So sah das Bellevue vor 5000 Jahren aus (360° Video)

Auf dem Sechseläutenplatz stand früher ein Pfahlbaudorf - das kannst du seit heute besuchen. Virtuell oder direkt am Bellevue. Und Obacht: Zürich ist jetzt im Besitz der zweitältesten Türe der Welt.
09. März 2017

Die Pfahlbauer sind zurück! Heute steht das Bellevue für den Böögg, das Märlitramm, das Opernhaus und Shopping.
Dabei stand dort mal was ganz anderes: Holzhütten, Plumpsklos und unberührte Natur. Die ersten Zürcher*innen waren Pfahlbauer! Genau die kannst du jetzt besuchen. Dieses Video zeigt dir das Bellevue, wie es vor 5000 Jahren war - in 360 Grad. Also unbedingt deine verstaubte Virtual Reality Brille auspacken.

Wie 20 000 Tierknochen unter dem Bellevue entdeckt wurden

Zürich wollte ein neues Edel-Parkhaus. 2010 begannen die Bauarbeiten unter dem Sechseläutenplatz. Weil plötzlich Tierknochen zum Vorschein gekommen sind, wurden die Bauarbeiten gestoppt. Danach wurde ein Jahr gegraben und bis heute ausgewertet. Jetzt präsentiert die Stadt Zürich die Funde:

  • 20'000 Tierknochen
  • Beim Bellevue lebten: Bär, Reh, Auerochs, Fuchs oder Eichhörnchen
  • Die damaligen Zürcher*innen waren dazumal schon sehr vernetzt: Es gibt Feuersteingeräte aus Frankreich, Nord- und Mittelitalien, Keramiktöpfe mit Stilelementen, wie sie in Bayern oder Tschechien üblich waren.
  • Die hygienischen Bedingungen waren schlecht (daher vielleicht der heutige Putzzwang unserer Stadt)
  • Zürich ist jetzt stolze Besitzerin der zweitältesten Türe der Welt.

Gekostet haben die Ausgrabungen übrigens 5 Millionen, bei den hohen Parkgebühren im Parkhaus Opéra sollte das aber bald wieder in der Kasse sein. Das Parkhaus Opéra ist inzwischen fertig gebaut.

Mit Augmented Reality zu den Pfahlbauern

Vom 9. bis 26. März gibt es auf dem Sechseläuten Platz eine Ausstellung zu den Funden. Dort kann man zum Beispiel mit Augmented-Reality-Brillen (Hololenses) einen Parcours durch das virtuelle Pfahlbaudorf machen.

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