(Bild: Elio Donauer)

5 spannende Zahlen und Fakten zu den Abstimmungen in Zürich

Am Sonntag haben wir über ganze sechs städtische Vorlagen abgestimmt (könntest du alle auswendig aufzählen?). Wir haben für dich die Resultate angeschaut und dabei ein paar spannende und beeindruckende Zahlen gefunden.
28. September 2020
Chefredaktor

1. Kreise 4 und 5 wollen die Velowege am dringendsten

Die beiden von der Langstrasse verbundenen Stadtkreise 4 und 5 bilden abstimmungstechnisch einen gemeinsamen «Wahlkreis». Und es ist jener Stadtkreis, der die Initiative für sichere Velorouten mit 83,9 Prozent am deutlichsten angenommen hat. Nur gerade 2'438 Personen haben Nein gestimmt. Zufall ist das kaum, die Kreise 4 und 5 sind grundsätzlich stark links. Zudem sind einige der schweren bis tödlichen Velounfälle der vergangenen Monaten in diesen Kreisen passiert; Beispiel Seebahnstrasse oder auch Schöneggstrasse.

2. Wer zum Teufel ist gegen die Wasserleitung?

Mit wuchtigen 92,8 Prozent haben wir die neue Wasserleitung zwischen Limmat-, Glatt und Hangzone angenommen. Das scheint nach einer klaren Sache, auch wenn einige Stimmbürger*innen vemrutlich bis heute nicht wissen, was diese Vorlage genau will. Denn ein grosses Thema war diese während des Abstimmungskampfes nie. Trotz den absurd hohen 92,8 Prozent Ja-Stimmen stellt sich die Frage, wer denn gegen eine neue Wasserleitung stimmt?

Natürlich wissen wir dies auch nicht genau. Aber: Stadtweit haben 9'659 Personen Nein gestimmt, mit 10,3 Prozent war der Kreis 12 gegenüber der neuen Leitung am kritischsten. Leer eingelegt haben übrigens 6100 Stimmberechtigte.

3. Ausnahmslos alle Stadtkreise sind für das Stadion

Inzwischen haben diese News bestimmt alle interessierten Zürcher*innen mitbekommen. Trotzdem nochmals: Selbst im Kreis 10, in dem einige Menschen leben, welche sich vor der Sicht auf die geplanten Hochhäuser fürchten, hat man sich für den Gestaltungsplan ausgesprochen. Mit 50,3 Prozent fiel das Resultat zwar knapp aus, aber es zählt. Ebenso zählt das Ja mit über 55 Prozent aus den Kreisen 4 und 5, welches so nicht unbedingt erwartet worden ist.

Die Zürcher*innen scheinen sich mit der Vorlage genau beschäftigt zu haben, denn nur 4'735 Personen von total 234'305 haben leer eingelegt.

4. Höchste Stimmbeteiligung bei...

Ganz grundsätzlich: Die Stimmbeteiligung lag am Sonntag so hoch wie schon lange nicht mehr; schweizweit haben gut 58 Prozent aller Stimmberechtigten an den Abstimmungen teilgenommen. In der Stadt Zürich lag diese Zahl noch etwas höher bei über 60 Prozent. Was denkst du, welche Vorlage hat die höchste Beteiligung erreicht? Nein, es war nicht die neue Wasserleitung und auch nicht das Stadion. Die Velo-Initiative kommt auf stolze 63,8 Prozent!

5. Wir sind regierungstreu

Von den sechs stätdischen Abstimmungen waren vier sogenannte Behördenvorlagen (also keine Initiativen oder Referenden). Alle diese Anliegen sind deutlich angenommen worden. Die Wasserleitung, der neue ewz-Standort und der finanzielle Zustupf für Pro Senectute haben alle drei in der Bevölkerung eine Zustimmung von rund 90 Prozent erhalten. Auch die erweiterten Kompetenzen des Stadtrates in Sachen Liegenschaftenkauf waren mit 67 Prozent unbestritten. Es zeigt sich also ganz deutlich: Wir Zürcher*innen vertrauen unserem Stadtrat fast schon blind. Denn ganz ehrlich, wer hat bei der Pro Senectute-Vorlage oder bei der Wasserleitung einfach Ja gestimmt, ohne wirklich zu wissen, worum es eigentlich geht?

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