Im Genovas am Idaplatz gibt es leckere Parmigana zum Mitnehmen (Foto: Cathrin Michael)

Restaurants neu mit Take-Away: «Das grosse Lächeln bei der Übergabe ist Gold wert!»

Die Restriktionen für Restaurants werden wohl erst Anfang Juni aufgehoben. Wie aber überleben die Betriebe in der Zwischenzeit? Auf unserer Plattform La Résistance haben sich schon fast 200 Restaurants eingetragen, die sich mit Take-Away und anderen Angeboten durchschlagen. Wir haben sie gefragt, wie es läuft.
22. April 2020

Was tun, wenn man plötzlich sein Restaurant schliessen muss? Viele Betriebe haben in den letzten Wochen auf Take-Away Betrieb oder Delivery umgestellt. Einige wiederum bieten vorbereitete Menüs, frische Pasta, Saucen und andere Delikatessen zum Mitnehmen an. Auf unserer Plattform La Résistance sind bereits über 200 Lokale verzeichnet, welche wieder teilweise geöffnet haben. Doch wie ergeht es den Betrieben in der Krise? In einem Fragebogen haben uns rund 25 Betriebe Auskunft über ihre Lage gegeben.

Wir sind dankbar, die Unkosten decken zu können und nicht in die roten Zahlen zu fallen.

Fixkosten als Problem
Auch wenn die meisten Restaurants ihre Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit geschickt haben, bleiben Fixkosten die schnell vernichtend hoch werden können. Lokalmieten in Zürich belaufen sich gemäss Michel Péclard auf 10'000 bis 15'000 Fr. pro Monat. Bei einer dreimonatigen Schliessung kommen so locker 30'000 bis fast 50'000 Fr. an Mietausgaben zusammen. Dem gegenüber stehen Einnahmen, die vollständig ausbleiben. Take-Away und Delivery können helfen die ausbleibenden Einnahmen zumindest teilweise zu kompensieren.

Take-Away und Delivery zahlen die Miete

Viele Restaurants die neu Take-Away Angebote anbieten, spüren eine relativ grosse Nachfrage. Rund 70 Prozent der Umfrageteilnehmenden geben an, dass ihr Angebot auf guten oder sehr guten Anklang stösst. 60 Prozent konnten ihren Umsatz wieder auf niedrigem Niveau steigern und zwei Betriebe verzeichnen einen ähnlichen Umsatz wie vor der Krise. Je nach dem lassen sich mit den Einnahmen sogar die Fixkosten bezahlen. Besonders gut zu funktionieren scheinen Take-Away Angebote in Restaurants mit grosser Stammkundschaft wie Quartierbeizen oder anderen lokal stark verankerten Betrieben. Das Feedback der Kund*innen ist durchwegs positiv. Viele Restaurants erfahren grosse Solidarität durch ihre Kund*innen.

Die Leute sind sehr froh, dass es weiterhin ein Essensangebot in der Nähe gibt.
Wir bekommen gutes Feedback. Unserer Gäste schätzen es, dass sie trotz dem Shutdown Essen auf dem Niveau bestellen und geniessen können.

Ornella Lo Giusto vom Restaurant Samses verpackt ihre Wochenmenüs.

Getränkeeinnahmen fehlen weiterhin

Auch wenn einige Gastronom*innen mittlerweile wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. Ein grosser Einnahmeposten fehlt den meisten Restaurants: Wein und andere Getränke. Zwischen 20 und 45 Prozent des Umsatzes macht der Verkauf von Getränken bei unseren Umfrageteilnehmern aus. Der Einbruch hier ist für einige besonders hart, da auf Getränken oftmals hohe Margen sind. Einige Restaurants haben auch Wein und Bier im Take-Away und Delivery Sortiment und um dein Lieblingsrestaurant in der Krise zu unterstützen, lohnt es sich zuzugreifen.

Ohne die Getränkemarge ist unsere Bruttomarge sehr mager... Wir arbeiten mit eher edlen Produkten...
Der Verkauf von alkoholischen Getränken macht in der Gastro viel aus. Hier regenerieren wir Umsatz

Wie weiter?

Die meisten Gastronom*innen gehen davon aus, erst Mitte Juni wieder auf Normalbetrieb umstellen zu können. Bis dann werden wohl noch einige die bisher geschlossen hatten mit Take-Away Angeboten starten. Es bleibt auf der einen Seite eine grosse Ungewissheit für die Gastronom*innen, aber es zeigt sich auch viel Solidarität von Seiten der Stammgäste, die ihre Lokale unterstützen möchten.

La Résistance
Zürcher Restaurants trotzen dem Virus und haben auf Take-Away Betrieb umgestellt. Die Plattform La Résistance, welche von Tsüri.ch mitgegründet wurde, zeigt Restaurants auf, die wegen der Corona-Krise auf Take-Away umgestiegen sind.

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