrumente in einer Sauna abgestellt, die zwar nicht an war, aber einen grossen roten Knopf an der Aussenseite hatte, den hat dann jemand versehentlich gedrückt.
Gael Zumbach: Kurz nachdem wir die meisten Instrumente rausgenommen hatten, fing die Sauna an zu brennen. Die restlichen Instrumente fingen Feuer und wir mussten sie mit einem Staubfeuerlöscher ablöschen.

Und jetzt funktioniert alles wieder?
Ben Geiser:
Naja, wir finden heute noch Staub in unseren Instrumenten, aber es funktioniert zum Glück alles noch.

Was möchtet ihr als Band noch erreichen? Was ist euer Ziel?
Lucien Badoux:
Ich würde gerne durch Amerika touren.
Lorenzo Contin: Sicherlich mehr Konzerte geben. Allgemein stehen wir alle unglaublich gerne auf der Bühne! Aber eine LP auf Vinyl rausbringen wäre natürlich auch sehr schön.
Gael Zumbach: Neue Musik schreiben und uns musikalisch weiterentwickeln!

Und was wäre euer grösster Traum als Musiker?
Lucien Badoux:
Ein Soloalbum veröffentlichen und damit auf Tour gehen.
Gael Zumbach: Ich glaube, was auf uns alle zutrifft, ist der Wunsch, eine grosse Tour im Ausland zu machen.
Ben Geiser: Mein Ziel ist es, ein bescheidenes, aber gutes Leben mit der Musik zu haben.

Freut ihr euch auf den Stall 6?
Lorenzo Contin:
Ja natürlich! Wir dürfen auf einer grossen Bühne spielen, es kommen viele Leute und ich freue mich immer sehr, wenn wir einen Auftritt in Zürich haben.
Lucien Badoux: Meine Freunde können mich endlich das erste Mal live sehen! Seit ich dabei bin, haben wir noch nie in Zürich gespielt.
Gael Zumbach: Wir waren alle schon an vielen Konzerten im Stall 6 und dachten, dass es cool wäre, hier spielen zu können. Wenn dann so etwas Realität wird, ist das umso spezieller.

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