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So werden auf Ron Orp junge Mädchen für Sexarbeit angeworben

22. April 2016
«Topnebenjobs für gepflegte Girls» – so wirbt seit Montag ein Inserat auf Ron Orp um neue Angestellte. Im Text wird «nach hübschen, schlanken Girls ab 18” gesucht, welche «Lust auf exklusives Shoppen und Badeferien» haben. Versprochen werden ein «überdurchschnittlicher Verdienst und 100% Diskretion», sowie ausschliesslich «stilvolle Aufträge».

Wer sich als interessiertes Girl ausgibt und sich bei der angegebenen GMX-Mailadresse meldet, kriegt postwendend eine Antwort einer gewissen «Iris Gut». Im Absender eine nicht registrierte Firma plus Handynummer.

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Die Dame lädt zu einem Casting ein und versichert, dass ihre Firma das grösste und älteste Unternehmen im Bereich Luxus-Escort sei. Jedoch bleibt weiterhin unklar, wobei es sich bei diesem grandiosen Nebenjob wirklich handelt.

Nach weiteren Informationen gefragt, lässt Iris Gut die Katze aus dem Sack und wird konkret. Das Nachfragen hat ihr wohl nicht gefallen, denn sie schreibt zwar offen, dass es sich bei dem Job tatsächlich um Prostitution handelt. Doch wer nicht zu einem Casting kommen möchte, wäre wohl nicht geeignet für die Arbeit. Sie habe wöchentlich 20-30 Bewerbungen von anderen «Girls».

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Warum lässt Ron Orp zu, dass solch fragwürdigen Inserate überhaupt auf ihrer Homepage publiziert werden? Illegal sind sie zwar nicht, doch kann es kaum im Interesse der Stadtplattform sein, dass dort für das Anbieten von bezahltem Sex geworben wird.

Christian Klinner, Mitbegründer von Ron Orp, teilt auf Anfrage mit, dass solche Inhalte grundsätzlich nicht toleriert werden. Es sei allerdings schwer, mit einem kleinen Team alle Inserate einzeln zu überprüfen. Man sei jedoch bemüht, diese Anzeigen bei Entdeckung umgehend zu löschen. Ausserdem würden die Nutzer auf eine Blacklist gesetzt.

Das besagte Inserat wurde von Christian Klinner sofort gelöscht. Jedoch bleibt ein fahler Nachgeschmack hängen, denn es ist nicht das erste Mal, dass solche Anzeigen auftauchen. Auch Facebook wurde in der Vergangenheit gebeten, zu solchen Vorfällen Stellung zu nehmen.

Zwar werben diese undurchsichtigen «Escort-Firmen» nur Mädchen ab 18 Jahren an, hingegen ist es fraglich, ob sich nicht auch jüngere Teenager von diesem fast zu verlockenden Jobangeboten blenden lassen und am Ende zu Dingen überredet werden, die sie nicht tun wollen. Denn schliesslich sendet Iris Gut in ihrer letzten Antwortmail einen Link zu einer Homepage, auf welcher Gang Bang Partys mit Schweizer Teenies angeboten werden. Wenn es also stimmen sollte, dass diese Firma 20-30 Bewerbungen wöchentlich erhält, wäre das fatal.

Bleibt zu hoffen, dass sich nicht allzu viele junge Frauen aus Geldnot oder Konsumzwang zur Prostitution verleiten lassen.

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