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Sender*in: Das Zürcher Konzertlokal widmet sich einen Monat lang dem Feminismus

Der Sender an der Kurzgasse wird im Monat Dezember ausschliesslich von Frauen bespielt. Die Konzertbar will so einen Beitrag zu mehr Diversität im Zürcher Nachtleben beisteuern.
09. Dezember 2019
Praktikantin Redaktion

Bereits seit etwas mehr als einer Woche setzt der Sender auf rein weibliche Acts und wird damit zur Sender*in. Der Monat Dezember soll im Namen von Frauen* stattfinden. Die Konzertbar mit Liveradio will so ihren Teil zu mehr Diversität in der Klubszene beitragen, denn im Nachtleben seien Frauen stark unterrepräsentiert, schreibt Christian Gamp, Vereinspräsident des Zürcher Lokalradios GDS.FM, auf der Website: «Eine Tatsache, die nicht etwa mit mangelndem Talent zu tun hat, sondern mit bereits bestehenden Strukturen, der Sozialisierung und fehlenden Möglichkeiten.»

Frauen* eine Plattform bieten

Tatsächlich sind solche Strukturen in der Zürcher Klubkultur noch immer vorherrschend: Die Szene ist und bleibt (vorerst) eine Männerdomäne. Bewegungen, die dies ändern wollen, sind beispielsweise «Helvetiarockt» oder das noch junge Kollektiv «F96». Beide setzen sich für mehr Frauen auf Bühnen und hinter DJ-Pulten ein. Zweifelsohne eine wichtige Massnahme in den Bestrebungen für mehr Gleichstellung im Schweizer Nachtleben. Eine weitere wäre, wie im Falle des Senders – oder eben der Sender*in – gleich als Veranstalter*in respektive Plattform aktiv zu werden.

Die Sender*in möchte Frauen* die Möglichkeit bieten, ihre Talente zeigen zu können. Dies soll auch eine Signalwirkung haben: «Ich hoffe, es öffnet Türen und trägt zu einer Selbstverständlichkeit von Frauen in der DJ-Booth bei, die wiederum andere Frauen dazu animiert, es ihnen gleichzutun, ohne sich als Exotinnen fühlen zu müssen», schreibt Gamp. Das Fehlen von Vorbilderrollen bei Künstlerinnen sei nämlich mitunter ein Grund, weshalb sich viele Frauen* eher unter- als überschätzen – und deshalb von Veranstalter*innen oft nicht berücksichtigt werden.

Mit dem feministisch geprägten Booking soll genau diesem Problem entgegengewirkt werden. Das Programm der Sender*in zeige auf, wie viele tolle und aktive Frauen* es im Nachtleben bereits gebe, so Gamp. Dabei fragt sich der Veranstalter auch, ob das Sender-Dezemberbooking, das ausnahmslos aus Frauenacts besteht, jemanden ausschliesst und kommt zum Punkt: «Wir wissen es nicht und eigentlich ist das auch alles völlig egal. Bei reinen Männer-Line-Ups fragt das auch niemand.» In erster Linie würde es sich eigentlich nur um einen weiteren Monat mit tollen Acts handeln.

member ad

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