🍹🎉Tsüri Fäscht🎉🍹

Sabeth Tödtli. Foto: Elio Donauer.

«Soziale Stadtentwicklung und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden»

Ihr habt uns beauftragt, die erste Klima-Redaktionsstelle der Schweiz zu schaffen. Um diese Stelle finanzieren zu können, brauchen wir 1000 neue Klima-Member. Dieses ehrgeizige Ziel schaffen wir nur gemeinsam. Urbanistin Sabeth Tödtli erklärt dir, warum auch du Klima-Member werden sollst.
16. Juni 2021

Ich bin Sabeth Tödtli*, engagiere mich für eine zukunftsfähige Stadt für alle und will, dass du jetzt Klima-Member wirst. Dank meiner Arbeit in verschiedenen Initiativen weiss ich, dass es dafür verschiedene Zutaten braucht: bezahlbarer Wohnraum, kulturelle Freiräume, Mitmachmöglichkeiten und eben auch eine ökologische Perspektive: ein ökologischer Verkehr, energetisch sinnvolle Baukultur, biodiverse Grünräume und vieles mehr. Nicht nur, weil umweltfreundliche Städte lebenswerter sind, sondern auch, weil uns eine lässige, bezahlbare Stadt natürlich herzlich wenig nützt, wenn das Klima uns bald allzu radikal einschränkt. Ja, die Klimakrise ist ein globales Problem, aber im Sinne einer sinnvollen Stadtentwicklung können und müssen wir sie zum Beispiel mit dem Netto-Null-Ziel lokal anpacken – und dafür müssen wir auch gut informiert sein.

Ich habe es satt, dass eine soziale Stadtentwicklung und Klimaschutz so oft gegeneinander ausgespielt werden. Das stimmt einfach nicht: Wir könnten nämlich eine bezahlbare Wohnung UND eine ökologisch vertretbare Heizung haben. Egal wie oft gewisse Medien das Gegenteil wiederholen und damit ein System erhalten, das unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und unseren Planeten kaputt macht – es wird nicht wahrer. Ich wünsche mir eine engagierte, unabhängige und lokale Berichterstattung zu diesen Themen. Eine Berichterstattung, die versteht, dass das alles zusammenhängt und dass wir deshalb mit Pflästerlipolitik nicht vorwärts kommen.

Seit einiger Zeit wird immer mehr darüber gesprochen, wie wir die Stadt klimatisch an die Klimaveränderung anpassen können: Mehr Schatten gegen die Hitze zum Beispiel. Das ist sicher gut, aber dabei darf nicht vergessen gehen, dass es nach wie vor darum gehen muss, diese Klimakrise aufzuhalten. Ich wünsche mir eine Berichterstattung, die aufzeigt, was die lokalen Probleme und die lokalen Lösungen sind, aber nicht vergisst, dass unsere Verantwortung nicht an der Stadtgrenze aufhört.

Es gibt also noch viel zu tun – für die Urbanist:innen, für die Klimaaktivist:innen, für die Tsüri-Journalist:innen, für uns alle eigentlich. Packen wir’s gemeinsam an! Und wenn du nicht weisst wo anfangen, dann fang mit einer Klima-Mitgliedschaft an.

*Sabeth Tödtli ist Urbanistin und Mitbegründerin von diversen stadtpolitischen Initiativen wie z.B. dem Verein Nextzürich, der Zwischennutzung Pavilleon oder der Urban Equipe.

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